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Robert Lewandowski (l. mit Bender) wechselte 2010 von Lech Posen zu Borussia Dortmund © getty

Der BVB-Boss nennt nach dem Sieg in Düsseldorf eine Frist für Gespräche mit den Lewandowski-Beratern. Ein Angebot dementiert er.

Aus Düsseldorf berichtet Thorsten Langenbahn

Düsseldorf - Kein Kommentar. Borussia Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski sagte nach dem 2:1-Sieg bei Fortuna Düsseldorf lieber nichts zum Transfergeschacher um seine Person.

Einige Fans freuten sich nach dem 2:1-Sieg bei Fortuna Düsseldorf (Bericht) über die Unterschrift des BVB-Torjägers, die so viele Vereine gerne unter einem Vertrag mit dem Polen sehen würden.

Noch ein paar Handyfotos mit den Anhängern, ein- bis zehnmal recht freundlich bitte, dann verschwand der umworbene Angreifer im schwarz-gelben Mannschaftsbus.

Der geduldig und freundlich lächelnde Lewandowski wird an diesem Abend dennoch ein klitzekleines bisschen zerknirscht gewesen sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Klopp: "Man muss das nicht übertreiben"

Nach seinen historischen vier Treffern im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid hätte er gerne weiter Geschichte geschrieben. (709854DIASHOW: Der 31. Spieltag)

In zwölf Bundesligaspielen in Folge hatte er mindestens einen Treffer erzielt und war auf dem besten Weg, den 43 Jahre alten Rekord von Gerd Müller einzustellen, dem das in 16 Partien gelungen war.

In seinem 21-Minuten-Einsatz in Düsseldorf leitete Lewandowski zwar den 2:1-Siegtreffer mit einem schnellen Zuspiel auf Nuri Sahin ein, ging ansonsten aber leer aus.

"Wir haben das vorher besprochen. Wer die letzten beiden Tore gesehen hat, die die Serie verlängert haben, da hat sich die Mannschaft fast verletzt. Man muss das nicht übertreiben", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp über das Ende der Rekordjagd.

"Ich habe ihm gesagt, dass den Rekord in den nächsten 100 Jahren sowieso keiner holt, er also entspannt sein soll. Das war er dann auch", so Klopp über die Gefühlslage seines besten Stürmers.

Watzke nennt Details

Entspannung im Poker um Lewandowskis Zukunft ist weiter nicht in Sicht. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke brachte am Samstag wieder neuen Schwung in das Thema.

Im "ZDF" erklärte Watzke, die Borussia habe mit den umstrittenen Beratern des Stürmers vereinbart, zu Gesprächen über einen Sommertransfer bereit zu sein, falls bis zum 15. Mai ein "ordentliches Angebot" eingehe.

"Das heißt aber nicht, dass Robert dann auf jeden Fall wechselt", betonte Watzke. Zudem widersprach er der Darstellung der Berater, dass der Verein Konditionen genannt habe, zu denen Lewandowski auf jeden Fall gehen dürfe. Bislang sei beim BVB auch noch kein konkretes Angebot eingegangen, so der Vorstandschef.

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Gerüchte um de Bruyne

Gerüchte wonach mit Kevin de Bruyne ein möglicher Nachfolger für den sicher Dortmund verlassenden Mario Götze feststehe, wurden zurückgewiesen

Belgische Medien hatten am Samstag verkündet, der Wechsel zum BVB sei fix, die Ablösesumme betrage 15 Millionen Euro, der Mittelfeldspieler bekomme einen Fünfjahresvertrag.

"Die Berichte sind völlig aus der Luft gegriffen", dementierte de-Bruyne-Berater Patrick de Koster allerdings in der "Welt".

Götze angeschlagen

BVB-Coach Klopp und seine Mannschaft ließen sich am Samstag von all den Gerüchten nicht beeindrucken. Seine Rotation auf zehn Positionen, nur Mats Hummels war der einzig Verbliebene aus der Madrid-Siegerelf, ging auf.

Mario Götze war erst gar nicht mit in die nordrhein-westfälische Landshauptstadt gereist. Ob er geschont worden sei? "Er ist tatsächlich angeschlagen, der Hüftbeuger macht Probleme", gab Klopp hinterher zu Protokoll.

Ilkay Gündogan (Probleme mit dem Nacken) und Lukasz Piszczek (Adduktoren) hatten ebenfalls komplett pausiert.

So gelang den Dortmundern kein Glanzstück, aber im Ringen um die Vizemeisterschaft mit den Leverkusenern ein wichtiger Dreier - außerdem hielt mit dem sechsten Ligasieg hintereinander zumindest diese Serie.

"Es war gut, mit der Rotation dieses Spiel zu gewinnen?, sagte Nuri Sahin zu SPORT1: "Das sind Pflichtaufgaben, damit wir uns für diese Highlight-Spiele qualifizieren."

Sahin bester Spieler

Die Real-Leihgabe war der beste Mann auf dem Platz, nicht nur wegen seines Traumtores aus 31,5 Metern zur 1:0-Führung nach 20 Minuten.

"Ich habe nicht gesehen, dass der Torwart so weit vorne stand. Der Ball kam gut, nicht zu fest nicht zu leicht, ich wollte ihn da hin haben", so Sahin.

Den zweiten Treffer vom eingewechselten Jakub Blaszczykowski bereitete der 24-Jährige vor, der auch die meisten Ballkontakte auf dem Platz hatte (90) und 71 Prozent seiner Zweikämpfe gewann.

"Es ist wichtig, mit einem Sieg im Rücken nach Madrid zu fahren", meinte Sahin vor dem Duell bei seinem ehemaligen Verein.

Strittige Elfmeter-Szene

Die Düsseldorfer ärgerten nicht mit einem Punkt belohnt worden zu sein - und über den nicht gegebenen Elfmeter in der 74. Minute.

"54.000 Leute haben gesehen, dass der Kollege Hummels mit der Hand auf dem Ball liegt. Die wussten auch nicht mehr, wohin vor Lachen", sagte Fortuna-Verteidiger Johannes van den Bergh.

"Das ist sicher auch schon anders entschieden worden", gab Klopp zu.

Für die Fortuna wird es jetzt richtig eng. Der Vorsprung von elf Punkten auf den Relegationsplatz ist komplett aufgebraucht.

Ähnliches will der BVB am Dienstag in Madrid unbedingt verhindern.

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