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Bayerns Mario Mandzukic (r.) wechselte im Sommer aus Wolfsburg nach München © getty

Der Meister rotiert nach der Barca-Gala durch und siegt nur knapp gegen Freiburg. Für die historische Bestmarke reicht es.

Vom FC Bayern berichtet Matthias Becker

München - Im Schongang ist der FC Bayern München in die Geschichtsbücher eingezogen.

Mit einer komplett durcheinander gewürfelten Startelf besiegten die bereits als Meister feststehenden Münchner den SC Freiburg mit 1:0 (1:0).

Durch den Erfolg schraubte der deutsche Rekordchampion seine Ausbeute drei Spieltage vor Saisonende auf sagenhafte 84 Punkte und ist damit nun alleiniger Bundesliga-Rekordhalter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die bisherige Bestmarke hatte vergangenes Jahr Borussia Dortmund mit 81 Zählern aufgestellt ( 709854 DIASHOW: Der 31. Spieltag ).

Pause für die Stars

Tor-Debütant Emre Can (35.) erzielte den Siegtreffer für die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes. Der gönnte dem Großteil seiner Stammbesetzung vier Tage vor dem Rückspiel des Champions-League-Halbfinals beim FC Barcelona eine Verschnaufpause.

Heraus kam dabei die womöglich hochkarätigste Bank-Bestzung der Liga-Geschichte: Manuel Neuer, Dante, Franck Ribery, Arjen Robben, Javi Martinez, Arjen Robben, David Alaba und Mario Gomez leisteten Heynckes an der Seitenlinie Gesellschaft.

Geschätzter gemeinsamer Marktwert: 191 Millionen Euro.

Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Thomas Müller konnten sich gleich einen komplett freien Samstag gönnen. Lediglich Jerome Boateng und der im Hinspiel gegen Barca gesperrte Mario Mandzukic verstärkten aus der A-Elf die Reservisten um Emre Can, Diego Contento und Tom Starke.

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Verhaltener Beginn

Das außergewöhnliche Ensemble ? als Kapitän angeführt von Daniel van Buyten ? brauchte dann auch eine Weile, um sich aufeinander einzuspielen.

Shaqiri setzt erst nach 20 Minuten den ersten halbwegs nennenswerten Abschluss, verfehlte das Freiburger Tor mit links aus 16 Metern aber noch.

Die Gäste aus dem Breisgau hielten bis dahin tapfer mit, versuchten im Mittelfeld früh zu stören und die Bayern des Öfteren mit hohen Bällen in die Schnittstelle der Viererkette zu überraschen. Die beste Chance ließ Jonathan Schmid aus, als er freistehend aus zehn Metern verzog.

Can fälscht ins Tor ab

Die Gastgeber verzettelten sich eine halbe Stunde lang bei ihren Offensivaktionen, bedienten sich dann aber einfach einer Standardsituation.

Der wieder einmal vor Kraft strotzende Shaqiri schlug einen Freistoß vom rechten Strafraumeck mit links scharf vor das Tor. Dort war Can noch dran und irritierte obendrein den zu zaghaft heraus stürmenden SCF-Keeper Oliver Baumann. Der Ball flog ins lange Eck.

Baumann sorgte auch für die erste Aufregung nach der Pause, als er einen Can-Schuss aus den Händen gleiten ließ, die Situation aber selbst noch bereinigen konnte.

Fan-Spott für Hoeneß

Von den Freiburgern war weiterhin offensiv fast gar nichts mehr zu sehen, so dass sich die Fans der Breisgauer damit vergnügten, Bayern-Präsident Uli Hoeneß und dessen Steueraffäre aufs Korn zu nehmen ("Hoeneß in den Knast!").

Die Strafe der Bayern folgte beinahe auf dem Fuß, ein Heber von Mandzukic aus halbrechter Position titschte aber nur auf die Latte (58.).

In der Folge ließen es die Hausherren derart ruhig angehen, dass einige der 71.000 Zuschauer erstaunlicherweise sogar pfiffen ? und Coach Heynckes reagierte.

Patzer von Starke

Gomez und Ribery sollten in den letzten 20 Minuten noch mal etwas Schwung reinbringen.

Ein Plan der quasi sofort aufging. Allerdings köpfte Gomez Sekunden nach seiner Einwechslung den Ball am leeren Tor vorbei (75.).

Auf der Gegenseite schenkte Neuer-Ersatz Tom Starke den Gästen beinahe noch einen Punkt. Er flog unter einer Ecke der Freiburger hindurch, konnten den Schuss von Daniel Caligiuri anschließend aber parieren (77.).

Erneut Gomez (85./88.) verpasste die Entscheidung, für ein letztes Highlight sorgte eine leicht bekleidete Flitzerin, die kurz vor Spielende den Ordnern aufs Spielfeld entwischte.

Allerspätestens mit dem Abpfiff waren die Gedanken der Bayern aber nur noch auf eines gerichtet: auf Mittwoch und den FC Barcelona.

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