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Thomas Schaaf ist seit Mai 1999 Trainer bei Werder Bremen © getty

Werder verliert zu Hause gegen Wolfsburg und bleibt in Abstiegsgefahr. Geschäftsführer Eichin hält aber weiter zum Coach.

Bremen - Thomas Schaaf wirkte arg gereizt.

"Wenn ich hier im Weg stehen sollte, dann trete ich zur Seite", sagte der Trainer von Werder Bremen nach dem 0:3 (0:2) gegen den VfL Wolfsburg bei "Sky": "Aber wir hatten heute eine Situation auf dem Platz, und nur damit beschäftige ich mich."

Und nicht nur er. Die Bremer Fans sind eigentlich für ihre Loyalität bekannt, doch nach der erneuten Schlappe ließen die Anhänger ihrem Frust freien Lauf.

Lautstark wurde die eigene Mannschaft ausgepfiffen, schon während des Spiels hatten die Anhänger mehrfach ihren Unmut bekundet. Der Gegenwind an der Weser nimmt zu.

Eichin stärkt Schaaf

Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin stärkte Schaaf jedoch einmal mehr den Rücken: "Wenn jeder Spieler soviel Leidenschaft und Kampfeslust wie er an den Tag legen würde, dann hätten wir ein anderes Spiel gesehen."

Konsequenzen soll es nun für die Spieler geben.

"Thomas ist von der Mannschaft komplett im Stich gelassen worden. Die Art der Trainingsführung und die Art generell wird sich diese Woche sicherlich ein bisschen ändern", sagte Eichin.

"Das ist ein Schock"

Voerst hatten die Profis aber mit ihrer Leistung zu kämpfen. "Das ist ein Schock", sagte Clemens Fritz bei LIGA total! und suchte nach Gründen für die bittere Niederlage: "Was wir in der ersten Halbzeit abgeliefert haben, war beschämend."

Der Wolfsburger Abwehrchef Naldo, der genauso wie Sportdirektor Klaus Allofs erstmals wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, hatte die Gründe für Bremens Misere hingegen sofort parat.(705818DIASHOW: Der 30. Spieltag)

"Werder hat so eine gute Mannschaft", sagte der Brasilianer: "Aber sie hat heute nicht zusammengespielt."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) Die Situation in Bremen tue ihm weh, sagte Naldo. Mit 32 Punkten gerät Werder mehr und mehr in den Abstiegskampf.

Naldo lobt Schaaf

"Aber Thomas Schaaf ist ein guter Trainer. Er wird die Fehler unter der Woche ansprechen und dann werden sie nächste Woche versuchen, auswärts zu gewinnen", erklärte Naldo.

Bereits nach 13 Minuten hatte Youngster Maximilian Arnold (13.) die hocheffizienten "Wölfe" in Führung gebracht, Ivica Olic (27.) und der Ex-Bremer Diego per Foulelfmeter (66.) erzielten die weiteren Tore.

Werder wartet nun schon seit neun Spielen auf einen Sieg. Der Abstand auf den 16. Rang beträgt aber durch die Niederlage von Augsburg am Freitag (0:1 in Mönchengladbach) nach wie vor fünf Punkte.

Eiskalte "Wölfe"

Wolfsburg kletterte durch den ersten Dreier nach vier Unentschieden in Folge zumindest bis Sonntag an Stuttgart vorbei auf Platz zwölf.

Mit nun 37 Punkten dürfte das Thema Abstieg für den VfL endgültig vom Tisch sein. Mit dem siebten Dreier auf des Gegners Platz bestätigten die Gäste erneut ihre Auswärtsstärke.

Die "Wölfe" spielten abgeklärt und nutzten ihre Gelegenheiten eiskalt.

Olic umkurvt Mielitz

Zunächst traf der 18-Jährige Arnold mit einem Flachschuss unbedrängt aus 20 Metern, dann umkurvte Olic nach einem Traumpass des starken Vieirinha Werder-Schlussmann Sebastian Mielitz und schob aus spitzem Winkel ins leere Tor ein.

Dem dritten Treffer ging ein Foulspiel von Özkan Yildirim an Vieirinha voraus.

Ganz anders als der VfL präsentierten sich die Gastgeber: Harmlos, ideenlos, kopflos - Bremen agierte über fast die gesamten 90 Minuten erschreckend schwach.

Trotz der Rückkehr einiger Leistungsträger fehlte dem Bremer Spiel eine klare Linie. Schon zur Halbzeit gab es ein gellendes Pfeifkonzert der 41.000 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion.

Werder praktisch ohne Chancen

Bis dahin hatte Werder kaum gefährliche Offensivaktionen zu bieten gehabt. Eine verunglückte Flanke des Startelf-Rückkehrers Clemens Fritz war für VfL-Keeper Diego Benaglio kurz vor der Pause die einzige Möglichkeit, sich auszuzeichnen.

Im zweiten Durchgang spielte Werder zwar etwas druckvoller, doch klare Chancen blieben zunächst Mangelware.

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