vergrößernverkleinern
Markus Weinzierl (M.) stieg 2012 mit Jahn Regensburg in die Zweite Bundesliga auf © getty

Im Duell mit Gladbach will Augsburg die starke Rückrunde fortsetzen und Druck auf die Konkurrenz machen. Weinzierl ist guter Dinge.

Von Reinhard Franke

München - Wenn Borussia Mönchengladbach den FC Augsburg empfängt (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER), ist es das Duell Frust gegen Lust.

Bei den Gladbachern ist die Laune nach zuletzt schwachen Leistungen eher im Keller.

Der FC Augsburg ist die drittbeste Rückrundenmannschaft hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund, seit Wochen herrscht Aufbruchstimmung bei den Schwaben.

Was zum Jahreswechsel für den FCA auf Platz 17 mit nur neun Punkten fast unmöglich schien, ist nun tatsächlich eingetroffen.

Ähnlich wie im Vorjahr, als der damalige Neuling im Endspurt das Klassenziel erreichte, können die Augsburger sich erneut berechtigte Hoffnungen auf den Ligaverbleib machen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nicht alles über den Haufen geworfen

Dabei wurde nicht mal alles über den Haufen geworfen, als es nicht lief, sondern mit der Verpflichtung von Manager Stefan Reuter nur an einer bedeutenden Stellschraube gedreht.

"Wir haben Kleinigkeiten verändert. Die Mannschaft hat im ersten Spiel in Düsseldorf durch den Sieg Selbstvertrauen getankt und sich in der Rückrunde für die guten Leistungen belohnt", sagt Augsburgs Coach Markus Weinzierl zu SPORT1.

"Wir haben uns nicht von Rückschlägen umwerfen oder aus der Ruhe bringen lassen, sondern ganz realistisch an unsere Chance geglaubt, auch wenn uns in der Winterpause nahezu jeder abgeschrieben hat, weil wir nur neun Zähler auf dem Konto hatten."

FCA kann Big Point landen

Ein Blick auf die Tabelle genügt nun, um zu wissen, dass die Augsburger am Freitag einen Big Point landen können. Mit einem Sieg kann man nämlich mit dem Fünfzehnten Fortuna Düsseldorf punktemäßig gleichziehen.

Kein Wunder, dass die Laune bei den Verantwortlichen und Fans vor dem Duell mit den "Fohlen" ausgesprochen gut ist.

Ganz Augsburg glaubt wieder fest an ein weiteres Jahr in der Eliteklasse. Gladbach soll eine weitere Etappe der Erfolgsstory werden.

Druck auf die Konkurrenz

Und man gehe es "mit positiven Gedanken" an, wie Weinzierl betont: "Wir fahren nach Mönchengladbach, um unsere gute Leistung aus dem Heimspiel gegen Frankfurt zu bestätigen und um zu punkten. Wir können an diesem Spieltag vorlegen und mit einem erfolgreichen Spiel Druck auf die Konkurrenten ausüben."

Das 2:0 gegen Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag überraschte nicht nur die Experten, sondern gewiss auch eingefleischte FCA-Fans.

Leidenschaft und Geschlossenheit

Die Leidenschaft und mannschaftliche Geschlossenheit, mit der die Weinzierl-Elf gegen die Hessen aufgetreten ist, erzeugte bei der Konkurrenz durchaus für einen Moment so was wie Sprachlosigkeit.

Auf die Frage, ob der Eindruck täusche oder ob seine Mannschaft die zweite Luft bekomme, meint Weinzierl nur:

"Nein, der Eindruck täuscht nicht. Wir spielen schon in der gesamten Rückrunde sehr gefestigt, weil wir eine Mannschaft haben, die harmoniert."

Typen auf dem Platz

Man habe Typen auf dem Platz, "die sich da unten rausziehen wollen." Auf einige dieser Typen muss Weinzierl, der von Dortmunds Trainer Jürgen Klopp als "Trainer des Halbjahres" gelobt wurde, allerdings gegen Gladbach verzichten.

Neben den verletzten Ja-Cheol Koo, Aristide Bance und Michael Parkhurst steht auch Abwehrspieler Ragnar Klavan aufgrund einer Gelbsperre nicht zur Verfügung.

"Auch wenn er durch gute Leistungen in den letzten Wochen und Monaten Stammspieler ist, so sind wir in der Lage, jeden zu ersetzen", ist Weinzierl nicht bange durch den Ausfall.

"Wir haben uns von Rückschlägen in der Rückrunde nicht umwerfen und aus der Ruhe bringen lassen. Die Mannschaft harmoniert und daher fahren wir zuversichtlich nach Gladbach."

Wenig Zuversicht bei Borussia

Bei der Borussia herrscht derweil wenig Zuversicht. Nach einer indiskutablen Leistung beim 0:2 in Stuttgart sprach Trainer Lucien Favre davon, dass man sich mit der Europa League nicht mehr beschäftigen müsse.

Für den Schweizer seien bei manchem im Umfeld die Erwartungen zu hoch. Der Auftritt beim VfB war nicht der erste durchwachsene Auftritt der Gladbacher.

Ein Sieg gegen den FCA ist schon fast Pflicht, will man nicht endgültig den Anschluss an die internationalen Plätze verlieren.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel