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Angefressen: Horst Heldt ist seit Juli 2010 im Vorstand des FC Schalke 04 © getty

Nach dem herben Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Quali in Frankfurt attackiert Manager Horst Heldt vehement das Team.

Frankfurt/Main - Auf die Frage nach den Konsequenzen der Pleite hatte der gereizte Horst Heldt nur gewartet.

"Vielleicht sollte ich den Spielern die Freundschaftsspiel-Tournee zeigen, die wir in der kommenden Saison jeden Dienstag und Mittwoch absolvieren werden", sagte der geladene Manager von Schalke 04.

"Ich stelle mich darauf ein, mit der Mannschaft unter der Woche auf Tour zu gehen."

Heldt redete sich nach dem bitteren 0:1 bei Eintracht Frankfurt (Bericht) in Rage und nahm dabei die Profis ins Visier. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Entweder man will etwas oder nicht. Wir wollen anscheinend nichts", schimpfte er im Anschluss an den heftigen Rückschlag im Kampf um die Teilnahme an der Champions League. (705818DIASHOW: Der 30. Spieltag)

Sieben Punkte hinter Leverkusen

Schalke liegt vier Spieltage vor Saisonende bereits sieben Punkte hinter dem Dritten Bayer Leverkusen, der Abstand auf den achten Platz beträgt nur noch zwei Zähler.

"Ich kann die Leistung nicht erklären. Vielleicht sind die Spieler zu jung, um zu begreifen, um was es geht", sagte der frühere Profi, bei dem am Ende sogar Resignation zu spüren war:

"Was soll ich noch reden? Es funktioniert schon seit gefühlten 50 Jahren bei Schalke nicht."

S04 mit zahlreichen Chancen

Dabei hatte es vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena zu Beginn noch gut funktioniert. Die Königsblauen waren überlegen und hatten zahlreiche Chancen.

Doch nachdem Michel Bastos mit einem Handelfmeter am überragenden Frankfurter Torwart Oka Nikolov gescheitert war (24.), ging alles schief.

Erst traf Marco Russ für die Gastgeber (41.), dann verweigerte der schwache Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) den Schalkern einen regulären Treffer durch den Finnen Teemu Pukki (47.).

Am Ende eines unterhaltsamen Spiels mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten stand die erste Schalker Niederlage nach 13 ungeschlagenen Punktspielen gegen die Hessen.

Keller zeigt Größe

Immerhin zeigte Trainer Jens Keller, der nach wie vor um einen Vertrag für die kommende Saison kämpft, nach dem Schlusspfiff Größe.

Der Coach, der von 2002 bis 2005 als Spieler bei der Eintracht unter Vertrag gestanden hatte, verzichtete auf die sonst üblichen Schuldzuweisungen in Richtung des Referees.

"Soll ich jetzt bei der Leistung des Schiedsrichters anfangen? Ich habe genug mit der Leistung meiner Mannschaft zu tun", sagte der frustrierte Keller:

"Nach dem Elfmeter haben wir uns selbst aus dem Spiel genommen. Mit den gesamten letzten 70 Minuten bin ich sehr unzufrieden."

Selbstkritik und Schiedsrichter-Schelte

Im Gegensatz zu ihrem Trainer versuchten es die Profis mit einer Mischung: Selbstkritik paarte sich mit Schiedsrichter-Schelte.

"Der Schiedsrichter hat seinen Teil zu der Niederlage beigetragen. Aber wir müssen uns die Schuld selbst zuschreiben. Wir haben unsere Leistung in einer entscheidenden Phase nicht gebracht", sagte Kapitän Benedikt Höwedes, der mit seinem Klub nur noch einen Punkt vor der Eintracht liegt:

"Für uns geht es nur noch darum, den vierten Platz zu holen - das wird schwer genug."

Hildebrand schwer genervt

Während Höwedes gefasst wirkte, konnte sich Torhüter Timo Hildebrand auch weit nach Abpfiff nicht beruhigen. Der Ex-Nationaltorwart hatte es auf Perl abgesehen.

"Ich rege mich immer noch auf. Klar hatten wir viele Torchancen, klar hat Nikolov gut gehalten, aber Fußball ist ein Zweikampfsport", schrieb Hildebrand bei Facebook:

"Das war heute leider nicht möglich. Man muss ja immer vorsichtig sein, wenn man was über den Schiri sagt, aber ich frage mich, wie man so pfeifen kann."

Heldt dementiert Santana-Deal

Ob sich Hildebrand ab der kommenden Saison gemeinsam mit Felipe Santana ärgern darf, ist derweil noch offen.

Heldt dementierte Berichte über eine Einigung mit dem Dortmunder Innenverteidiger.

"Es gibt keinen Kontakt zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund bezüglich Felipe Santana", sagte Heldt bei LIGA total!.

Laut "Bild"-Zeitung ist der Transfer beschlossene Sache, allerdings seien noch Details zu klären.

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