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Diego hat bislang in 75 Bundesligaspielen 34 Tore erzielt © getty

Einem Medienbericht zufolge hat Juventus Turin ein konkretes Angebot für Werders Spielmacher abgegeben. An der Weser reagiert man genervt.

Von Martin van de Flierdt

München - Es scheint wie ein Reflex:

Werder Bremens Spielmacher Diego (Porträt) liefert eine sehenswerte Vorstellung gegen einen europäischen Topklub ab. Und schon wird öffentlich die Frage aufgeworfen, wie lange er ähnliche Leistungen wohl noch im grün-weißen Trikot vollbringen wird.

Da am Mittwoch der AC Mailand in UEFA Cup an der Weser gastierte und mit ihm die versammelten italienischen Sportmedien, wurde nach dem Abpfiff fast zwangsläufig und zum wiederholten Mal ein möglicher Wechsel des Brasilianers in die Serie A thematisiert.

"Diego ist ein toller Spieler, der immer wieder gefährlich wird, von außerhalb und innerhalb des Strafraums", lobte Milans Trainer Carlo Ancelotti nach dem 1:1 (zum Spielbericht: Diego rettet Werder das Remis) höflich.

Und sagte durch die Blume, dass der AC mit Diego angesichts seiner derzeitigen Offensivbesetzung nichts anfangen könnte.

Angebliches Angebot abgelehnt

Also wurde das alte Thema Juventus wieder aufgeworfen. Die "Bild" will erfahren haben, dass die Turiner bereits ein konkretes Angebot für den Bremer Spielmacher bei Werder (zur Vereinsseite) eingereicht haben. Die Hanseaten sollen diese Offerte für den Brasilianer abschlägig beschieden haben.

Unter einer Ablöse von 20 Millionen Euro laufe nichts. An der Weser wird man langsam müde, derartige Geschichten zu dementieren.

Werder des Dementierens müde

"Wissen Sie, mit wie vielen dieser Meldungen wir das in den letzten Jahren getan haben?", antwortet Werder-Mediendirektor Tino Polster mit einer Gegenfrage, als Sport1.de den Wahrheitsgehalt der "Bild"-Meldung überprüft.

"Wenn wir das weiterhin täten, kämen wir mit der Arbeit nicht nach. Deshalb sind wir dazu übergegangen, Meldungen zu Diego nicht mehr zu kommentieren." Zumal die Erkenntnis, dass Juventus Werders Spielmacher wirklich verpflichten möchte, keineswegs gesichert ist.

"Ich weiß nicht, ob die Turiner mich haben wollen", wird Diego selbst von der "Gazzetta dello Sport" zitiert. "Es kann sein. Darüber würde ich mich sehr freuen." Diegos Berater wird auf Anfrage von Sport1.de deutlicher.

Berater: "Es gibt keine Anfragen"

"Im Moment gibt es keinerlei Anfragen", sagt Leonardo Scheinkman. "Im Mai wird sich Diego mit Werder zusammensetzen und die Lage besprechen. Er hat ja noch Vertrag bis 2011."

Dass Juventus-Coach Claudio Ranieri jüngst äußerte, Diego passe nicht ins Turiner 4-4-2-Spielkonzept, ist für Diego selbst allerdings kein Ausschlusskriterium für einen Wechsel zu den Bianconeri..

Ende ist nicht absehbar

"Ich habe schon in der Vergangenheit ohne Probleme in diesem System gespielt", behauptet er. "Ich glaube, dass ich mit meiner Spielweise sehr wohl im zentralen Mittelfeld zurechtkomme." Ob und inwiefern das Bremer Spiel gegen Mailand Ranieri davon überzeugt hat, ist nicht überliefert. (Diego sticht Ronaldinho aus)

Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Trainer danach gefragt wird. Mit der Antwort Ranieris dürfte Diego wohl schon am Samstag nach dem Bremer Spiel in Cottbus (ab 15 Uhr LIVE ) konfrontiert werden. Und dann geht das öffentliche Pingpong-Spielchen lustig weiter.

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