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Dirk Dufner arbeitete seit 2007 als Sportdirektor für den SC Freiburg © getty

Freiburg und der Sportchef trennen sich einvernehmlich. Hannover-Boss Martin Kind bestätigt SPORT1 Gespräche mit Dufner.

München/Freiburg - Der SC Freiburg hat sich von Sportdirektor Dirk Dufner getrennt.

"Wir haben uns ganz fair getrennt. Es war vorbildlich. Ich kann hier ruhigen Gewissens gehen. Jetzt ist Zeit für etwas Neues", sagte Dufner der "Bild".

Die neue Aufgabe für Dufner dürfte nicht lange auf sich warten lassen, er ist heißer Anwärter auf die Nachfolge von Jörg Schmadtke bei Hannover 96.

"Es ist richtig, dass Dirk Dufner einer der Kandidaten ist. Ich habe heute mit ihm telefoniert. Es wird zeitnah weitere Gespräche geben. Er kommt unserem Anforderungsprofil sehr nah", sagte 96-Boss Martin Kind am Montag im Gespräch mit SPORT1.

Die Trennung von Freiburg erleichtere die Gesprächsführung, so Kind weiter: "Und es macht es einfacher, dass er uns zur Verfügung stehen könnte."

Die Entscheidung steht kurz bevor. "Wir wollen möglichst zeitnah eine Lösung präsentiert. Am besten noch in dieser Woche", erklärte Kind SPORT1.

Noch am Sonntag hatte Dufner bei LIGA total! bestritten, dass er als Nachfolger von Jörg Schmadtke nach Hannover wechseln wird.

Nerlinger steht nicht zur Verfügung

Bei den Niedersachsen war zuletzt auch Christian Nerlinger gehandelt worden. Der ehemalige Bayern-Manager hat am Montag aber Spekulationen zurückgewiesen, wonach er ein Kandidat bei 96 für die Nachfolge sei.

"In Hannover wird seit Jahren sehr gute Arbeit geleistet, aber ich stehe für eine Tätigkeit bei Hannover definitiv nicht zur Verfügung", sagte der 40-Jährige am Montag.

Auch der Name Dietmar Beiersdorfer war an der Leine zuletzt gehandelt worden. Kind erklärte in der "Neuen Presse Hannover" jedoch, der frühere Sportchef beim HSV (jetzt St. Petersburg) "wird es eher nicht".

Dufner und Freiburgs Präsident Fritz Keller waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ruhe im Breisgau gestört

Nach dem Weggang Dufners wird die Aufgaben des Sportdirektors zunächst auf zwei Personen verteilen.

Ab sofort übernehmen der 48 Jahre alte Klemens Hartenbach (Leiter der Scouting-Abteilung) und der 35 Jahre alte Jochen Saier (Leiter der Fußballschule) kommissarisch die Geschäfte beim Sport-Club.

Die Gerüchte über ein angebliches Zerwürfnis von Trainer Christian Streich und Dufner und die anhaltenden Spekulationen hatten die ansonsten gewohnte Ruhe im Breisgau zuletzt empfindlich gestört.

Nach dem 1:2 (0:2) der Freiburger am Sonntag im baden-württembergischen Duell beim VfB Stuttgart (Bericht) versuchten beide Protagonisten, mit TV-Auftritten die Lage noch zu entschärfen.

Klubchef Keller: "Keine Differenzen"

Streich und Dufner dementierten zunächst noch entsprechende Berichte, trotzdem herrschte am Montag große Unruhe an der Dreisam.

Zuletzt hatte der Klubchef Fritz Keller betont, dass er "keine Differenzen" zwischen Streich und Dufner wegen des drohenden Ausverkaufs der Mannschaft sehe: "Ich kann es keinem Spieler verübeln, wenn er dorthin geht, wo er das Fünf- oder Sechsfache verdient", sagte Keller:

"Es war schon immer so, dass wir der Durchlauferhitzer sind. Wir sind ein Ausbildungsverein. Das ist eine Gesetzmäßigkeit - die tut manchmal weh."

Konstruktive Streitkultur

Das Verhältnis zwischen Streich und Dufner soll in den vergangenen Wochen gelitten haben, weil Spieler wie Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) und Jan Rosenthal (Eintracht Frankfurt) den Verein sicher verlassen und andere Profis wie Daniel Caliguiri, Johannes Flum sowie Julian Schuster offenbar ebenfalls vor dem Abgang stehen.

Streich selbst räumte im "SWR" zwar ein, dass er und Dufner "kritisch miteinander" umgehen: "Ich meine, eine konstruktive Streitkultur sollte schon da sein, wenn man sich in einem Arbeitskreis bewegt."

Wechsel zuletzt bestritten

Von einem Zerwürfnis wollte der Coach aber nichts wissen: "Das ist völliger Blödsinn. Es werden irgendwelche Dinge kolportiert, die der Wahrheit überhaupt nicht entsprechen", sagte Streich:

"Der Dirk und ich sind gute Kollegen. Wir arbeiten zusammen, und wir tun alles, dass es so gut wie möglich läuft."

Diese Zusammenarbeit ist nun aber beendet.

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