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Das Hinspiel zwischen Nürnberg und Fürth (Polter,l., gegen Pekovic) endete 0:0 © getty

Am Sonntag könnte Fürth als erster Absteiger feststehen. Stuttgart und Freiburg treffen sich zum zweiten Derby in fünf Tagen.

Nürnberg/Stuttgart - Der neue Deutsche Meister steht mit dem FC Bayern bereits seit zwei Wochen fest.

Am Sonntag, so gegen 19.15 Uhr, könnte bei dann noch vier ausstehenden Spieltagen auch im Schattenreich der Bundesliga vorzeitig die erste Entscheidung offiziell werden:

Die SpVgg Greuther Fürth, im Sommer zum ersten Mal aufgestiegen, hat schon zwölf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Luft ist raus

Der Spielplan will es, dass die wohl letzte Ausfahrt für Fürth ausgerechnet Nürnberg ist.

Das Kleeblatt muss zum Club, 90 Minuten Frankenderby, zum 256. Mal. (ab 17.15 im LIVE-TICKER)

Vor dem 255. Mal war die Aufregung noch ziemlich groß, es war ja das erste Mal, dass sich beide Vereine als Bundesligisten gegenüber standen.

Das eher hässliche Spiel endete 0: 0. Diesmal aber ist ein bisschen die Luft raus - was sich allein schon daran erkennen lässt, dass zu viel von Ehre die Rede ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fürth gibt auf

Mit dem Derby könne Fürth die Saison "einigermaßen versöhnlich" ausklingen lassen, sagt Torhüter Wolfgang Hesl. Die Fürther haben sich allerdings schon aufgegeben.

An ihrem Stadion hängt längst ein Plakat, auf dem sinngemäß steht, dass die Bundesligisten sich noch ärgern werden, wenn sie nicht mehr gegen Fürth spielen können.

Und außerdem läuft der Ausverkauf der Mannschaft derart rasant, dass einer Reihe von Spielern das Derby fast egal sein dürfte.

"Drehen an der Gefühlsschraube"

Trainer Frank Kramer, schon der dritte Verantwortliche auf der Bank der Fürther in dieser so trostlosen Saison, hält aber ohnehin nicht viel von pathetischen Ankündigungen seiner Spieler.

"Man kann nichts wiedergutmachen und nie Punkte, die man über die Saison verschenkt hat, wiederholen", sagte er im Interview mit der "Nürnberger Zeitung".

Immerhin betont er, dass die Mannschaft es dem Umfeld schuldig sei, an dieser "Gefühlsschraube zu drehen".

Stimmungsbarometer Derby

Club-Trainer Michael Wiesinger weiß natürlich auch, dass das Derby zumindest für das Umfeld von großer Bedeutung ist, "deshalb ist mir auch klar, dass das Ergebnis die Stimmung beeinflussen wird".

Genau genommen heißt das, "dass man sich auch auch etwas kaputtmachen kann".

Eine Niederlage gegen Fürth ist für Nürnberg immer eine Blamage, und diesmal wäre sie es erst recht, nun, da Fürth ja absteigt.

Chance auf Europa League

Und um ein bisschen was geht es schließlich doch noch für den 1. FC Nürnberg.

Weil die anderen Mannschaften nun scheinbar überhaupt nicht wollen, hat der Club immer noch eine realistische Chance auf die Europa League.

Nur vier Punkte Rückstand sind es auf Rang sechs - und Sportvorstand Martin Bader hat das Träumen nun sogar erlaubt, "so lange es die Tabellensituation zulässt".

Der Club hat zuletzt 2007/2008 international gespielt - und ist dabei abgestiegen.

Stuttgart gegen Freiburg, die Zweite

Während der 1. FCN vom internationalen Geschäft noch träumt, hat sich der VfB Stuttgart unter der Woche bereits für die Europa League qualifiziert.

Die Schwaben zogen in einem umkämpften Halbfinal-Derby ins Pokalfinale ein. Gegner war der Lokalrivale SC Freiburg, auf den die Stuttgarter auch am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) wieder treffen.

Für VfB-Trainer Bruno Labbadia war der Sieg nur kurz ein Grund zur Freude, nach dem Einzug ins Finale nutzte er die Leistung seiner Mannschaft vor allem zur Abrechnung mit den Kritikern.

"Psychologiebuch Nummer 1"

Deutlich besser ist die Laune erstaunlicherweise beim Verlierer SC Freiburg.

Für Trainer Christian Streich hat die Rückkehr an den Ort der Niederlage vom Mittwoch sogar therapeutische Aspekte:

"Vergangenheitsbewältigung. Es ist nicht schlecht, wenn man relativ zeitnah an die Orte geht, wo es nicht so toll war. Vielleicht erkennt man dann doch ein paar schöne Dinge - klassisches Psychologiebuch Nummer eins."

Freiburg respektiert den Spielplan

Streich geht also gewohnt lässig mit einer Niederlage um und konzentriert sich schon wieder auf das nächste Spiel.

Dass nun die zweite Partie gegen Stuttgart in fünf Tagen ansteht, ist für den Trainer ebenfalls kein Problem. Im Gegenteil:

"Wir sind tatsächlich bestrebt, uns an den Spielplan zu halten. Sie müssen keine Angst haben, dass wir nicht kommen - außer, wir stehen wieder im Stau."

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