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Wiesinger (l.) und Gisdol absolvierten 2011 gemeinsam den Fußballlehrer © imago

Hoffenheim hat neue Hoffnung im Abstiegskampf. Coach Gisdol aber denkt an die Zukunft - die sein Pendant beim Club wohl nicht hat.

Sinsheim - Nach dem Abpfiff eilte Dietmar Hopp sofort in die Kabine, um sich bei den Profis für das verspätete Geburtstagsgeschenk zu bedanken. (709854DIASHOW: Der 31. Spieltag)

Das 2:1 (2:0) von 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Nürnberg am viertletzten Spieltag der Bundesliga hat dem Mäzen, der am Freitag 73 Jahre alt wurde, und den Fans im Kraichgau wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt gemacht.

Trainer Markus Gisdol hält mit Blick auf das vorentscheidende Kellerduell am Samstag bei Werder Bremen allerdings gar nichts von aufkommender Euphorie:

"Ich mache mir keine Gedanken über mögliche Szenarien. Ich mache mir nur Gedanken über die Trainingsarbeit. Alles andere kann ich doch ohnehin nicht beeinflussen."

Die Kraichgauer bleiben aufgrund des Erfolgs des FC Augsburg (3:0 gegen den VfB Stuttgart) weiter mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Gisdol will nur gut Fußball spielen

Allerdings beträgt der Abstand zum rettenden Platz 15 auch nur drei Zähler: "Wir werden alles dafür tun, um so gut wie möglich Fußball zu spielen. Die Ergebnisse kommen dann von alleine."

Gisdol betonte erneut, dass der Klassenerhalt keine Priorität für ihn hat.

"Ich werde immer wieder danach gefragt", erklärte der 43-Jährige nach dem hochverdienten Sieg vor 28.675 Zuschauern gegen ganz schwache Nürnberger.

"Aber seit ich hier bin, habe ich nicht vom Abstiegskampf gesprochen. Das werde ich auch diesmal nicht tun. Es geht mir ausschließlich um die Spielweise, von diesem Weg werde ich nicht abgehen."

Während die Gäste nach den Derby-Niederlagen bei Bayern München (0:4) und gegen die SpVgg Greuther Fürth (0:1) die dritte Pleite in Folge kassierten, feierte Hoffenheim dank der Treffer von Tobias Weis (11.) und Sejad Salihovic (19.) den zweiten Sieg im vierten Spiel unter Gisdol.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Chancen für Wiesinger schrumpfen

Die Nürnberger, für die Timmy Simons per Foulelfmeter erfolgreich war (58.), wurden für ihre desolate Vorstellung von den eigenen Fans nach Spielende ausgepfiffen.

Nach diesem Auftritt sind die Chancen von Trainer Michael Wiesinger ("Wir haben verdient verloren, in der ersten Hälfte haben wir versagt") auf einen Vertrag für die kommende Saison ganz sicher geschrumpft.

Gisdol plant den Umbruch

Wiesingers Kollege Gisdol wird dagegen in jedem Fall die Geschicke der TSG in der kommenden Saison bestimmen.

Deshalb hat der Trainer schon unter der Woche mit dem personellen Umbruch begonnen.

Seit Dienstag sind die Profis Takashi Usami, Filip Malbasic, Afriyie Acquah und Luis Advincula aus dem Kader gestrichen.

Zudem wird der auslaufende Vertrag mit dem Brasilianer Chris nicht verlängert, die Kaufoption für den ausgeliehenen Usami wird nicht gezogen.

Der ehemalige Nationalkeeper Tim Wiese besitzt seit Jahresbeginn keine Perspektive in Hoffenheim mehr.

Neue Chance für den Nachwuchs

Rund um den Klub gehen alle Beobachter davon aus, dass zahlreiche weitere Profis keine Zukunft im Kraichgau haben werden - völlig unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

Es wird erwartet, dass Hopps Verein im Sommer wesentlich mehr Geld für Abfindungen als für Neuzugänge ausgeben wird.

Gisdol will den aufgeblähten Kader (37 Profis) möglichst auf "22 Feldspieler plus drei Torhüter" verkleinern und setzt dabei auf den eigenen Nachwuchs.

Die Profis selbst bauen darauf, dass sie auch in der kommenden Saison einem Bundesligisten angehören werden.

"Für jeden Spieler ist es wichtig, in der ersten Liga zu bleiben", sagte der starke Kevin Volland.

"Es ist schade, dass Augsburg gewonnen hat. Aber wir konzentrieren uns sowieso auf uns - und ich will jetzt nicht anfangen, zu rechnen. Wir müssen einfach in Bremen dasselbe bringen wie gegen Nürnberg."

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