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Nicht immer einer Meinung: Rudi Völler (l.) im Gespräch mit Uli Hoeneß © getty

Der FC Bayern soll erste Gespräche mit dem Sportdirektor von Bayer Leverkusen geführt haben. Der habe zumindest nicht abgesagt.

Von Matthias Becker

München - Neue Wendung in der Diskussion um die Nachfolge von Bayern-Manager Uli Hoeneß:

Nach Informationen der "B.Z." und des Kölner "Express" soll Rudi Völler ein heißer Kandidat für den bei den Bayern neu zu schaffenden Posten des Sportdirektors sein.

So habe es schon erste Gespräche zwischen den Bayern und dem Sportdirektor von Bayer Leverkusen gegeben.

Diese seien allerdings ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Allerdings habe Völler den Bayern auch keine grundsätzliche Absage erteilt.

Holzhäuser glaubt nicht an Wechsel

Völlers Vertrag bei der Werkself läuft noch bis zum Jahr 2010. Hoeneß hatte wiederholt angekündigt, zum Jahresende 2009 den Managerposten aufgeben und das Amt des Bayern-Präsidenten übernehmen zu wollen.

Während Völler sich gegenüber dem "Express" nicht äußern wollte, möchte Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nicht an einen Abgang seines Sportdirektors glauben.

"Rudi möchte hier weiter am Aufbau einer Spitzenmannschaft beteiligt sein. Ich denke nicht, dass er das aufgeben will. Und wir haben nicht vor, Rudi gehen zu lassen", sagte Holzhäuser der Münchner "tz".

Auch Allofs ein Kandidat

Die Frage, wer Nachfolger von Hoeneß werden soll, beschäftigt die Szene seit langem.

Während Hertha-Manager Dieter Hoeneß inzwischen erklärte, nicht die Nachfolge seines Bruders antreten zu wollen, gilt auch Bremens Sportdirektor Klaus Allofs als Kandidat.

Als ausgemacht gilt, dass das Aufgabengebiet von Hoeneß künftig auf zwei Personen verteilt werden soll: Eine, die sich um die finanziellen Belange kümmert und eine, die die Federführung im sportlichen Bereich inne hat. Die Neuschaffung des Postens eines Sportdirektors ist deshalb wahrscheinlich.

Hoeneß will weiter mitbestimmen

Dieser Sportdirektor müsste aber damit leben, dass Hoeneß auch als Bayern-Präsident das Tagesgeschäft beim Rekordmeister mitbestimmen will.

"Der einzige Unterschied zwischen der heutigen Situation und der zukünftigen wird der sein, dass ich nicht mehr da unten sitze, sondern dann sitze ich eben da oben", sagte Hoeneß der "Abendzeitung" in Anspielung auf seinen Sitzplatz im Stadion.

Er werde sich die Spiele der Bayern genauso häufig wie bislang oder zumindest sehr häufig anschauen. Bisher saß Hoeneß, der seit 1979 als Manager die Geschicke der Münchner leitet, stets neben dem Trainer auf der Bank.

"Eine Biografie? Never ever!"

Obwohl für Hoeneß mit dem Wechsel in den Aufsichtsrat und auf den Posten des Präsidenten als Nachfolger von Franz Beckenbauer eine sehr erfolgreiche Ära zu Ende gehen wird, lehnt der 57-Jährige die Idee einer Biografie über das Erlebte ab:

"Eine Biografie? Von mir? Nein. Never ever! Wenn ich die Wahrheit über das, was ich alles erlebt habe, schreiben würde, müsste man etwa zehn Bände machen - und ich müsste nach der Veröffentlichung nach Australien auswandern. Da habe ich aber keine Lust dazu."

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