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Die Gladbacher bejubeln das erste Saisontor von Oliver Neuville © getty

Der Trainer ändert erfolgreich die Taktik und lässt die Gladbacher erstmals jubeln. In Hannover schrillen die Alarmglocken.

Mönchengladbach - Hans Meyer dürfte sich selbst am meisten über seinen Streich gefreut haben.

Der Gladbacher Coach stellte sein Team von einer Drei-Mann-Abwehr auf eine Viererkette um Und er ließ Marko Marin von Anfang an wirbeln.

Entscheidungen, die sich bezahlt machten: Die Borussia schlug Hannover 96 mit 3:2 (zum Spielbericht: Gladbach reißt Hannover in den Abstiegsstrudel).

Und nachdem Meyer mit Oliver Neuville den Siegtorschützen eingewechselt hatte, keimte wieder Hoffnung auf, den Klassenerhalt doch noch schaffen zu können.

Blick in die Zukunft

"Wir sind auf dem richtigen Weg, dass wir vielleicht bald wieder in eine Situation kommen, dass unsere Fans wieder berechtigt hoffen können," machte Meyer dem Gladbacher Anhang Mut.

Bis auf zwei Punkte sind die Borussen jetzt an den Relegationsplatz herangekommen.

Klar, dass die Borussen jetzt selbstbewusst auf das Gastspiel bei Hertha BSC Berlin schauen.

"Berlin hat zu Hause lange nicht verloren, da wird es mal Zeit", sagte Marin. "Auf dieser Leistung können wir aufbauen."

Winterzugang Paul Stalteri rechnete schon einmal hoch: "Fünf Punkte in drei Spielen, wenn das bis zum Saisonende so weitergeht, steigen wir nicht ab."

Meyer hat bewiesen, dass er über seinen Schatten springen kann.

Vielen Gladbachern dürfte bei dieser Erkenntnis ein Stein vom Herzen fallen. Publikumsliebling Marko Marin ist für die "Fohlen-Elf" einfach unersetzlich.

Zittern in Hannover

Derweil schrillen bei Hannover 96 die Alarmglocken - so laut wie selten zuvor in dieser Bundesliga-Saison.

Die Niedersachsen kassierten die sechste Auswärtsniederlage in Folge. Sie stehen nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt und haben Spiele gegen die Top-Teams aus Leverkusen und München vor der Brust.

"Wir stecken im Abstiegskampf, keine Frage", meinte Hannovers Nationaltorhüter Robert Enke und fügte an:

"Es ist jetzt alles noch viel enger zusammengerückt. Es wird in den nächsten Wochen sehr schwer für uns", meinte Enke, dessen Vorderleute im Borussia-Park zwar einen 0:2-Rückstand aufgeholt, aber dann kurz vor Schluss doch noch das entscheidende dritte Gladbacher Tor zugelassen hatten:

"Aber dem müssen wir uns stellen und auf unsere gute Heimbilanz bauen."

Heimstarke Hannoveraner

Im eigenen Stadion haben die Niedersachsen bislang 20 ihrer 21 Punkte geholt, aber darauf allein will sich 96-Trainer Dieter Hecking nicht verlassen.

"Das ist eine Gefahr, dass wir alles zu Hause regeln müssen", warnt der Coach, der schon sehr lange auswärts kein Erfolgserlebnis mehr feiern durfte.

In der laufenden Saison reichte es nur zu einem Unentschieden am 5. Oktober in Dortmund, insgesamt gab es für Hannover in den letzten 20 Auswärtsspielen nur einen einzigen Sieg.

"Wenn man seine Spiele nicht gewinnt, dann muss man nach unten schauen", sagte Hecking ohne Umschweife: "Wir sollten nicht zu viele Sorgenfalten zeigen, aber wir müssen schon aufpassen."

Ins Spiel zurück gekämpft

Positiv wertete der 44-Jährige, der als Spieler von 1983 bis 1985 in Gladbach unter Vertrag stand, dass sich seine Mannschaft nach dem 0:2-Rückstand durch die jeweils dritten Saisontore von Alexander Baumjohann (36.) und Nationalspieler Marko Marin (43.) zurück ins Spiel gekämpft hatte.

"Die Mannschaft lebt, eindeutig", sagte Hecking, "aber sie bringt sich selbst um den Lohn ihrer Arbeit, wie schon am letzten Wochenende gegen Stuttgart."

Da hatten die 96er aus einem 0:2 ein 3:2 gemacht, dann aber zwei Minuten vor Schluss noch den Ausgleich kassiert.

In Gladbach brachten Sergio Pinto (53.) und Christian Schulz (77.) die Gäste wieder ins Spiel.

Chance zur Führung

"Wir hatten sogar die Chance, selbst in Führung zu gehen", meinte der 96-Trainer, der aber dann mitansehen musste, wie sein Team den Borussen doch noch den Siegtreffer durch den eingewechselten Oliver Neuville (83.) gestattete:

"Wir bekommen einfach zu viele Gegentore, so viele können wir vorne gar nicht schießen", verzweifelte Hecking.

Für die Niedersachen geht es am kommenden Wochenende mit einem Paukenschlag weiter, wenn Bayer Leverkusen in der AWD-Arena zu Gast sein wird.

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