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Rudi Assauer war von 1981 bis 1986 und 1993 bis 2006 Schalkes Manager © imago

Der ehemalige Manager spricht dem Kader die Qualität ab, geht mit der Führung ins Gericht und ist enttäuscht von seinem Nachfolger.

München - Mit herber Kritik an Mannschaft, Klub-Führung und Trainer hat Ex-Manager Rudi Assauer zum verbalen Rundschlag gegen seinen ehemaligen Klub Schalke 04 ausgeholt.

Assauer begründete das derzeitige sportliche Mittelmaß der Königsblauen in einem Interview mit der "WZ" und dem "Bonner General-Anzeiger": "Mit dem Spielermaterial, dass bei Schalke derzeit vorhanden ist, kann auch nicht viel mehr 'rauskommen."

Wenn Assauer auf die letzten fünf Jahre zurückblicke, "dann steht diese Mannschaft rein fußballerisch an letzter Stelle". Es sei nicht besser, sondern schlechter geworden. Außerdem gäbe es durch Disziplinlosigkeiten immer neue Baustellen, die aufgerissen würden.

Es sei kein Fortschritt zu sehen, im Gegenteil. "Der Klub geht nach unten", sagte Assauer, der zudem bemängelte: "Es hat den Anschein, dass viele Spieler schludrig sind. Nur wenige setzen sich voll für das Team ein."

Trainer Fred Rutten traut Assauer offenbar die Wende nicht zu: "Das, was ich gesehen habe, deutet nicht an, dass die Mannschaft nach oben durchstartet. Im Moment ist der Ablauf mit all den neuen Gedanken und Ideen, die da waren, ins Stocken geraten."

Enttäuschung über Müller

Tief enttäuscht zeigte sich Assauer bezüglich der Kritik seines Nachfolgers und "Ziehsohnes" Andreas Müller, der Assauer "proletenhaftes Herumschreien in der Presse" unterstellt hatte.

"Ich habe mich über Andreas Müller noch nie negativ geäußert. Ich bin sehr überrascht von seinem Angriff. Das ist schon sehr enttäuschend. Mal gucken, ob ich es mit ihm wieder hinbekomme." Assauer kritisiert besonders die mangelnde Fußball-Kompetenz in der Vereinsführung.

"Alle geben ihren Senf dazu"

"Jetzt geben alle möglichen Leute ihren Senf zu sportlichen Dingen ab. Diese Leute glauben mittlerweile, sie haben Ahnung vom Fußball. Alles, was jetzt in und um diesen Klub passiert, erinnert an Zeiten, von denen wir glaubten, dass sie schon hinter uns liegen. Das Ergebis daraus ist sichtbar."

Assauer prophezeit seinem Ex-Klub sportlich und wirtschaftlich schwere Zeiten, sollte die Saison nicht erfolgreich enden.

"Dann wird es umso schwieriger, einen Aufbau zu beginnen." Denn: "Geld schießt Tore."

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