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Abstiegsgefährdet: (v.l.) Markus Weinzierl, Thomas Schaaf, Markus Gisdol und Norbert Meier © getty

1899, Augsburg, Düsseldorf oder sogar Werder? Mindestens einen erwischt es noch im Abstiegskampf. Die SPORT1-Analyse.

Von Christian Paschwitz

München - Im Tabellenkeller der Bundesliga geht die Angst um:

Neben dem designierten Absteiger Greuther Fürth wird sich noch mindestens ein weiterer Klub in die Zweite Liga verabschieden. Relegationsplatz 16 verheißt ebenfalls nicht unbedingt ein Happy End im Kampf um den Klassenerhalt.

Vier Spieltage vor Saisonschluss hat 1899 Hoffenheim (24 Punkte) dabei die schlechtesten Karten - noch vor dem FC Augsburg (27).

Doch auch Fortuna Düsseldorf (30) und Werder Bremen (32) könnte es noch in den Abgrund reißen. Die SPORT1-Analyse. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

1899 Hoffenheim:

Restprogramm:

Nürnberg (H), Bremen (A), Hamburg (H), Dortmund (A)

Das spricht gegen eine Rettung:

Drei Trainer plus ein Manager verschlissen, Keeper Tim Wiese degradiert, Nachfolger Heurelho Gomes verletzt, und nach wie vor herrscht Unruhe.

Personell ist auch unter Markus Gisdol, im Kraichgau bereits der vierte Coach in dieser Saison, noch immer keine Handschrift erkennbar.

Das 0:5 zuletzt gegen Leverkusen war ein herber Rückfall in alte Erfolgslos-Zeiten und relativiert die Siege gegen die Tabellennachbarn Fürth und Düsseldorf.

Das lässt hoffen:

Viel gibt es nicht, was zuversichtlich stimmt. Selbst Gisdol wirkt so, als habe er die Hoffnung aufgegeben.

"Es gibt ein Leben nach dieser Saison", hatte der Coach im SPORT1-Interview erklärt.

Nach den vielen Personal-Querelen hinterlässt allenfalls die neue Zufalls-Nummer-Eins Koen Casteels einen guten Eindruck - ungeachtet der fünf Gegentore gegen Leverkusen.

Das SPORT1-Fazit:

1899 wird es wohl erwischen.

Dass Gisdol nun nochmals ein Quartett aussorttiert (Luis Advincula, Afriyie Acquah, Takashi Usami und Filip Malbasic) dürfte kaum die erhoffte Initialzündung geben.

Auch das Restprogramm, in dem noch Werder wartet, spricht nicht unbedingt für 1899.

[kaltura id="0_935sf998" class="full_size" title="Was sagen Strunz"]

FC Augsburg:

Restprogramm: Stuttgart (H), Freiburg (A), Bayern (A), Fürth (H)

Das spricht gegen eine Rettung:

In den verbleibenden Partien springt von der Papierform her für Augsburg nur noch gegen Fürth ein Dreier heraus.

Personell beutelt das Team von Trainer Markus Weinzierl obendrein die Rot-Sperre für Kevin Vogt.

Das 0:1 in Gladbach war zudem ein Dämpfer nach dem 2:0-Husarenstück zuvor gegen Frankfurt.

Das lässt hoffen:

Vor allem psychologisch sind die Augsburger im Vorteil. 18 der 27 Punkte wurden in der Rückrunde geholt, der im Winter fast für unmöglich gehaltene Sprung auf den Relegationsplatz geschafft.

Und: Auch im Vorjahr gelang der Klassenerhalt noch dank einer furiosen zweiten Saisonhälfte.

"Das macht Mut", betont Weinzierl immer wieder, dessen Team auch mit Blick auf die möglichen Entscheidungsduelle gegen den Zweitliga-Dritten (wohl Kaiserslautern oder Köln) stärker erscheint.

Das SPORT1-Fazit:

Augsburgs ist mannschaftlich gefestigt und packt es erneut - wenn wohl diesmal erst im Nachsitzen.

Die Bayrisch-Schwaben haben zumindest mehr Qualität als Hoffenheim, bewiesen das mit Überraschungscoups beim HSV und in Bremen.

Selbst bei Pleiten wie in Dortmund (2:4) und in Leverkusen (1:2) gab es hoffnungsvolle Vorstellungen.

Fortuna Düsseldorf:

Restprogramm: Dortmund (H), Frankfurt (A), Nürnberg (H), Hannover (A)

Das spricht gegen eine Rettung:

Seit acht Partien (1:0 gegen Fürth) hat die Fortuna nicht mehr gewonnen, das 0:3 bei Direktkonkurrent Hoffenheim wirkt noch immer nach. Nach der Pleite zuletzt beim HSV platzte Manager Wolf Werner deshalb der Kragen: "Unsere Ausreden kotzen mich an!"

Unruhe beschert überdies der Wechsel von Johannes van den Bergh zu Hertha BSC Berlin.

Mancher Beobachter unkt schon vom Ausverkauf. Sechs Verträge laufen bei F95 aus: Keeper Fabian Giefer soll bereits mit Schalke verhandelt haben, Robbie Kruse bei Gladbach und Leverkusen begehrt sein.

Das lässt hoffen:

Noch immer sind es drei Punkte Vorsprung auf Augsburg, sechs sogar auf 1899, wenn man den Relegationsplatz mitbetrachtet.

Das Zähler-Konto weiter aufzustocken, liegt durchaus drin.

Respekt verschaffte sich der Klassenneuling unlängst auch mit den Auftritten bei den Bayern und auf Schalke, als das Team von Coach Norbert Meier lange an etwas Zählbarem schnupperte.

Das SPORT1-Fazit:

Die Fortuna hangelt sich direkt ans rettende Ufer.

Spätestens auf Umwegen sollte der Klub drinbleiben. Die erfolgreiche Aufstiegsrelgation im Vorjahr ist von Vorteil.

Werder Bremen:

Restprogramm: Leverkusen (A), Hoffenheim (H), Frankfurt (H), Nürnberg (A)

Das spricht gegen eine Rettung:

Angesichts von 14 Niederlagen spielt Werder die schlechteste Saison unter Thomas Schaaf, für den das nächste Match in Leverkusen bereits ein Endspiel sein könnte.

Das Trainer-Urgestein werde "nicht behandelt wie eine heilige Kuh", versagte Manager Thomas Eichin dem 51-Jährigen nun auch eine Job-Garantie.

Das erhöht den Druck auf die Bremer, die nach vielen mehr als durchwachsenen Auftritten nicht für den Abstiegskampf gerüstet wirken

Das lässt hoffen:

Fünf Punkte beträgt das Polster auf einen Relegationsplatz, schon in den kommenden beiden Spielen könnte der Klassenerhalt eingetütet sein. Werder hat nach wie vor zig international erfahrene Akteure in seinen Reihen, die die Dinge zum Guten richten vermögen.

Der Klub ist Gründungsmitglied der Bundesliga und gehört ihr mit Ausnahme der Spielzeit 1980/'81 durchgehend an, liegt in der ewigen Tabelle noch immer auf Platz zwei hinter den Bayern.

Kaum zu glauben, dass diese Meriten nun tatsächlich leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Das SPORT1-Fazit:

Insgesamt hat Werder einfach zu viel Klasse. Wenn es drauf ankommt, dürfte die Mannschaft schließlich doch funktionieren - und Schaaf bleiben.

Gegen 1899 und Nürnberg sollten mit Punkten die letzten Zweifel beseitigt werden.

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