SPORT1-Experte Thomas Strunz wundert sich über die Beschwerden über den Meister. Beim Götze-Transfer sei nichts zu kritisieren.

Hallo Fußball-Freunde,

die Meldung vom Transfer Mario Götzes von Borussia Dortmund zum FC Bayern war sportlich neben den starken Auftritten dieser Vereine in den Halbfinal-Hinspielen der Champions League die Meldung der Woche.

Auch ich war total überrascht. Die Klausel war bekannt, aber dass es jetzt zu dem Zeitpunkt kommt, hätte ich nicht gedacht. Vor allem weil Mario im Vorfeld häufig gesagt hat, dass er den Verein vor 2014 nicht verlässt. Die Meldung ist eingeschlagen wie eine Bombe.

Hinsichtlich der Aufregung der Liga nach den Bayern-Transfers muss man konstatieren, dass wir über zwei unterschiedliche Sachverhalte reden. Die Aufregung von Mainz' Manager Christian Heidel verstehe ich.

Es gibt die Richtlinien vom DFB, dass man bis sechs Monate vor Vertragsende als aufnehmender Verein nicht mit dem Spieler verhandeln darf. Der Transfer steht sicherlich schon seit längerer Zeit fest. Es ist nicht die Realität, aber ich kann die Aufregung darüber verstehen, dass kein Anruf vom FC Bayern kam.

Im Fall Mario Götze ist der Sachverhalt aber völlig anders. Dort hat Borussia Dortmund durch die Ausstiegsklausel schon im Vorfeld bei der Vertragsgestaltung zugestimmt, dass der Spieler mit einem Verein verhandeln darf. Sonst wäre diese Vertragsverlängerung auch nicht zustande gekommen.

Dortmund musste einfach damit rechnen, dass ein Spieler dieser Kategorie von Bayern, Manchester United, Barcelona oder Real Madrid angefragt wird. Durch den Vertrag ist das legitimiert worden. Deswegen darf man die beiden Sachverhalte nicht wirklich vergleichen.

Im Norden rumort es bei Werder Bremen. Es ist völlig unstrittig, dass Thomas Schaaf als Trainer top ist. Aber seit drei Jahren muss man einfach sagen, dass die Mannschaft, insbesondere defensiv, sowas von anfällig geworden ist. Sie haben jetzt wieder über 60 Gegentore, im letzten Jahr 61 und davor 58.

Es heißt immer, dass sie keinen großen Etat haben. Ich habe mal geschaut: Borussia Dortmund hat 45 Millionen ausgegeben in den drei Jahren. Werder Bremen 40 Millionen. Wo sie heute jeweils stehen, können wir sehen.

Da muss man sich einfach die Frage stellen: Ist Schaaf für den aktuellen Zeitraum der richtige Trainer, um da noch die Wende zu schaffen? Die Wende ist in den letzten drei Jahren nicht passiert. Und diese Ausfälle von Arnautovic und Elia zeigen ja auch, dass es Spieler gibt, die vielleicht nicht mehr hinhören, was Thomas Schaaf da sagt.

Für den Abstiegskampf gebe ich Augsburg gute Karten. Ich glaube auch, dass sie sich noch retten. Ich bin sehr gespannt auf das Nervenspiel nächste Woche zwischen Bremen und Hoffenheim, ob die Fans in Bremen dann trotzdem noch so ruhig bleiben.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.