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Neven Subotic (l.) leitete im Hinspiel mit seinem Tor zum 1:3 die Wende ein © imago

Zum 133. Mal kämpfen Schalke und Borussia Dortmund um die Vorherrschaft im Kohlenpott. Nicht oft war die Ausgangslage derart angespannt.

Von Martin van de Flierdt

München - Es wird rundgehen am heutigen Abend.

Diese Prophezeiung vor dem 133. Revier-Derby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund (ab 20 Uhr LIVE) ist nicht besonders gewagt. Denn in den vergangenen drei Begegnungen der beiden Erzrivalen gab es vier Platzverweise.

Und die Anspannung vor dem erneuten Aufeinandertreffen ist auf beiden Seiten so groß, dass es zum Erfolg keine Alternative gibt. BVB-Trainer Jürgen Klopp verspricht daher "Aggressivität am Limit", die seine Mannschaft in der Veltins-Arena an den Tag legen werde.

Für sein Team gilt es, erstmals seit 2005 wieder auf Schalke zu bestehen und dadurch den aktuellen Status als Nummer eins im Pott nach vierjähriger Schalker Vorherrschaft aufrecht zu erhalten. Dass durch einen Erfolg die UEFA-Cup-Plätze nach drei bislang sieglosen Spielen 2009 wieder in Sichtweite kämen, ist da nur ein Randaspekt.

"Uns erwarten zwei Fangruppen, die ihre Mannschaften nach vorne brüllen werden", weiß Klopp. "Sie werden zwei Mannschaften sehen, die um jeden Zentimeter Rasen kämpfen." (Mehr Derby-Zündstoff im DSF: "Nur ein Sieg zählt - Erzrivalen im Fußball": Freitag, 19.15 Uhr und Sonntag, 18.30 Uhr)

Müller und Rutten unter Druck

Bei Schalke wird die Jobgarantie von Präsident Josef Schnusenberg für Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten nur dann sicher nicht vom Aufsichtsrat konterkariert, wenn Königsblau den dritten Heimerfolg in Serie gegen die Borussia einfährt.

"Der Druck ist sehr groß", räumt Rutten ein. Manager Müller musste sich zuletzt auch noch der Kritik seines Vorgängers Rudi Assauer erwehren und tat dies in wenig souveräner Manier (Müller greift Assauer an) .

"Die Nerven liegen blank", gesteht Gerald Asamoah. "Aber das Duell mit Dortmund ist für uns Schalker das Ein und Alles. Wir werden kratzen und beißen für den Sieg."

Sport1.de hat die Fakten zum Spiel:

Die Statistik:

Die Schalker haben die Gelegenheit, die Derby-Bilanz - nur auf die Bundesliga beschränkt - ausgeglichen zu gestalten. Bislang kommen sie nach 73 Begegnungen auf 25 Erfolge bei 22 Unentschieden und 26 Niederlagen. Daheim haben die Schalker allerdings 16 von 36 Begegnungen gewonnen (elf Remis, neun Niederlagen).

Die Personalsituation:

Rutten kann aus dem Vollen schöpfen. Kapitän Marcelo Bordon (Mittelhandbruch) und Benedikt Höwedes (Leistenberschwerden) sind wieder einsatzfähig und werden die Innenverteidigung bilden.

Jermaine Jones hat seine Gelbsperre abgesessen und kehrt auf die Sechserposition zurück. Angeschlagen ist nur Nachwuchsmann Levan Kenia (Oberschenkelprobleme). Bei der Borussia vertritt Marcel Schmelzer den rotgesperrten Young-Pyo Lee links in der Viererkette.

Tingas Einsatz ist aufgrund einer Oberschenkelprellung fraglich. Jakub Blaszczykowski (Aufbautraining nach Muskelfaserriss), Dede (Trainingsrückstand) und Mats Hummels (Bänderriss im Sprunggelenk) fehlen noch länger.

Das sagen die Trainer:

Fred Rutten: "Nach dem Verlauf des Hinspiels (3:3) verspüren wir natürlich ein Gefühl der Revanche. Nach 60 Minuten sahen wir wie der klare Sieger aus. Aber dann gab es einige komische Entscheidungen, hinter die ich nur ein Fragezeichen setzen kann. Diesmal wollen wir unbedingt als Sieger vom Platz gehen."

Jürgen Klopp: "Die Spiele gegen Schalke sind aus dem normalen Saisonverlauf ausgeklammert, gehen aber in die Wertung mit ein. Der Gegner hat die Chance, alle Diskussionen mit einem Schlag zu beenden. Und wir wollen unseren Fans das geben, was sie sich mehr wünschen als alles andere."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Jones - Rakitic, Engelaar (Kobiashvili) - Farfan, Kuranyi, AsamoahDortmund: Weidenfeller - Owomojela, Subotic, Santana, Schmelzer - Boateng, Hajnal, Kehl, Kringe - Frei, ValdezSchiedsrichter: Stark

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