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Dirk Dufner ist seit April 2013 Sportchef bei Hannover 96
Dirk Dufner (l.) war bisher Sportdirektor bei 1860 München und beim SC Freiburg © getty

Mit dem neuen Sportdirektor gibt es hohe Ziele. Die "Kleeblätter" wollen gegen Hannover den Abstieg aufschieben.

Hannover/Fürth - Dirk Dufner geht die neue Aufgabe als Sportdirektor von Hannover 96 mit einer gehörigen Portion Vorfreude an.

Der 45-Jährige schwärmte bei seiner Vorstellung geradezu von seinem neuen Arbeitgeber.

"Hannover ist ein toller Verein", sagte Dufner und sprach von einer "tollen neuen Herausforderung".

Und der Jurist machte gleich an seinem ersten Tag einen Ausflug an den Maschsee in Hannover.

Viel Zeit für Ausflüge dürfte Dufner allerdings in nächster Zeit nicht haben, wenn man den Worten seines neuen Präsidenten Glauben schenken darf. 96-Boss Martin Kind kam wie immer ohne Umschweife auf den Punkt.

"Es gibt viel zu tun, lieber Herr Dufner", sagte Kind. Dabei dachte der geradlinige Unternehmer weniger an den Auftakt des 31. Spieltags und das Duell beim designierten Absteiger SpVgg Greuther Fürth am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fokus liegt auf der neuen Saison

Da Hannover im Rennen um Europa abgeschlagen auf Tabellenplatz elf rangiert, ist Kind schon auf die kommende Saison fokussiert.

Wichtige Personalentscheidungen stehen an, unter anderem über Top-Torjäger Mame Diouf. Der Senegalese steht auf dem Wunschzettel mehrerer Ligakonkurrenten. Kind erwartet viel von Dufner.

"Das Ziel ist, dass wir uns nachhaltig im oberen Tabellendrittel entwickeln", sagte der 68-Jährige: "Den Mut muss man haben. Herr Dufner hat die Herausforderung angenommen, das war auch ein wichtiger Grund für ihn."

Nachfolge für Schmadtke schnell geregelt

Der mächtige Präsident betonte, dass er die Nachfolge des abgewanderten Jörg Schmadtke unbedingt schnell regeln wollte, sein Klub habe keine Zeit zu verlieren.

Dufner, der bis zum Montag noch beim SC Freiburg gearbeitet hatte, überzeugte den Hörgeräte-Unternehmer mit seinem Selbstvertrauen und reichlich Bundesliga-Erfahrung aus seinen sechs Jahren im Breisgau. Er erhielt einen Vertrag bis 2016.

Viel Zeit zur gemächlichen Eingewöhnung bekommt Dufner in Niedersachsen nicht. Am Tag seiner Vorstellung berichteten mehrere Medien übereinstimmend von einem Interesse des VfL Wolfsburg an Diouf.

[kaltura id="0_zxt47yf9" class="full_size" title="Dufner schwärmt von Hannover"]

Dufner soll Diouf halten

Der Angreifer lehnte es bislang ab, seinen bis 2014 gültigen Vertrag mit den 96ern vorzeitig zu verlängern. Diouf scheint einen Wechsel im Sommer anzustreben, auch Borussia Dortmund ist der 25-Jährige schon aufgefallen.

Zudem liegen die Akten von Kapitän Steven Cherundolo, Sergio da Silva Pinto, Mario Eggimann und Konstantin Rausch auf Dufners neuem Schreibtisch.

Insbesondere Linksverteidiger Rausch ist stark umworben, laut Stuttgarter Medien will der VfB den Linksverteidiger verpflichten.

Enger Dialog mit Slomka

Bei der Planung für die Saison 2013/2014 kündigt Dufner einen engen Dialog mit Trainer Mirko Slomka an. Genau den vermisste Kind bei Schmadtke ein ums andere Mal. Zwischen Beiden war es immer weider zu Streitereien gekommen.

"Wenn der Trainer einen Spieler nicht haben möchte, dann macht es keinen Sinn, ihn aufzuzwingen", sagte Dufner: "Es wird zu einhundert Prozent keinen Spieler geben, den wir nicht beide wollen."

Ähnlich wie bei Schamdtke und Sklomka krachte es offenbar zuletzt zwischen Dufner und Freiburgs Coach Christian Streich, was ein Hauptgrund für den Wechsel zu 96 gewesen sein soll.

"Ich denke, Mirko Slomka und ich sind auf einem guten Weg", so Dufner: "Wenn es zwischen den handelnden Personen stimmt, dann kannst du deutlich einfacher erfolgreich sein."

Nichts anderes erwartet Kind von seiner neuen Führungskraft.

Fürth: Abstieg aufschieben

Die SpVgg Greuther Fürth hat derweil kurz vor Schluss der Saison Gefallen an Bundesliga-Siegen gefunden. Am vergangenen Wochenende schaffte die Mannschaft von Trainer Frank Kramer in Nürnberg den dritten Dreier.

Nun will Fürth mit dem ersten Heimerfolg der Saison den Abstieg zumindest aufschieben. Es werde "eine knifflige Aufgabe", sagte Kramer.

Sollte das Schlusslicht der Liga Hannover unterliegen und Augsburg einen Punkt holen, dann haben die Mittelfranken den Kampf um den Klassenerhalt endgültig verloren.

Die voraussichlichen Mannschaftsaufstellungen:

Fürth: Hesl - Zimmermann, Kleine, Mavraj, Baba - Geis, Fürstner - Klaus, Park - Prib - Djurdjic

Hannover: Zieler - Sakai, Haggui, Hoffmann, Pocognoli - Stindl, da Silva Pinto - Ya Konan, Rausch - Abdellaoue, Diouf

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

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