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Mats Hummels (l.) wechselte 2008 von Bayern München nach Dortmund © getty

BVB-Coach Klopp ist mit der lockeren Generalprobe gegen Mainz zufrieden. Doch der Abwehrchef warnt seine Teamkollegen eindringlich.

Von Christoph Lother und Thorsten Langenbahn

München/Dortmund - Es war kein Feuerwerk, was Borussia Dortmund seinen Fans bei der Generalprobe zum Spiel des Jahres bot.

Doch Jürgen Klopp war nach dem 2:0 (1:0)-Pflichtsieg über Mainz 05 vollauf zufrieden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Dadurch, dass sich keiner verletzt hat, war es ein perfekter Tag", bilanzierte der Coach und blickte voller Vorfreude aufs Champions-League-Halbfinale am Mittwoch:

"Wir spielen gegen den größten Verein der Welt, wir werden bereit sein für Real und alles geben. Denn wenn man schon einmal im Halbfinale steht, dann will man natürlich auch ins Endspiel."

Vor dem Tor zu fahrlässig

Allerdings dürfte der teils unkonzentrierte und phasenweise extrem fahrlässige Auftritt des BVB wieder den einen oder anderen Kritiker auf den Plan rufen.

23:7 lautete die Torschussbilanz am Ende zu Gunsten der Borussia.

Getroffen hatten allerdings nur ganz früh Marco Reus (1.) und recht spät Robert Lewandowski (87.). ( 705818 DIASHOW: Der 30. Spieltag )

Dazwischen ließen die Schwarz-Gelben zahlreiche Chancen aus, die sie gegen Real in dieser Vielzahl wohl erst gar nicht bekommen werden.

"Real wird nicht so tief stehen wie Mainz"

Schließlich werde "Real bei weitem nicht so tief stehen wie die Mainzer heute" und vermutlich auch "deutlich aggressiver auftreten als noch in den beiden Gruppenspielen", so die Einschätzung von Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels vor dem dritten Kräftemessen mit dem spanischen Rekordmeister in dieser Saison.

Durch die Ergebnisse in der Vorrunde, in der die Dortmunder zu Hause mit 2:1 gegen Real gewonnen und im Rückspiel ein 2:2 erkämpft hatten, sei der kommende Gegner gewarnt, so Hummels weiter.

Auf das erste Champions-League-Halbfinale der Borussia seit 15 Jahren wollte Hummels die Nachlässigkeiten im Dortmunder Offensivspiel aber nicht zurückführen:

"Das hat nichts mit Real zu tun. Das hatten wir in dieser Saison schon öfter, dass wir 1:0 führen und der Gegner trotzdem nicht angreift. Das Ergebnis davon ist, dass wir ein bisschen träge und langsamer werden. Das hat uns schon einige Punkte gekostet."

Hummels' eindringlicher Appell an die Teamkollegen

Daher richtete der Nationalspieler mit Blick auf Real einen eindringlichen Appell an seine Teamkollegen.

"Mit der Zeit wurden wir etwas passiver und haben uns viele einfache Fehler geleistet, die zu schnellen Gegenangriffen der Mainzer geführt haben", sagte der Abwehrchef.

Hummels fordert gegen Madrid eine Leistungssteigerung der gesamten Elf: "Sonst bekommen wir die Hütte voll."

Sich selbst nahm er bei seiner Kritik nicht aus und sagte zu SPORT1 in Bezug auf seine eigene Leistung: "Ich hoffe, dass das am Mittwoch zwei, drei Prozent besser läuft."

Mainzer Defensivtaktik schläfert BVB ein

Zwar war der BVB gegen Mainz über die gesamte Spielzeit hinweg das klar überlegene Team, wurde aber nach Reus' Blitztreffer nach nur 33 Sekunden von den stark verunsicherten 05er kaum noch gefordert.

Lewandowski machte schließlich mit seinem zwölften Tor in Folge den Deckel drauf.

"Wir wollten die Mainzer unter Druck setzen. 15 Minuten ist uns das gut gelungen, danach haben wir ein bisschen nachgelassen" , resümierte Marcel Schmelzer.

Eine Laxheit, die den BVB gerade vor und nach wichtigen internationalen Spielen in dieser Saison frühzeitig den möglichen dritten Meister-Titel in Folge gekostet hat.

"Wir haben nie aufgegeben", betonte Schmelzer dennoch und verwies auf die Maximalausbeute von 15 Zählern in den zurückliegenden fünf Liga-Partien:

"Wir wollen die Saison unbedingt als Zweiter abschließen."

Erneute Champions-League-Teilnahme gesichert

Dieses Ziel haben die Borussen fast erreicht.

Acht Punkte beträgt der aktuelle Vorsprung des Tabellenzweiten auf den Dritten aus Leverkusen, die direkte Qualifikation für die Königsklasse hat der BVB nach dem Sieg gegen Mainz sicher.

Mainzer Europapokal-Träume wohl dahin

Die Gäste aus Rheinhessen dürften dagegen nach der dritten Niederlage in Folge nicht mehr vom internationalen Geschäft träumen.

"Wenn man drei Spiele hintereinander verliert hat sich das erledigt", ärgerte sich Julian Baumgartlinger.

"Wir müssen erst einmal wieder gewinnen, dann kann man über etwas anderes reden."

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