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Frank Kramer (r.) feierte seinen ersten Sieg als Trainer der SpVgg Greuther Fürth © getty

Das Schlusslicht feiert den Sieg in Nürnberg wie eine Meisterschaft. Die Chance auf den Klassenerhalt bleibt aber minimal.

Nürnberg - Frank Kramer sprintete unter Jubelschreien mit erhobenen Fäusten los.

Fast wirkte es, als habe die SpVgg Greuther Fürth gerade die Deutsche Meisterschaft gewonnen, dabei hatte das weit abgeschlagene "Kleeblatt" nur seine Galgenfrist bis zum Abstieg aus der Bundesliga verlängert.

Doch das 1:0 (1:0) im 256. fränkischen Derby bei einem blamablen 1. FC Nürnberg (Bericht) war für die Fürther weit mehr als ein schnöder Sieg.

"Wir haben so häufig gut gespielt, aber heute hat es dann auch endlich einmal gereicht", sagte Trainer Kramer bei "Sky", nachdem er sich wieder gefangen hatte: "Gerade hier beim großen Nachbarn, das ist umso schöner."

Fürther Abstieg vertagt

Siegtorschütze Johannes Geis (27.) fügte hinzu, es sei "etwas Wunderbares, dieses Derby zu gewinnen".

Bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und vier ausstehenden Spielen hat die Spielvereinigung aber weiter nur eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Wiesinger: "Ein Scheißgefühl"

Nürnberg muss sich keine Sorgen machen, doch die peinliche Niederlage tat weh", wie Trainer Michael Wiesinger sagte: "Das ist ein Scheißgefühl!"

So richtig angefressen reagierte Torhüter Raphael Schäfer - auf die Frage, was dieses Ergebnis bedeute, antwortete er bissig: "Dass der 1. FC Nürnberg weiter Bundesliga spielt und Fürth in der zweiten Liga."

Für den Club war die Pleite gegen den kleinen Nachbarn ein höchstwahrscheinlich entscheidender Rückschlag im Kampf um die Europa League.

Sieben Punkte dürften nicht mehr aufzuholen sein.

Club trauert vergebenen Chancen nach

"Es ist bitter, dass wir unsere Heimserie ausgerechnet im Derby weggeben mussten. Wir hatten Chancen, auch viele Standards, aber letztendlich hat uns das Durchsetzungsvermögen gefehlt", resümierte Club-Coach Wiesinger nach der ersten Heim-Niederlage seit elf Spielen.

"Uns hat das nötige Quäntchen Glück gefehlt. Vielleicht haben wir es auch nicht genug erzwungen", zeigte sich Nürnbergs Hanno Balitsch bei LIGA total! verärgert.

Kramer hingegen gab erfreut zu Protokoll: "Wir haben ein sehr intensives Spiel gezeigt und das Tor mit viel Herz und Leidenschaft verteidigt. Wir sind heute für unseren Aufwand belohnt worden."

Fürther Antwort auf Nürnberger Spott

Schon vor dem Spiel hatten sich die Fürther als designierter Absteiger von den Nürnberger Fans viel Spott gefallen lassen müssen.

Doch die leidenschaftlich auftretenden Gäste ließen sich im ältesten deutschen Derby davon wenig beeindrucken.

Nürnberg gab zwar über weite Strecken den Ton an und war besonders bei Standardsituationen immer wieder gefährlich, konnte die zahlreichen Chancen aber nicht nutzen.

Geis-Hammer entscheidet das Spiel

So fiel der einzige Treffer des Tages auf der anderen Seite (705818DIASHOW: Der 30. Spieltag).

Geis nahm sich aus 25 Metern ein Herz, der Ball schlug neben dem Pfosten ein (26.).

Kurz darauf zeigte der 19-Jährige, dass sein erster Bundesliga-Treffer kein Zufall gewesen war - ein Freistoß verfehlte um Zentimeter das Ziel.

Alu-Pech für die Gastgeber

Nach dem Wechsel drängte der Club zwar auf den Ausgleich, das Glück blieb aber aufseiten der Fürther: Ein Kopfball von Balitsch sprang von der Unterkante der Latte auf die Linie (62.).

"Ich habe sofort den Assistenten gefragt, ob er drin war. Das hat er verneint. Dann muss man es akzeptieren", so der enttäuschte Balitsch bei LIGA total!.

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