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Verpassten den Sprung auf Platz vier: Die Profis des SC Freiburg © getty

Durch zwei 1:2-Niederlagen in Stuttgart binnen fünf Tagen verspielt Freiburg das Pokalfinale und den Sprung auf Platz vier.

München/Stuttgart - Es ist so ein bisschen die Phrase der Saison beim SC Freiburg.

Vom "Fluch der guten Tat" war da oft zu lesen. Und dass der Sportclub dafür bestraft werde, eine der erfolgreichsten Saisons der Klubhistorie zu spielen.

Und so kann sich Trainer Christian Streich noch so sehr bemühen, Understatement walten zu lassen. Die zweite 1:2-Niederlage beim VfB Stuttgart binnen weniger Tage (Bericht) tat den Breisgauern weh. (705818DIASHOW: Der 30. Spieltag)

Denn: Diese beiden Spiele gegen den Rivalen aus der Landeshauptstadt hätten aus einer sehr guten eine fantastische Saison machen können, Pokalfinale und Champions-League-Qualifikationsplatz vier inklusive. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schuster reagiert trotzig

Wie gesagt: Hätte.

"Das war keine schöne Woche", sagte der Julian Schuster bei "Sky", "aber wir lassen uns unsere Saison davon bestimmt nicht kaputtmachen."

Der Sportclub schnuppert im Saisonendspurt weiter an der ganz großen Sensation. Doch das alles passiert im Wissen darum, dass der aktuelle Erfolg aufgrund der schon feststehenden Wechsel von Max Kruse (Gladbach) und Jan Rosenthal (Frankfurt) womöglich eine Eintagsfliege bleiben könnte.

Die Moral stimmt

"Wir machen das ganz gut, waren absolut auf Augenhöhe, aber Stuttgart macht wieder die Tore", sagte SCF-Trainer Streich nach Abpfiff sichtlich frustriert. Vor allem waren es dieses Mal grobe individuelle Fehler der sonst so sattelfesten Freiburger Abwehr, die die Tore von Christian Gentner (33.) und Vedad Ibisevic (42.) ermöglichten.

Unkonzentriertheiten, die das Spiel entschieden - wie schon im Pokal am vergangenen Mittwoch. Dass die Gäste nach Ivan Santinis Anschlusstreffer (88.) fast noch zum Ausgleich durch Matthias Ginter in der Schlussminute kamen, spricht zumindest für die Moral der Truppe.

Endspiel gegen Schalke?

"Wir sind toll wieder aufgestanden nach dem Pokal, das war richtig klasse. Ich mache niemandem einen Vorwurf", sagte Streich.

Sicher, noch ist alles möglich für Freiburg, mit 45 Punkten sind sie nach wie vor mittendrin im Geschäft um Europa. Kommende Woche steht das Auswärtsspiel bei den zurzeit scheinbar unschlagbaren Bayern an, am letzten Spieltag steigt womöglich ein Endspiel um Platz vier gegen Schalke 04.

Stuttgart im Gefühlshoch

Wie zwei Spiele das Pendel ins Positive schlagen lassen können, sieht man hingegen in Stuttgart.

Die Schmährufe gegen das Präsidium und Trainer Labbadia aus der Fankurve wirken wie weggeblasen, obgleich erst wenige Wochen alt.

Drei Heimsiege binnen acht Tagen haben die Fans versöhnt: Es wartet das Pokalfinale gegen die Bayern. Und es ist sicher, dass man auch kommende Saison international spielt.

Labbadia: "Kaum perfekter"

Eine Woche, die für Labbadia "kaum perfekter" hätte verlaufen können. Der 2:0-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach hatte auch den letzten Funken Abstiegssorgen gelöscht, am Mittwoch folgte schließlich die Qualifikation für die Europa League auch in der kommenden Spielzeit.

Entsprechend euphorisch war die Stimmung im Heimspiel gegen Freiburg, entsprechend befreit spielte die Mannschaft um den erneut starken Martin Harnik auf.

Seine Mannschaft habe "den Bock umgestoßen", ließ sich Labbadia zitieren. Auch eine Phrase, sicherlich.

Aber irgendwie positiver als die aus Freiburg.

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