vergrößernverkleinern
Demba Ba erzielte seine Saisontore neun bis elf © imago

Überschattet von Doping-Ermittlungen gegen ein Duo stürmt 1899 nach einem 3:3 im Derby gegen Stuttgart zurück an die Spitze.

Stuttgart - Dank des überragenden Demba Ba ist 1899 Hoffenheim wenige Stunden nach Bekanntwerden von möglichen Dopingverstößen an die Tabellenspitze der Bundesliga zurückgekehrt, hat einen Sieg aber leichtfertig verpasst.

Der Herbstmeister kam in einem spannenden Schlagabtausch durch die drei Tore des senegalesischen Stürmers beim VfB Stuttgart zu einem 3:3 (2:2).

Sead Salihovic schoss allerdings einen Foulelfmeter in der letzten Szene des Spiels über das Tor. Dadurch kann der Hamburger SV (39 Punkte) am Sonntag mit einem Sieg bei Bayer Leverkusen Hoffenheim wieder von Platz eins verdrängen.

Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick konnte dennoch eine Woche nach der 1:4-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen den Abwärtstrend bremsen.

"Wie angeschlagene Boxer"

Dem VfB Stuttgart, der als bestes Rückrundenteam ins Derby gegangen war, misslang dagegen die perfekte Generalprobe vor dem UEFA-Cup-Rückspiel am Donnerstag gegen Zenit St. Petersburg.

"Es war ein klasse Spiel mit vielen Emotionen und vielen Toren. Allerdings bringt sich meine Mannschaft immer wieder um den Lohn der harten Arbeit, indem sie individuelle Fehler macht. Am Ende müssen wir froh sein nicht zu verlieren, da waren aber auch beide Mannschaften am taumeln wie angeschlagene Boxer", fasste VfB-Coach das turbulente Spiel zusammen.

"Können mit dem 3:3 leben"

Die Zuschauer kamen heute voll auf ihre Kosten. Es war ein hoch intensives Spiel über 90 Minuten, bei dem wir überraschend in Führung gegangen sind. Das 2:1 für Stuttgart war irregulär, denn da ging ein Foul von Cacau an Luiz Eduardo voraus. Das 3:2 der Stuttgarter war von Gomez super gemacht. Wir hätten aber am Schluss gewinnen können, können aber auch mit dem 3:3 leben."

Mario Gomez (31./63.) und Cacau (26.) hatten für den VfB getroffen, Ba erzielte seine Tore in der 24., 45. sowie 67. Minute.

Doping-Ermittlungen sorgen für Wirbel

Vor Beginn des Derbys hatte die Nachricht für Aufregung gesorgt, dass der Kontrollausschuss des DFB auf Antrag der DFB-Anti-Doping-Kommission gegen die Hoffenheimer Andreas Ibertsberger und Christoph Janker ermittelt.

Beide Defensivspielern waren mit zehnminütiger Verspätung bei den unangemeldeten Doping-Kontrollen nach dem Bundesliga-Spiel am 7. Februar 2009 bei Borussia Mönchengladbach (1:1) erschienen.

Rangnick bestritt mögliche Dopingverstöße innerhalb seiner Mannschaft vor Spielbeginn am Mikrofon des TV-Senders "Premiere". "Dopingvorwürfe kann es keine geben, weil bei uns nicht gedopt wird", sagte Rangnick, der Ibertsberger von Beginn an spielen und Janker zunächst auf der Bank ließ.

Simak mit der ersten Chance

Vor 54.000 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Stuttgarter Arena übernahmen die Hausherren nach einer verhaltenen Anfangsphase zunehmend die Spielkontrolle.

Cacau, der im Sturm überraschend anstelle von Ciprian Marica neben Mario Gomez begann, hatte nach 21 Minuten die erste Chance der Schwaben vorbereitet. Jan Simaks Linksschuss verfehlte das Ziel aber knapp.

Compper überraschend in der Startelf

Dennoch gingen die Gäste, bei denen zwar Timo Hildebrand verletzungsbedingt fehlte, dafür aber Kapitän Marvin Compper trotz eines Muskelfaserrisses überraschend in der Startelf stand, in der 24. Minute durch Ba in Führung.

Der Senegalese traf nach einer Drehung ins lange Eck.

Ba trifft kurz vor der Pause

Der VfB reagierte prompt: Ausgerechnet der lange Zeit verletzte Cacau setzte zu einem Sprint durch nahezu die gesamte Hoffenheimer Hälfte an und spitzelte den Ball vorbei an Hildebrand-Vertreter Daniel Haas ins Tor (26.). Werde 1899-Superfan und sicher Dir Dein Trikot!

Fünf Minuten später ließ Nationalstürmer Gomez nach Flanke von Serdar Tasci das 2:1 per Kopf folgen. Erneut Ba traf kurz vor dem Pausenpfiff zum Ausgleich.

Hoffenheim lauert auf Konter

Die zweite Halbzeit begann wie die erste aufgehört hatte: Stuttgart griff an, Hoffenheim lauerte auf Konter. Die Partie lebte in der Folge vor allem von der Spannung und vom Kampf, Torraumszenen blieben allerdings Mangelware.

Gomez sorgte dennoch in der 63. Minute mit seinem zweiten Treffer für die erneute Führung der Schwaben, die Ba vier Minuten später ausglich.

Auf Seiten der Gastgeber verdienten sich Gomez und Simak die besten Noten. Bei Hoffenheim stach Ba hervor.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel