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Der FC Augsburg holte in der Rückrunde schon sechs Siege und 21 Punkte © getty

Augsburg träumt nach dem Sieg gegen Stuttgart vom Klassenerhalt. Weinzierl gibt sich kämpferisch, Mölders kündigt im Erfolgsfall eine Party an.

Augsburg - Manager Stefan Reuter lächelte selbstsicher, Trainer Markus Weinzierl verwies stolz die mentale Stabilität seiner Mannschaft.

Doch die Bodenhaftung verlor beim FC Augsburg trotz des eindrucksvollen 3:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart niemand. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kampfansagen an die Konkurrenz? Fehlanzeige. Gewissheit, den Klassenerhalt nun direkt zu schaffen? Ließ sich kein Verantwortlicher entlocken. (Bericht)

"Wenn du glaubst, du bist schon durch, dann wirst du bestraft", sagte Reuter warnend. "Ich weiß nur, dass wir uns noch dreimal so zerreißen werden", schob Weinzierl nach. (709854DIASHOW: Der 31. Spieltag)

Dennoch, der Klassenerhalt ist plötzlich zum Greifen nahe: Mit Düsseldorf auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz ist der Tabellen-16. schon punktgleich, und Werder Bremen davor ist auch nur noch zwei Zähler entfernt.

"Rechenspiele bringen nichts"

Der FCA hatte alles gegeben in diesem Schwaben-Duell, das sie erstmals seit dem Aufstieg für sich entschieden.

Sicher auch mit dem Wissen um das Restprogramm, das unter anderem ein Gastspiel bei Bayern München vorsieht - ausgerechnet an dem Tag, an dem der neue deutsche Meister die Schale empfängt.

Der Sieg gegen den VfB war daher beinahe schon ein Muss, auch wenn Reuter meinte, dies war "nicht das entscheidende Spiel, egal wie es ausgegangen wäre. Die ganzen Rechenbeispiele bringen nichts."

Der Auftritt sei aber ein "tolles Zeichen" gewesen.

Keine Angst vor der Relegation

Für den Coach ist mit dem Erfolg schlicht "eine gute Basis" gelegt für den Schlussakkord, der auswärts beim SC Freiburg fortgesetzt wird.

"Gegen Fürth wird am letzten Spieltag zum ersten Mal abgerechnet", sagte Weinzierl. Wenn es da nicht reichen sollte, dann wollen die Augsburger eben in die Relegation gehen.

Auch davor scheuen sie sich nicht.

Fraglos aber nimmt die Konkurrenz zur Kenntnis, welch fester Wille und welche unbändige Entschlossenheit im Team des FCA steckt.

Callsen-Bracker selbstbewusst

Neun Punkte hatte Augsburg nach der Vorrunde, 30 sind es jetzt. 21 Zähler bedeuten Platz sechs in der Rückserie. Ob sie sich in Bremen und Düsseldorf davon beeindrucken lassen?

Es gibt Anzeichen dafür.

Dennoch lassen sich auch die Spieler nicht zu einer Provokation hinreißen. "Wir schauen auf uns und müssen unsere Hausaufgaben machen", sagte Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der gleichwohl die Augsburger Selbstsicherheit in eindeutige Worte fasste: "Wir bleiben drin in der Klasse, das ist klar. Wie, werden wir sehen."

Türöffner Mölders

Torwart Alexander Manninger, der gegen Landsmann Martin Harnik (49.) das fast sichere 0:1 verhinderte, nimmt ebenfalls "richtiges Selbstvertrauen" mit in die letzten drei Spiele.

"Die Euphorie ist riesig", sagte er.

Diese Begeisterung brach sich im ausverkauften Stadion Bahn, als Sascha Mölders in der 61. Minute das erlösende Führungstor erzielte.

Es war sein erster Treffer seit dem 23. Februar, der zehnte in dieser Saison. "Das war der Türöffner", sagte Weinzierl.

Tordifferenz könnte entscheiden

Ein traumhafter Heber von Marcel de Jong (83.) und ein ebenfalls sehenswerter Treffer von Dong-Won Ji (85.) rundeten den Sieg ab, den höchsten des FCA in dieser Spielzeit.

Auch diese Tore könnten enorme Bedeutung haben, denn womöglich, wie Weinzierl mutmaßte, "entscheidet zum Schluss auch die Tordifferenz".

Und die Treffer dokumentierten, "wie es um die Psyche meiner Mannschaft bestellt ist. Der Druck ist für uns positiv", sagte der Coach.

Mölders kündigt wilde Party an

Das könnte im Endspurt womöglich ein wesentlicher Faktor werden. Augsburg jagt, ist in einem emotionalen Hoch.

Bremen und Düsseldorf zittern, bangen und suchen nach ihren Selbstsicherheit. Sollte die Augsburger Jagd am Ende erfolgreich sein, dann wird man in der Fuggerstadt auch verrückte Dinge sehen und hören dürfen.

Die Ankündigung von Mölders lässt jedenfalls so einiges erwarten: "Wenn wir am 34. Spieltag unser Ziel erreicht haben, dann trinke ich eine Woche durch."

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