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Im Herbst vergangenen Jahres wird dann das Erfolgsduo gesprengt. Manager Klaus Allofs wechselt nach Wolfsburg
Klaus Allofs arbeitete von 1999 bis 2012 für Werder Bremen © getty

Wolfsburg Geschäftsführer Klaus Allofs sieht seiner Rückkehr nach Bremen gelassen entgegen. Nur die Tabelle bereitet ihm Sorgen.

Von Denis de Haas

München - Jahrelang hatte Klaus Allofs immer den kürzeren Anreiseweg. Wenn er die Katakomben des Bremer Weserstadions verließ, steuerte er die erste Trainerbank an und machte es sich auf dem Schalensitz mit Werder-Logo bequem.

Am Samstag ist alles anders: Dann kommt Allofs erstmals als Angestellter des VfL Wolfsburg zu einem Spiel nach Bremen (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Er muss ein paar Meter mehr zu seinem Sitzplatz zurücklegen.

"Sollte ich mich verlaufen, werden mich die Bremer schon weiter schicken", scherzt Allofs im Gespräch mit SPORT1. Wolfsburgs Geschäftsführer gibt sich vor dem Gastspiel in seiner alten Heimat gelassen. Wenn da nicht die Tabellensituation wäre.

Zu wenig Punkte

"Das einzige, was mich beunruhigt, ist, dass wir zu wenig Punkte auf dem Konto haben. Ich hätte aktuell gerne drei bis vier mehr", sagt Allofs, der sich im November 2012 nach 13 Jahren aus Bremen verabschiedete.

Bei sieben Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz wähnt der 56-Jährige seine Mannschaft weiter im Abstiegskampf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für Bremen ist die Situation noch prekärer: Acht Partien in Folge konnte Allofs' Ex-Verein nicht mehr gewinnen. Der Abstand zu Platz 16 beträgt nur noch fünf Punkte.

"Beide Mannschaften sind noch nicht gerettet. Deshalb wird das ein heißes Spiel, aber das wünscht man sich als Fußballfan ja", erklärt Allofs bei SPORT1.

Traum endet in München

Sein persönlicher Wunsch, den VfL zurück ins internationale Geschäft zu führen, bleibt vorerst unerfüllt. Der Traum von Europa endete am Dienstag, als Wolfsburg beim FC Bayern zwar Lob einheimste, aber am Ende im DFB-Pokalhalbfinale mit 1:6 unterging.

Allofs hat somit ein Argument weniger, Spieler nach Wolfsburg zu locken. Freiburgs Daniel Caligiuri, Hannovers Konstantin Rausch oder auch Bremens Marko Arnautovic werden beim VfL gehandelt.

Kutschke kommt als Leipzig

Vollzug konnte der Verein allerdings erst bei einem Spieler melden. Angreifer Stefan Kutschke, der aktuell für den Regionalligsten RB Leipzig auf Torejagd geht, hat im März einen Vierjahres-Vertrag bei den Wölfen unterschrieben.

Allofs muss aber auch Erfolge als Verkäufer erzielen. Felix Magaths Shoppingtouren erschweren seinem Nachfolger die Arbeit, ganze 13 Leihspieler kehren im Sommer nach Wolfsburg zurück.

Perspektive für Polter und Koo

Allein Angreifer Sebastian Polter vom 1. FC Nürnberg und Ja-Chael Koo vom FC Augsburg haben eine gute Perspektive in Wolfsburg.

Spieler wie Mateusz Klich, Patrick Ochs und Rasmus Jönsson spielen in den Planungen dem Vernehmen nach keine Rolle mehr. Allofs' Aufgabe ist, die Ladenhüter loszuwerden. Ansonsten könnte die VfL-Kabine aus allen Nähten platzen.

Diego will der VfL-Geschäftsführer allerdings nicht von der Gehaltsliste streichen. Der Brasilianer ist derzeit unersetzlich und soll seinen Vertrag bis 2014 erfüllen. Dass dem Verein womöglich eine Ablösesumme entgeht, ist das geringste Problem.

Abschiedszeremonie für Naldo

Für Diego gibt es in Bremen übrigens auch ein Wiedersehen mit seinen alten Kollegen. Und auch der Verteidiger Naldo hat eine Werder-Vergangenheit. Für den Abwehrspieler haben die Bremer nach dem Warmlaufen noch eine kleine Abschiedszeremonie vorbereitet.

Die Wolfsburger wollen aber mehr als nur einen Blumenstrauß abstauben. "Wir wollen unsere gute Auswärtsbilanz ausbauen", betont Allofs. In der Bundesliga ist seine Mannschaft in der Fremde seit vier Spielen ungeschlagen.

Klappt es mit einem Sieg in Bremen, könnte zumindest Allofs einen kleinen Heimsieg feiern. Nur diesmal auf einer anderen Trainerbank.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bremen: Mielitz - Selaisse, Prödl, Lukimya, Schmitz - Fritz, Junuzovic - Arnautovic, Hunt, De Bruyne - Petersen

Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Kjaer, Rodriguez - Medojevic, Polak - Arnold, Diego, Vieirinha - Olic

Schiedrichter: Brych (München)

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