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Bei Werder läuft es weiter nicht richtig rund. Nach Platz 13 und Platz neun in den vergangenen beiden Spielzeiten schaffte Werder diesmal den Klassenerhalt erst am vorletzten Spieltag durch ein 1:1 gegen Eintracht Frankfurt
Für Thomas Schaaf könnte die Uhr in Bremen abgelaufen sein © getty

Bremen bleibt auch im zehnten Spiel in Serie ohne Sieg, Trainer Schaaf steht womöglich vor dem Aus. Bayers Tor war jedoch zweifelhalft.

Leverkusen - Thomas Schaaf droht nach fast 14 Jahren als Coach des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen das Aus. ( 709854 DIASHOW: Der 31. Spieltag )

Im persönlichen "Endspiel" ihres Trainers verloren die Hanseaten beim Tabellendritten Bayer Leverkusen mit 0:1 (0:1) und haben nach dem zehnten Spiel nacheinander ohne Sieg nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Selbst der direkte Abstieg ist bei fünf Zählern Abstand und noch drei ausstehenden Spielen denkbar.

Geschäftsführer Thomas Eichin von hat eine Entlassung von Thomas Schaaf aber auch nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Sieg ausgeschlossen.

"Ein Trainerwechsel wäre zu diesem Zeitpunkt absoluter Nonsens. Unsere Marschroute ist, mit Thomas Schaaf die Klasse zu halten und die Saison zu Ende zu bringen", sagte der 46-Jährige nach dem Spiel. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

22. Tor von Kießling

Leverkusen hat nach dem Sieg durch das 22. Saisontor von Stefan Kießling (35., Foulelfmeter) die direkte Qualifikation für die Champions League dagegen wohl endgültig sicher. Der Vorsprung auf den Tabellenvierten Schalke 04, der allerdings am Sonntag noch den Hamburger SV empfängt, beträgt zehn Punkte.

Das 1:0 resultierte allerdings aus einer ungewöhnlichen Schiedsrichter-Entscheidung: Werder-Keeper Sebastian Mielitz traf Leverkusens Sidney Sam, der bei einem Pass von Andre Schürrle in abseitsverdächtiger Position gestanden hatte, erst lange, nachdem der Ball weg war.

Der Unparteiische Deniz Aytekin entschied zunächst auf Abstoß und korrigierte sich erst viele Sekunden später nach Intervention seines Assistenten Christian Dietz.

Ohne Arnautovic und Elia

Schaaf hatte auf Eljero Elia und Marko Arnautovic verzichtet. Die beiden Sorgenkinder waren nach einer nächtlichen Spritztour suspendiert worden. Zudem fehlte der von Leverkusen umworbene Kevin de Bruyne (Oberschenkel-Verletzung) erstmals in dieser Saison.

Diese neuformierte Werder-Elf zeigte vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena von Beginn an Herz und eine überraschend gute Struktur. Bayer wäre zwar in der vierten Minute durch einen Kopfball von Kießling beinahe in Führung gegangen, hatte aber insgesamt Mühe mit dem disziplinierten, doch keineswegs nur auf Defensive ausgelegten Spiel der Bremer.

In der neunten Minute wären die Gäste sogar beinahe in Führung gegangen, doch ein abgefälschter Schuss von Philipp Bargfrede verfehlte sein Ziel knapp. Leverkusen spielte den technisch ansprechenderen Fußball, brauchte mangels Kreativität aber den Strafstoß zur Führung. Werder blieb bei allem Bemühen offensiv zu bieder und harmlos.

Leverkusen in Halbzeit zwei besser

Nach dem Wechsel hatte Leverkusen das Spiel klar im Griff und drängte die Bremer tief in die eigene Hälfte. Für Werder war das Gegentor offenbar ein Wirkungstreffer gewesen, die Hanseaten fanden nach dem Wechsel zunächst überhaupt nicht ins Spiel und offenbarten mit zunehmender Spieldauer immer größere Lücken.

Leverkusens Innenverteidiger Philipp Wollscheid hätte auch frühzeitig für die Entscheidung sorgen müssen, doch sein Kopfball aus kurzer Distanz (53.) verfehlte sein Ziel ähnlich knapp wie ein Freistoß des vom FC Chelsea umworbenen Schürrle (60.).

Werder-Fans vorbildlich

Die Werder-Fans versuchten ihr Team, mit Dauer-Gesängen wachzurütteln, doch nach einem groben Schnitzer von Philipp Wollscheid verstolperte Zlatko Junuzovic den Ausgleich kläglich.

Beste Spieler der Leverkusener waren Rolfes und Daniel Carvajal. Bei Werder gefielen vor allem Sokratis und Yildirim.

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