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Andreas Ibertsberger wechselte im Januar 2008 nach Hoffenheim © getty

Vor dem Spiel in Stuttgart sorgen Ermittlungen gegen zwei säumige 1899-Spieler für Unruhe. Es droht sogar eine lange Sperre!

München - Schock für 1899 Hoffenheim: Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt gegen die Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker.

Es geht um das Verhalten des Duos bei den unangemeldeten Doping-Kontrollen nach dem Bundesliga-Spiel am 7. Februar 2009 in Mönchengladbach (1:1).

Die beiden zur Doping-Kontrolle ausgelosten Profis hatten sich entgegen der DFB-Anti-Doping-Richtlinien nicht unmittelbar nach dem Abpfiff vom Spielfeld in den Dopingkontroll-Raum begeben.

Stattdessen erschienen sie dort erst nach der Teilnahme an einer Mannschaftssitzung mit zehnminütiger Verspätung.

Probe negativ

Die Doping-Kontrolle in Mönchengladbach bei Ibertsberger und Janker hatte ein negatives Ergebnis.

Dennoch droht ihnen wie in einem ähnlich gelagerten Falle gerade in Italien geschehen eine einjährige Sperre.

Theoretisch hätten in diesen zehn Minuten nämlich Maßnahmen ergriffen werden können, um die Dopingprobe zu manipulieren.

Rangnick: "Bei uns wird nicht gedopt"

Alle Hoffenheimer Entscheidungsträger wollten sich am Samstag im Rahmen des Pflichtspiels beim VfB Stuttgart mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht äußern.

Nur Trainer Ralf Rangnick wich kurz vor dem Anpfiff am Premiere-Mikrofon von der Linie ab: "Dopingvorwürfe kann es keine geben, weil bei uns nicht gedopt wird."

Angesprochen auf mögliche Risiken im Zusammenhang mit einem Einsatz von Ibertsberger sagte Rangnick: "Natürlich setzen wir Ibertsberger ein. Wenn wir ihn nicht einsetzen würden, wäre das eher ein Problem."

Gladbach beratschlagt

Ein Gladbacher Einspruch lag am Samstagnachmittag noch nicht vor.

"Wir konzentrieren uns auf das Spiel und werden uns dann am Abend zusammensetzen, um zu beratschlagen. Ich kann noch nicht sagen, ob wir einen Protest ausschließen oder vornehmen", sagte Sportdirektor Max Eberl bei Premiere.

Ein Einspruch wäre der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung möglich, "wenn in einem Spiel ein gedopter Spieler mitgewirkt oder sich ein Spieler schuldhaft geweigert hat, sich einer Doping-Kontrolle zu unterziehen."

Italienischer Präzedenzfall?

Die einjährige Dopingsperre gegen die italienischen Fußball-Profis Daniele Mannini und Davide Possanzini könnte dabei zum Präzedenzfall für eine mögliche Bestrafung des Duos werden.

Die italienischen Profis waren Ende Januar 2009 vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) mit zwölf Monaten Spielverbot belegt worden.

Sie waren am 1. Dezember 2007 im Zweitliga-Spiel ihres früheren Klubs Brescia Calcio gegen Chievo Verona nicht nur mit zehn Minuten, sondern mit über 30 Minuten Verspätung zur Dopingprobe angetreten.

Wie im Fall des Hoffenheimer Duos waren die Testergebnisse am Ende negativ.

"Harte und unverhältnismäßige Sanktion"

Der DFB-Kontrollausschuss muss entscheiden, ob er ein sportgerichtliches Verfahren gegen Ibertsberger und Janker einleitet.

Der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch kündigte am Samstag eine genaue Überprüfung der Parallelen an.

"Ob diese Entscheidung tatsächlich auch für den Fall der beiden Hoffenheimer Profis anwendbar ist, muss nun zunächst vom DFB-Kontrollausschuss genauestens geprüft werden."

Koch fügte bei Premiere hinzu, dass eine einjährige Sperre "auch aus unserer Sicht eine viel zu harte und unverhältnismäßige Sanktion" sei. Die Glaubwürdigkeit des Fußballs hänge aber in entscheidendem Maße davon ab, dass Richtlinien eingehalten würden.

Vernehmungen in Hoffenheim

Wann in diesem Fall mit Ergebnissen zu rechnen ist, ist unklar.

Laut Koch sollen zunächst "in den kommenden Wochen" in Hoffenheim Vernehmungen stattfinden.

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