Die Selbstanzeige des Bayern-Präsidenten beim Finanzamt platzt in die Vorbereitung auf den Barca-Hammer. Hoeneß droht ein massiver Imageschaden.

Uli Hoeneß hat wegen eines Kontos in der Schweiz Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet. Diese Nachricht überraschte am Samstagmorgen nicht nur die deutsche Fußball-Szene.

Um eine Aussage darüber zu machen, welche Konsequenzen diese Selbstanzeige des Bayern-Präsidenten haben wird, ist es natürlich noch viel zu früh. Zu wenige Fakten sind bekannt.

Um welche Summen geht es? Ist Hoeneß' Selbstanzeige wirksam? Beschränken sich die Ermittlungen ganz und gar auf die Privatperson Uli Hoeneß oder ist auch der FC Bayern in irgendeiner Weise betroffen?

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All diese Fragen kann nur die Staatsanwaltschaft München beantworten.

Die Enthüllung zu Hoeneß' Konto in der Schweiz kommen aber in jedem Fall zur Unzeit. Seit der Auslosung des Champions-League-Halbfinals am vorvergangenen Freitag fiebern die Mannschaft, der Verein und letztlich ganz München dem Duell mit dem großen FC Barcelona entgegen.

Die Bayern-Elf von Trainer Jupp Heynckes, in Rekordzeit Deutscher Meister geworden, will beweisen, dass sie reif für den ganz großen Titel ist und auf dem Weg dahin auch vom Vorbild Barca nicht aufgehalten werden kann.

Der Konzentration auf dieses Ziel sind die Berichte und die Aufregung um Hoeneß sicher nicht förderlich.

Unabhängig vom Ausgang der Partien gegen Barca ist aber auch schon klar, dass die Selbstanzeige für Hoeneß einen gewaltigen Imageschaden bedeutet.

Gerade der Bayern-Präsident, der sich erst vor ein paar Tagen wieder vehement über die Pleiteklubs in Europas Fußball echauffiert hat, präsentiert sich ja gerne als das gute Gewissen der Branche. Auch durch sein lobenswertes ehrenamtliches Engagement hat sich Hoeneß viel Anerkennung erworben.

Auch wenn der Ausgang der Ermittlungen natürlich abgewartet werden muss, hinterlässt schon der Verdacht der Steuerhinterziehung einen schalen Beigeschmack.

Hoeneß' Reputation liegt nun in den Händen der Münchner Staatsanwaltschaft. Das ist die Institution, die der Bayern-Präsident im Zuge des Falls Breno mehrfach massiv kritisiert hatte.

Am Samstag hörte sich das schon ganz anders an. Er vertraue "voll und ganz auf die Arbeit der mit dem Fall befassten Behörden", ließ Hoeneß verlauten.

Etwas anderes bleibt ihm jetzt auch nicht mehr übrig.

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