Werders Coach darf trotz drohender Zweitklassigkeit weitermachen. Spätestens dann aber dürften seine Tage in Bremen gezählt sein.

Das Werder-Drama geht weiter: Nach dem zehnten Spiel in Folge rutscht der Meister von 2004 immer näher Richtung Zweitklassigkeit.

Gerade mal zwei Pünktchen beträgt der Vorsprung nach dem 0:1 in Leverkusen noch auf den FC Augsburg auf Relegationsrang 16, fünf Zähler sind es auf Hoffenheim und den direkten Abstiegsrang 17.

Hält der Trend an, steigen die nach dem Sieg im LIGA total!-Cup mit internationalen Ambitionen in die Saison gestarteten Bremer erstmals seit 1981 wieder ab.

Denn Augsburg bewies beim 3:0 gegen Stuttgart eindrucksvoll seine herausragende Form in der Rückrunde, auch Hoffenheim hat die Kurve bekommen und holte beim 2:1 gegen Nürnberg den siebten Punkt im vierten Spiel unter dem neuen Coach Markus Gisdol.

Einzig in Düsseldorf zeigt die Tendenz ähnlich steil nach unten wie bei Werder, das 1:2 gegen Dortmund war bereits die neunte sieglose Partie hintereinander.

Doch selbst wenn die Fortuna direkt absteigt und Bremen am Ende auf Platz 16 landet, würden die Hanseaten nach der desaströsen Saison keinesfalls als Favorit in die Alles-oder-Nichts-Spiele gegen den Dritten der Zweiten Liga gehen.

Und Besserung ist nicht in Sicht: Leblos taumelt Werder seit Wochen dem Untergang entgegen, die Mannschaft scheint immer noch nicht begriffen zu haben, worum es geht.

Verantwortlich dafür: Thomas Schaaf. Doch in der Bremer Führung hat man so lange die Augen vor der Realität verschlossen, bis es zu spät war.

Der Langzeit-Trainer war aufgrund seiner unbestrittenen Verdienste unantastbar, auch wenn die verheerende Bilanz ein Eingreifen schon längst nötig gemacht hätte.

Stattdessen verkriechen sich die Bosse und überlassen dem ironischerweise seit dem Beginn der Talfahrt amtierenden Sportdirektor Thomas Eichin die Entscheidung, das Bremer Denkmal Schaaf zu feuern.

Nachvollziehbar, dass der Ex-Eishockey-Manager zögert und nach der Pleite in Leverkusen dem Coach eine Jobgarantie für das "Abstiegs-Endspiel" nächsten Samstag gegen Hoffenheim aussprach.

Denn realistisch kann ein neuer Trainer in nur noch vier Spielen kaum mehr etwas bewirken, zudem steht kein passender Feuerwehrmann parat.

Und einer internen Lösung wie Schaafs ehemaligen Teamkollegen Thomas Wolter (U 23) oder Mirko Votava (U 19) traut man die Rettung auch nicht zu.

Somit droht ein trauriges Ende für den Trainer, der am letzten Spieltag exakt so viele Partien wie Werder-Legende Otto Rehhagel auf der Bremer Bank gesessen haben wird.

Selbst im Fall der Last-Minute-Rettung dürften spätestens dann aber Schaafs Tage als Chefcoach gezählt sein.