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Robert Lewandowski wechselte 2010 von Lech Posen zu Borussia Dortmund © getty

Die Bayern verneinen öffentlich einen Vertragsabschluss mit BVB-Star Lewandowski. ManUnited könnte die Münchner überbieten.

Von Matthias Becker

München - Der Transferpoker um Robert Lewandowski wird immer verrückter.

Am Freitagmorgen sah sich der FC Bayern genötigt, per Pressemitteilung einen Vertragsabschluss mit dem Stürmer von Borussia Dortmund zu dementieren.

"Der FC Bayern nimmt Bezug auf verschiedene Meldungen zum Spieler Robert Lewandowski und stellt diesbezüglich klar: Der FC Bayern hat entgegen diesen Meldungen keinen Vertrag mit Robert Lewandowski", hieß es in der Klub-Mitteilung.

Zuvor hatte die "Bild" berichtet, dass Lewandowski schon vergangenes Jahr gleich zwei Verträge mit den Bayern geschlossen habe: Der eine gilt angeblich ab 2013, der andere ab 2014, wenn der Vertrag des Polen in Dortmund ausläuft. Dann könnte Lewandowski ablösefrei wechseln, im Gegensatz zu Teamkollege Mario Götze besitzt der Angreifer in seinem Vertrag keine Ausstiegsklausel.

Auch ManUnited im Rennen?

Nach der Verpflichtung Götzes durch die Bayern haben die Dortmunder offenkundig keine Lust, auch ihren Torjäger schon in diesem Sommer an den Konkurrenten abzugeben - und könnten deshalb auch ganz andere Wege gehen.

Wie die englische Boulevardzeitung "The Sun" berichtet, ist auch Manchester United weiter stark an der Verpflichtung Lewandowskis interessiert.

Der bereits feststehende englische Meister, bei dem auch der Ex-Dortmunder Shinji Kagawa spielt, soll demnach ein Angebot von umgerechnet gut 33 Millionen Euro für Lewandowski planen. Die Bayern sollen bislang "nur" 25 Millionen für den Polen geboten haben.

Für den BVB wäre ein Verkauf Lewandowskis ins Ausland sicherlich eine gangbare Lösung: Er müsste nicht auf die Millioneneinnahmen verzichten und hätte den Bayern zugleich ein Schnippchen geschlagen.

[kaltura id="0_85ajsf6v" class="full_size" title="Klopp attackiert Lewandowski Berater"]

Watzke erwartet Kontaktaufnahme

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der die Münchner schon für ihr Geschäftsgebaren im Fall Mario Götze kritisiert hatte, forderte die Bayern indirekt auf, aus der Deckung zu kommen.

"Sollte Robert wirklich ein Angebot aus der Bundesliga haben, habe ich die Erwartung, dass man nicht nur mit dem Spieler, sondern auch mit uns spricht!", sagte er der "Bild" und verdeutlichte:

"Bis heute liegt uns kein Angebot vor. Er hat einen Vertrag bis 2014 - ohne Ausstiegsklausel!"

Berater: Er verlässt Dortmund

Lewandowskis Berater, die ihrerseits mit diversen Aussagen Druck auf die Borussia ausgeübt hatten, meldeten sich auch am Freitag wieder zu Wort.

"Robert Lewandowski verlässt nach den Ferien Borussia Dortmund", erklärte Lewandowskis polnischer Berater Cezary Kucharski der "dpa" zufolge dem polnischen Nachrichtensender "TVN 24". Er hoffe, "dass die Vereine bald die Einigung über den Transfer bekanntgeben."

Nach SPORT1-Informationen ist sich Lewandowski bereits seit geraumer Zeit mit dem FC Bayern grundsätzlich über einen Wechsel einig.

Mourinho will Lewandowski

Der ungewöhnliche Schritt des Rekordmeisters, die Meldung über einen bereits bestehenden schriftlichen Vertrag öffentlich zu dementieren, könnte deshalb auch eine reine Spitzfindigkeit sein. Womöglich haben beide Seiten auch nur eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Einen Vertrag, der den Transfer-Regularien entspricht, können die Münchner mit Lewandowski auch noch gar nicht abschließen. Ein Verein darf erst ein halbes Jahr vor Vertragsende mit einem Spieler verhandeln, sofern dieser keine Ausstiegsklausel im Vertrag hat.

Das Manöver vom Freitag könnte aber ebenso darauf hindeuten, dass nach Lewandowskis Vier-Tore-Gala im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid eine ganz neue Dynamik in das Thema hineinkommt.

Wie die spanische "as" berichtet, sollen Vertraute von Real-Trainer Jose Mourinho Kontakt zu Lewandowskis Beratern aufgenommen haben.

Mourinho soll den 24-Jährigen unbedingt verpflichten wollen. Entweder für Real - oder für den FC Chelsea, wo er angeblich ab dem Sommer auf die Trainerbank zurückkehrt.

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