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Der ehemalige Hoffenheimer Mlapa lief bislang 79 in der Bundesliga auf
Peniel Mlapa wechselte im Sommer 2012 von 1899 Hoffenheim zu Gladbach © imago

Gladbach liegt auf Europa-Kurs. ?Jetzt einfach mal nachlegen?, fordert Peniel Mlapa. Augsburg hadert mit der Doppelbestrafung.

Aus Mönchengladbach berichtet Thorsten Langenbahn

Mönchengladbach - Der Aufwand ist hoch, die Chancenverwertung bescheiden, doch die Punkteausbeute maximal.

Mit etwas Dusel, aber letztlich verdient, sicherte sich Borussia Mönchengladbach mit dem 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg einen ganz wichtigen Dreier im Kampf um die Europapokalplätze.

"In zwei Wochen fragt keiner mehr danach, wie der Sieg zustande gekommen ist", sagte Borussen-Stürmer Peniel Mlapa zu SPORT1.

Bei seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison holte der deutsche U-21-Nationalspieler den spielentscheidenden Elfmeter heraus, den Kapitän Filip Daems in der 27. Minute sicher verwandelte. (705818DIASHOW: Der 30. Spieltag)

22 Torschüsse: Saisonbestwert

"Für mich war es ein klarer Elfmeter. Ich gehe vorbei, brauche den Ball eigentlich nur reinzuschieben und er hält mich", erklärte Mlapa über das Duell mit Kevin Vogt.

Der Augsburger kam erstmals als Innenverteidiger zum Einsatz, doch nach nur 26 Minuten war sein Arbeitstag schon wieder beendet.

Nach der Roten Karte dominierten die Gastgeber die Partie noch deutlicher: 22 Torschüsse sind Ausdruck der Gladbacher Überlegenheit - mehr gaben sie in dieser Saison noch nie ab.

Trotzdem machten es die "Fohlen" bis zum Schluss spannend. Mlapa (30.) und der spielfreudige Mike Hanke (73.) trafen nur den Pfosten, Granit Xhaka verfehlte das Ziel mit mehreren gefährlichen Distanzschüssen.

Herrmann: "Sack früher zumachen"

"Da müssen wir die Dinger einfach reinmachen und den Sack früher zumachen", forderte Patrick Herrmann, der mit sechs Toren weiterhin treffsicherster Schütze der Gladbacher ist.

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"Nach dem 1:0 war es ein bisschen einfacher für uns, da haben wir das Spiel dann auch gemacht", so der VfL-Angreifer zu SPORT1. "Das einzige, was gefehlt hat, war das 2:0."

Trotz fehlender Effizienz vor dem Tor war Kapitän Filip Daems nach dem dritten 1:0-Heimsieg in Folge der Gladbacher Minimalisten zufrieden. "Wichtig sind die Punkte heute", sagte der Belgier. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Favre sieht viel Positives

Seit neun Heimspielen ist Gladbach nun ungeschlagen. Im Vergleich zum 0:2 fünf Tage zuvor gegen Stuttgart zeigte sich die Elf kämpferisch und kombinierte teilweise gefällig.

"Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt, haben sehr aggressiv gespielt und sehr hoch gestanden", lobte Startelf-Rückkehrer Mike Hanke.

Sein Trainer analysierte gewohnt kritisch: "Der letzte Ball ist nicht richtig gekommen, die Ballannahme war zu oft nicht richtig gut." Aber, so Favre weiter: "Ich habe viele positive Sachen gesehen."

Nur zwei Zähler hinter Schalke

Mit nun 44 Punkten liegen die Gladbacher vorläufig nur noch zwei Punkte hinter dem FC Schalke, der als Tabellenvierter auf dem Rang für die Champions-League-Qualifikation steht.

Genüßlich können die Gladbacher am Samstag die Partie zwischen den Gelsenkirchenern und Eintracht Frankfurt verfolgen: Bei einem Schalker Sieg würden die "Fohlen" Platz 6 behaupten, lässt Königsblau Zähler bliebe Platz 4 in Schlagdistanz.

"Wir müssen so weitermachen, gute Spiele abliefern und die Punkte holen. Wenn wir das machen, wird es am Ende reichen", sagte Herrmann.

Ende der Achterbahnfahrt?

Doch zwei Dreier in Folge gelang den Gladbachern in dieser Saison noch nicht. In Wolfburg wollen sie die Achterbahnfahrt endlich stoppen und den eingeschlagenen Europa-Kurs halten.

"Wir sollten jetzt einfach mal nachlegen und zwei Siege in Folge holen, dann sieht das alles ganz gut aus", sagte Mlapa zu SPORT1.

Verhaegh: "Rote Karte zu hart"

Im Gegensatz zur Situation der Augsburger. "Die Rote Karte ist entscheidend, den Fehler haben wir leider gemacht", sagte FC-Trainer Markus Weinzierl.

Durch Platzverweis und Elfmeter waren die Gäste doppelt bestraft. "Vielleicht hätte Gelb gereicht", haderte Weinzierl.

"Die Rote Karte ist zu hart, weil sowohl Matthias Ostrzolek und ich noch in der Nähe sind und eingreifen können", meinte auch FCA-Verteidiger Paul Verhaegh.

Kein Vorwurf an Vogt

Verständnis zeigten die Mitspieler für den Unglücksraben Vogt. "Von uns gibt es keinen Vorwurf an Kevin", sagte Mittelfeldspieler Andre Hahn.

Auch in Unterzahl wehrten sich die Schwaben leidenschaftlich und blieben durch Konter gefährlich, wenn die Mühe auch letztlich vergeblich.

Sollte 1899 Hoffenheim bei Bayer Leverkusen überraschend gewinnen, droht dem FCA der Sturz auf den direkten Abstiegsplatz.

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