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Jakub Blaszczykowkis (r.) traf wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zum 0:2 © getty

Der BVB schont vor dem großen Spiel in Madrid viele Stars, muss am Ende aber zittern. Für Fortuna war es ein "Murmeltiertag".

Düsseldorf - Als es drauf ankam, konnte sich Jürgen Klopp doch auf seine Leistungsträger verlassen.

Zwar hatte der BVB-Coach ähnlich wie sein Münchner Kollege Jupp Heynckes seine Mannschaft nach der 4:1-Gala gegen Real Madrid auf zehn Position umgestellt und viele junge Spieler gebracht.

Doch die entscheidenen Akteure waren beim 2:1 (1:0)-Auswärtssieg in Düsseldorf am Ende doch die Etablierten, auch wenn Klopp nach Schlusspfiff ein Sonderlob für die sonst weniger Prominenten übrig hatte:

"Die jungen Spieler haben das toll gemacht. Das muss man auch mal unterstreichen", sagte Klopp bei "Sky". (709854DIASHOW: Der 31. Spieltag)

"Fahren glücklich nach Hause"

Edeljoker Nuri Sahin war mit einem Tor (20.) und einer Vorlage der Matchwinner.

Jakub Blaszczykowski erzielte Sekunden nach seiner Einwechslung das zwischenzeitliche 2:0 (70.).

Und Mats Hummels behielt in der hektischen Schlussphase, als Düsseldorf nach Bodzeks Anschlusstreffer (88.) noch einmal alles nach vorne warf, einen kühlen Kopf.

"Wir haben das Ding gewonnen und fahren glücklich nach Hause", fasste Klopp die Pflichtaufgabe bei den glücklosen Düsseldorfer zusammen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fortuna neun Spiele sieglos

Die Fortuna, Ende der Hinrunde scheinbar in Sicherheit, ist nach nun neun Spielen ohne Sieg in Folge punktgleich mit Augsburg auf dem Relegationsrang.

Angesichts von nur drei Punkten Vorsprung auf den Tabellen-17. 1899 Hoffenheim droht sogar der direkte Abstieg.

Entsprechend groß war der Frust bei den Rheinländern:

Für Axel Bellinghausen war die Niederlage "unwahrscheinlich bitter. Es ist ein täglich größeres Murmeltier. Das kotzt einen nur noch an".

F95-Manager Wolf Werne betonte sogar: "Wir hatten die Möglichkeit zu gewinnen. Das ist das Bittere daran."

Ganz so überlegen, wie Werner seine Mannschaft gesehen haben will, war es dann doch nicht. Ganz im Gegenteil: Dem BVB reichte insgesamt eine mittelmäßige Leistung.

Dabei hatte die Fortuna durchaus schwungvoll begonnen.

Giefer patzt bei Sahins Tor

Doch als die Gäste sich vor 54.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena nach einer Viertelstunde auf die Laufwege ihrer Mitspieler eingestellt hatten, bekam Dortmund mehr Ballbesitz, von Minute zu Minute wurde es gefährlicher.

Beim 1:0 half allerdings Fortuna-Keeper Fabian Giefer kräftig mit:

Vor einem Außenpfosten-Kopfball von Julian Schieber (18.) verlor der Fortuna-Torhüter bei einer Flanke zunächst die Orientierung, bei Sahins durchaus sehenswertem Schuss aus 28 Metern stand er zu weit vor seinem Tor.

Schiri Weiner verweigert Handelfmeter

Nach der Halbzeitpause überzeugten die verunsicherten Düsseldorfer zumindest wieder kämpferisch.

Ken Ilsö (47.) verzog einen Schuss knapp, Lambertz schob den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei (64.).

Ansonsten blieben Angriffe trotz der zahlreichen Dortmunder Ballverluste meist im Ansatz stecken, weil die Mannschaft von Trainer Norbert Meier sich wieder mal spielerisch arg limitiert präsentierte.

Zudem verweigerte Schiedsrichter Michael Weiner einen Elfmeter, nachdem Hummels ein Handspiel im Strafraum begangen hatte (74.).

Nach Bodzeks Tor, bei dem Felipe Santana unaufmerksam war, drängte die Fortuna auf den Ausgleich.

In der Nachspielzeit hielt dann Langerak gegen Martin Latka glänzend und kratzte dessen Kopfball von der Linie.

Lewandowskis verpasst Müllers Rekord

Eine Randnotiz des Spiels: BVB-Topstürmer Robert Lewandowski kam erst nach 68 Minuten ins Spiel, konnte aber keinen Treffer mehr erzielen.

Daher riss seine imposante Serie, denn in den vergangenen zwölf Bundesligaspielen hatte der polnische Nationalspieler immer getroffen.

Damit bleibt der Rekord von Gerd Müller (16 Spiele) unangetastet.

Lewandowski dürfte es nach seiner Vier-Tore-Gala gegen Real verschmerzen.

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