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Thomas Schaaf ist seit 10. Mai 1999 Trainer von Werder Bremen © getty

Die Diskussionen um Bremens Trainer gehen weiter. Sportdirektor Eichin und Präsident Fischer halten am Urgestein fest - vorerst.

Bremen - Es sind zweifellos die schwierigsten Tage in der langen Karriere des Thomas Schaaf.

Auch zwei Tage nach dem 0:3-Debakel gegen den VfL Wolfsburg (Bericht) setzten sich die heftigen Diskussionen um die Zukunft des Trainers von Werder Bremen fort.

Doch Schaaf, dessen Denkmal an der Weser gehörig ins Wanken geraten ist, kann auf die Loyalität seiner Vorgesetzten zählen - vorerst.

Geschäftsführer Thomas Eichin und Präsident Klaus-Dieter Fischer halten auch nach neun Spielen ohne Sieg in Serie an dem 51-Jährigen fest. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Eichin: Kein Ultimatum

"Thomas wird auch in Leverkusen auf der Bank sitzen. Ich spreche nicht von einem Ultimatum", sagte Eichin am Montag.

"Wir sind uns momentan sehr sicher, dass wir aus dieser Situation mit Thomas Schaaf am besten rauskommen." Mehr gebe es dazu nicht zu sagen.

"Der Trainer steht nicht zur Diskussion", stellte auch der 72-jährige Fischer in der "Kreiszeitung Syke" klar.

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Schaaf schweigt

Schaaf wollte sich am Montag öffentlich erneut nicht äußern und verwies auf die Pressekonferenz am Donnerstag. Schon am Sonntag hatte er beharrlich geschwiegen. Intern wurde dagegen Klartext geredet.

"Wir haben am Samstag und am Sonntag und auch heute Morgen noch mal die Lage mit Thomas analysiert", sagte Eichin. Leverkusen dürfte für Schaaf zu einer richtungweisenden Partie werden.

Die Nerven an der Weser liegen blank. Weil die Lage des Bremer Traditionsklubs immer dramatischer wird, ist Schaaf längst nicht mehr unantastbar.

Medienberichte vom Montag, denenzufolge Schaaf im Sommer abgelöst werden könnte, dementierte Eichin energisch.

"Keine heilige Kuh"

Man müsse jetzt erst mal das nächste Spiel angehen und nicht "über irgendwelche Dinge diskutieren, die irgendwann mal irgendwann sein werden". Doch der 46-Jährige stellte auch klar, dass Schaaf "keine heilige Kuh" sei.

Seit dem 9. Februar (4:1 in Stuttgart) haben die Grün-Weißen nicht mehr gewonnen, die Niederlage gegen Wolfsburg deckte schonungslos auf, dass die Mannschaft mit der momentanen Situation überfordert ist.

Mit 59 Gegentoren hat Werder gemeinsam mit Hoffenheim die schlechteste Abwehr der Liga. Dass der Klub noch fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz besitzt, liegt in erster Linie an der Schwäche der Konkurrenz.

Steigender Druck

"Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat. Jeder von uns. Das weiß die Geschäftsführung, das weiß der Trainer und das wissen auch die Spieler", sagte Eichin: "Der Druck steigt."

Eichin, der seit seinem Amtsantritt Mitte Februar keinen einzigen Sieg seines neuen Klubs feiern durfte, bestritt zudem, dass Schaaf zu einem vorzeitigen Abschied bereit sei.

"Thomas redet überhaupt nicht vom Rücktritt, Thomas ist kämpferisch. Er wird die Situation meistern", sagte Eichin.

Große Verdienste

Schaaf halten bisher wohl auch seine großen Verdienste im Amt. Seit 1999 ist der gebürtige Mannheimer Werder-Trainer. In dieser Zeit gewann er die deutsche Meisterschaft (2004) und dreimal den DFB-Pokal (1999, 2004, 2009).

Schon als Spieler kickte Schaaf im Weserstadion. Ob er sein 14-jähriges Dienstjubiläum als Trainer am 10. Mai bei Werder jedoch erleben darf, hängt mit Sicherheit auch vom Ergebnis am Samstag in Leverkusen ab.

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