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Thomas Tuchel löste 2009 Jörn Andersen als Mainz-Coach ab © imago

Nullnummer im Derby: Frankfurt fühlt sich als Gewinner im Kampf um Europa, während der Mainzer Trainer die Lust verliert.

Mainz - Trainer Armin Veh war trotz der Nullnummer zufrieden, seine Spieler träumen weiter von Europa.(709854DIASHOW: Der 31. Spieltag)

Trotz eines mageren 0:0 im Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 (Bericht) fühlte sich Eintracht Frankfurt als ein Sieger des Wochenendes im "Schneckenrennen" um die internationalen Plätze.

"Wir sind noch im Rennen und können mit dem Punkt leben. Wir haben Mainz auf Distanz gehalten", sagte Veh. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch die Spieler des Aufsteigers glauben fest an die Krönung einer starken Saison. "Wir sind immer noch dick im Geschäft", meinte Sebastian Rode, während Sebastian Jung nach 90 eher langweiligen Minuten nüchtern feststellte: "Unser Ziel war es, nicht zu verlieren. Das haben wir geschafft."

Tuchel ist sauer

Für Mainz dagegen ist die Chance, noch einmal in den Kampf um die Europa-League-Plätze einzugreifen, wohl endgültig dahin. Was FSV-Trainer Thomas Tuchel allerdings mehr ärgerte, war die Tatsache, dass seine Mannschaft nun seit sechs Spielen auf einen Sieg wartet.

Auch die phasenweise dominante Leistung gegen Frankfurt ? 15 zu 7 Torschüsse und 57 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche ? konnte den 39-Jährigen nicht besänftigen. Zu harmlos waren die Angriffsbemühungen seiner Mannschaft.

"Solange die Ergebnisse nicht da sind, habe ich im Augenblick keine Lust mehr, darüber zu erzählen, wo wir gut oder dominant waren", sagte Tuchel bei LIGA total!.

Damit widersprach er der Einschätzung von Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz, der die "Verunsicherung in der Mannschaft" ins Feld führte und bilanzierte: "Wir haben aber alles abgerufen und können mit dem Punkt leben."

Saisonaus für Szalai?

Schon während der Woche allerdings hatte sein Trainer ungewohnt deutlich einen Sieg mit allen Mitteln gefordert.

Auch den kurzfristigen Ausfall von Toptorjäger Adam Szalai, der mit einer Lendenverletzung wohl die Saison vorzeitig beenden muss, ließ Tuchel nicht als Entschuldigung gelten: "Wir haben nicht gewonnen, das war das klare Ziel - und deshalb sind wir nicht zufrieden."

Ganz anders die Gefühlslage seines Gegenübers Armin Veh, der mit Carlos Zambrano (Gelbsperre) und Pirmin Schwegler (Leistenprobleme) erneut auf zwei Stützen verzichten musste.

"Wir haben bisher schon eine tolle Saison gespielt. Wenn wir das noch mit dem Einzug in den Europa Cup krönen können, wäre das einfach super. Aber selbst wenn es nicht klappt, wäre ich den Jungs nicht böse", strahlte der Eintracht-Trainer.

Frankfurts Restprogramm ist machbar

Durch die Niederlagen von Freiburg, Mönchengladbach und dem Hamburger SV, vergrößert Frankfurt den Vorsprung auf Rang sieben sogar auf zwei Punkte und klettert auf Rang fünf. Und das Restprogramm scheint durchaus machbar.

Die Eintracht hat noch zwei Heimspiele gegen Düsseldorf und Wolfsburg und muss in Bremen antreten.

"Das Schönste ist, dass wir es selbst in der Hand haben, wir sind in einer guten Ausgangsposition", sagte Stefano Celozzi bei LIGA total! selbstbewusst: "Und wenn du nach Europa willst, musst du dieses Restprogramm eben auch meistern."

Doch auch der 24-Jährige schloss sich der entspannten Sichtweise seines Trainers an: "Unser Ziel war es, die Klasse zu halten. Das haben wir geschafft. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus."