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Stürmen gegen 96 - und wohl auch Barca: Mario Gomez (l.) und Claudio Pizarro © imago

Das Duell in Hannover ist für Bayern vor allem die Generalprobe für den Angriff. Wegen Mandzukic legt sich Heynckes schon fest.

Vom FC Bayern berichtetChristian Paschwitz

München - Jupp Heynckes war einmal mehr sehr bemüht, die "volle Konzentration" auf den Liga-Alltag zu richten, in dem nun die Aufgabe bei Hannover 96 ansteht (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER)

Und doch kann der Meister-Trainer des FC Bayern nicht verbergen, dass auch ihm der Champions-League-Countdown bereits mächtig im Kopf herumspukt.

"War der Messi schon da?", raunte Heynckes ganz leise Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick zu, als er sich auf den für seine Körpergroße viel zu tiefen Stuhl im Presseraum niederließ.

Ganz klar: Der Königsklassen-Halbfinal-Kracher gegen die Offensivkünstler des FC Barcelona (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) elektrisiert jeden, die Protagonisten inbegriffen.

BVB: Konzentration auf Mainz

In Dortmund ist es ähnlich, auch wenn Jürgen Klopp ebenfalls den Fokus anders zu legen versuchte.

"Ich habe eine schlechte Nachricht: Ich habe mir noch nicht viele Gedanken gemacht um Real Madrid. Wir konzentrieren uns auf Mainz und erst ab Sonntag auf Real", sagte der BVB-Trainer vor dem Duell mit dem FSV (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER)

Der 45-Jährige steht vor einer schweren Aufgabe, will angeschlagene Spieler wie Marco Reus für das Duell mit den Königlichen (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) schonen, aber dennoch drei Punkte zur Sicherung des zweiten Tabellenplatzes einfahren.

"An Schongang ist nicht gedacht. Dass sich niemand verletzt, steht aber im Mittelpunkt des Interesses. Ich werde eine Mannschaft basteln, bei der ich davon ausgehen kann, dass sie Mainz schlagen kann. Ein Prozentpunkt Gedanke an Real Madrid würde dazu führen, dass wir Riesenprobleme bekommen", sagte Klopp.

Warmspielen fürs Duell mit Messi

Auch die Bayern wollen sich warm spielen für das Giganten-Duell gegen Superstar Lionel Messi und Co. - und Bayerns Angreifer wollen sich warmschießen.

Und so mochte Heynckes während der Pressekonferenz vor dem Liga-Match bei den 96ern zunächst noch so oft betonen, dass "wir uns voll auf Hannover konzentrieren. Die haben noch Ambitionen auf die Europa League. Und wir wissen, dass es da hoch hergeht."

[kaltura id="0_gkbqxz7r" class="full_size" title="Heynckes setzt auf Gomez"]

Keineswegs höher jedoch als drei Tage später, wenn die FCB-Angriffsmaschinerie den Beweis antreten muss, jener der Katalanen die Stirn bieten zu können (Matthias Sammer zu Gast im Volkswagen Doppelpass: So., 11 Uhr im TV auf SPORT1).

Mandzukic gesperrt - und verletzt

Dem Coach dürfte es mit Blick auf Barca vor allem darauf ankommen, die richtige Mischung für seine Mannschaft zu finden.

Zumal Mario Mandzukic, der für die Königsklasse ohnehin gesperrt ist, wegen seiner im DFB-Pokal gegen Wolfsburg (6:1) erlittenen Prellung laut Heynckes ("Sein Knie ist ein Ballon") am Wochenende mit größter Wahrscheinlichkeit sowieso nicht stürmen kann.

Heynckes gab daraufhin zu, dass in Hannover sowohl Mario Gomez als auch Claudio Pizarro an vorderster Front in die Startelf rücken werden.

Gomez und Pizarro stürmen

Mehr als ein Fingerzeig für das Highlight gegen Barca: "Ich denke mir dabei ja schon was", ließ Heynckes tief blicken.

Gleiches gilt für die im Pokal unberücksichtigten David Alaba (Magen-Darm-Virus) sowie Franck Ribery (Sperre).

"Es ist doch klar, dass Franck von Beginn an spielt. Für wie lange, das entscheiden wir noch", sagte Heynckes, der anders als beim 4:0 gegen Nürnberg auch wieder Stammtorhüter Manuel Neuer aufstellen wird.

Generalprobe auch für Ribery

Das Credo des Trainers, den die Serie von 16 Auswärtsspielen ohne Niederlage und zuletzt zwölf Siege in Folge eigener Aussage zufolge nicht interessiert: Weniger schonen, dafür den Rhythmus beibehalten. (DATENCENTER: Bundesliga)

Und Rhythmus ist vor allem das, was Gomez immer wieder für sich einfordert. Wenngleich der Edelreservist (acht Tore in nur 16 Liga-Spielen) mittlerweile eindrucksvoll wie nie zuvor Joker-Qualitäten unter Beweis stellt.

Jüngstes Beispiel: Gegen Wolfsburg gelang Gomez ein Hattrick binnen sechs Minuten.

"Gewinnen über Einwechslungen"

"Seine Verletzung und zahlreiche weitere Wehwehchen haben dazu beigetragen, dass er nicht regelmäßig gespielt hat", sagte Heynckes.

Er lobte den 27-Jährigen, der in keinem seiner fünf Champions-League-Einsätze in dieser Saison (zwei Tore) durchspielte: "Wenn man drei Top-Stürmer hat, gewinnt man eben Spiele über Einwechslungen. Das war schon oft in der Historie so."

"Ich selbst sehe viel, habe auch eine Statistik auf meinem Schreibtisch liegen, wer wieviel gespielt hat", ergänzte Heynckes vielsagend.

"Ich habe mir schon überlegt, wer Spielminuten benötigt und wer in der jetzigen Situation von der Kraft her spielen kann."

Pizarro heimlicher Mister Champions League

Neben Gomez, der zuletzt auch gegen den Club traf, sollte insofern bei Pizarro der Akku genauso voll sein:

Dank seines Dreierpacks in der Gruppenphase beim 6:1 gegen OSC Lille ist der Peruaner, der zudem einmal im Viertelfinale gegen Juventus Turin vollstreckte, mittlerweile ohnehin Bayerns heimlicher Mister Champions League neben Thomas Müller (5 Treffer).

"Er hat das sehr gut gemacht gegen Nürnberg", lobt Heynckes. "Wir brauchen Claudio - und auch Gomez."

Besonders am Dienstag - dann, wenn Messi wirklich kommt.

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