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Keller (M.) ist derzeit Vierter mit Schalke, gejagt vom Freiburger Streich (r.) und Finks HSV © getty

Schalke, HSV, Freiburg, Gladbach und Frankfurt: Wer besitzt die besten Karten im Kampf um Platz vier? Die SPORT1-Analyse.

Von Maximilian Kettenbach

München - Die Plätze eins, zwei und drei in der Bundesliga sind vergeben.

Bayern, Dortmund und Leverkusen werden sich die Ränge, die zur direkten Champions-League-Teilnahme berechtigen, wohl nicht mehr nehmen lassen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch dahinter tobt der Kampf. Fünf Teams machen sich berechtigte Hoffnungen auf Platz vier und damit auf Mehreinnahmen im zweistelligen Millionen-Bereich.

Vor dem 31. Spieltag hat Schalke die beste Ausgangsposition mit 46 Punkten. Doch Freiburg (45), Frankfurt (45), Gladbach (44) und der HSV (44) liegen alle innerhalb von nur zwei Punkten. (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner)

Ausgerechnet jetzt kommt es zum vorentscheidenden Duell zwischen S04 und dem HSV (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER)

SPORT1 analysiert die Chancen der Kandidaten.

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Schalke 04:

Restprogramm: Hamburger SV (H), Borussia Mönchengladbach (A), VfB Stuttgart (H), SC Freiburg (A)

Pro und Contra:

Drei der letzten vier Saisonspiele bestreitet die Mannschaft von Trainer Jens Keller gegen direkte Konkurrenten. Am Sonntag kommt der Hamburger SV, der sich im Aufwärtstrend befindet.

Auch die Auswärtsspiele in Gladbach und Freiburg bergen Gefahren.

Nach der Niederlage zuletzt in Frankfurt holte Manager Horst Heldt zum Rundumschlag aus und polterte: "Wir wollen anscheinend nichts."

Allem Unmut zum Trotz ist S04 die drittbeste Mannschaft der Rückrunde, hat bislang die meisten Tore (50) der fünf Kandidaten erzielt und will unbedingt das Saisonziel erreichen.

Zudem steht Top-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar nach seiner Innenbandverletzung vor der Rückkehr in den Kader. "Ich muss schauen, ob das Knie die Belastung aushält" gibt er sich noch zurückhaltend. Keller sieht ihn dagegen schon als "gute Option für die Anfangsformation".

In Frankfurt gab bereits Mittelfeldmotor Jermaine Jones sein Comeback.

"Das sind wichtige Typen, die gerade jetzt in den Duellen mit den direkten Konkurrenten im Kampf um den Champions-League-Platz den Kick geben können", sagt SPORT1-Experte Olaf Thon.

Unerfreulich ist dagegen der Ausfall von Jefferson Farfan. Der Peruaner laboriert an Adduktorenproblemen.

Das SPORT1-Fazit:

Schalke packt es.

Die Königsblauen haben die größte Substanz im Kader, die Philosophie von Trainer Jens Keller haben die Spieler mittlerweile verinnerlicht. Und der "Hunter" ist zurück.

Daher: Platz vier geht an S04.

[kaltura id="0_1j3zwaw5" class="full_size" title="Streich rechnet sich keine Chancen gegen FCB aus"]

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SC Freiburg:

Restprogramm: Bayern München (A), FC Augsburg (H), Greuther Fürth (A), Schalke 04 (H)

Pro und Contra:

Das Überraschungsteam könnte einer unglaublichen Saison die Krone aufsetzen.

Durch die Niederlage in Stuttgart, die erste nach zuvor drei Siegen in Folge, verpasste Freiburg den Sprung auf den ersehnte vierten Platz.

Und nun müssen die Breisgauer auch noch zu Meister Bayern München, der in der Rückrunde noch ohne Punktverlust ist. Das erwartbare Ergebnis sei zwischen "fünf und acht" Toren für den Champions-League-Halbfinalisten, wirft Trainer Christian Streich schon mal die Flinte ins Korn.

"Wir wollen versuchen, in München das bestmögliche Spiel zu machen und dann schauen wir mal, wie sich das gestaltet", ist er wenig optimistisch.

Auch das vorletzte Heimspiel gegen die starken Augsburger könnte zum Stolperstein geraten, ehe am letzten Spieltag ein Endspiel gegen Schalke blühen könnte.

Spannend wird sein, wie Freiburg den Ausverkauf seiner Spieler verkraftet. Mit Johannes Flum, Jan Rosenthal (beide Frankfurt), Daniel Caligiuri (Wolfsburg) und Max Kruse (Gladbach) stehen bereits vier Abgänge fest.

Das SPORT1-Fazit:

Freiburg hat keinen Druck, muss nichts, kann aber alles gewinnen.

Doch es kommen starke Gegner am Schluss und die Unruhe ist nach den Abgängen nicht abzustreiten.

Der SC wird sich wohl schon gegen Bayern vom Traum von der Königsklasse verabschieden müssen.

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Eintracht Frankfurt:

Restprogramm: FSV Mainz 05 (A), Fortuna Düsseldorf (H), Werder Bremen (A), VfL Wolfsbug (H)

Pro und Contra:

Nach dem 1:0-Heimsieg gegen Schalke am vergangenen Spieltag hat die Eintracht noch einmal Rückenwind bekommen.

Nach der begeisternden Hinserie sind die Erwartungen in Hessen gewachsen, die Fans wollen nach Europa. Und auch Trainer Armin Veh sagt gegenüber dem "Hessischen Rundfunk" zurecht: "Wir könnten besser dastehen." Und erklärt: "Ich will nicht immer so realistisch sein, ich möchte auch ein bisschen träumen".

Nach sechs Spielen ohne Sieg holte Frankfurt zwei Siege aus den vergangenen vier Partien und klopft wieder oben an. Jetzt gilt es die Form zu konservieren, dann sollten auch die kommenden Aufgaben zu bewältigen sein.

Nach dem Derby in Mainz geht es gegen die Kellerkinder Düsseldorf und Bremen. Das Heimspiel gegen Wolfsburg könnte zur Europacup-Fete werden.

Ausgerechnet jetzt plagen Veh allerdings Verletzungssorgen. Alex Meier und auch der von Bayern München umworbene Youngster Sebastian Rode sind für das Duell beim "Karnevalsverein" fraglich.

Die Eintracht brennt aber auf die Revanche für die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel.

Das SPORT1-Fazit:

Die Querelen um die Vertragsverlängerung von Veh und der Poker um Rode hat die Mannschaft etwas aus dem Tritt gebracht.

Die Eintracht ist in der Rückrunde zu unbeständig, schafft es aber dank der einfachen Aufgaben im Saisonendspurt noch in die Europa League.

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Borussia Mönchengladbach:

Restprogramm:VfL Wolfsburg (A), Schalke 04 (H), FSV Mainz 05 (A), Bayern München (H)

Pro und Contra:

Die Minimalisten aus Gladbach wollen im elften Anlauf das erste Mal zwei Siege am Stück schaffen. Bei den heimschwachen Wolfsburgern ist das nicht einmal unrealistisch.

Der erfolgreiche Auftritt gegen den FC Augsburg lässt Trainer Lucien Favre auf mehr Konstanz hoffen. Der Schweizer ließ die zuletzt nicht berücksichtigten Stürmer Mike Hanke und Peniel Mlapa ran und dafür 12-Millionen-Mann Luuk de Jong auf der Bank.

Kapitän Filip Deams durfte auf der Linksverteidigerposition spielen und Granit Xhaka machte laut Favre sein bislang "bestes Spiel, seit er für die Borussia spielt".

Die "Fohlen" haben seit neun Heimspielen nicht mehr verloren und zuletzt drei 1:0-Siege am Stück eingefahren. In den Borussia-Park kommen noch der direkte Kontrahent Schalke und die Bayern.

"Wir haben noch vier schwere Spiele vor der Brust, aber in der Tabelle ist noch alles möglich", fasst Hanke richtig zusammen.

Das SPORT1-Fazit:

Für Gladbach reicht es nicht.

Auch wenn die Rotation dem Team neues Leben eingehaucht hat, ist die Favre-Elf spielerisch nicht gut genug.

Zumal es das Restprogramm in sich hat.

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Hamburger SV:

Restprogramm: Schalke 04 (A), VfL Wolfsburg (H), 1899 Hoffenheim (A), Bayer Leverkusen (H)

Pro und Contra:

Nach dem 2:9-Debakel in München haben sich die Hanseaten gesammelt und zuletzt zwei Siege eingefahren. Einen großen Anteil an der Wende hat Superstar Rafael van der Vaart.

Der Holländer wurde vor zwei Wochen von Trainer Thorsten Fink zum Kapitän bestimmt und blüht seither auf. Gegen Düsseldorf machte er beide Treffer. "Rafa ist meine rechte Hand auf dem Platz", schwärmt Fink.

Auch für den degradierten van der Vaart-Vorgänger Heiko Westermann hat der Coach ein Lob übrig: "Heiko merkt man die Erleichterung an. Er ist seitdem konstanter und unsere Abwehr steht."

Er glaubt, dass die Mannschaft endlich verstanden habe, "dass sie für die Ergebnisse verantwortlich ist".

Den HSV haben die Negativerlebnisse zusammengeschweißt. Spieler und Trainer scheinen eine Einheit geworden zu sein. Marcel Jansen lobt: "Fink findet die richtigen Worte, hat auch erkannt, wann er mal laut werden muss, wie vergangene Woche im Abschlusstraining."

Das SPORT1-Fazit:

Sollte der HSV in Gelsenkirchen gewinnen, ist alles möglich.

Dennoch ist das Team zu schwankend in seinen Leistungen und muss am letzten Spieltag noch gegen Leverkusen bestehen.

Van der Vaart und Co. werden daher Platz vier nicht mehr erreichen, werden aber mit Frankfurt in die Europa League einziehen.

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