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Wichniarek rutschte zweimal knapp an seinem 13. Saisontreffer vorbei © getty

Im Duell der Tabellennachbarn verpassen es Bielefeld und Bochum, der direkten Konkurrenz im Abstiegskampf wichtige Zähler abzuluchsen.

Bielefeld - Das Abstiegsgespenst bleibt Stammgast: Nach dem 21. Spieltag dürften sich sich sowohl Arminia Bielefeld als auch der VfL Bochum als Verlierer fühlen (Ergebnisse und Tabelle)

Die Siege der Konkurrenz aus Cottbus und Mönchengladbach trafen die beiden Beteiligten nach einem 1:1 (0:1) im Kellerduell bis ins Mark - umgehend richteten sich beide Klubs auf einen Existenzkampf bis zur letzten Saisonminute ein.

"Die Ergebnisse tun weh. Es könnte wieder ein Krimi werden, eine ganz enge Geschichte wie letztes Jahr", sagte Arminia-Trainer Michael Frontzeck.

Bielefelds Coach zeigte sich nach dem ersten Schock sogar ein wenig erleichtert: "Angesichts der anderen Ergebnisse ist der Punkt Gold wert. Gott sei Dank sind wir zurückgekommen."

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Während Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch vor der Pressekonferenz dennoch ein klares "Wie beschissen!" vernehmen ließ, nahm VfL-Trainer Marcel Koller den Rückschlag gelassen auf. "Es ist ärgerlich, aber auch logisch, dass die anderen auch einmal gewinnen. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen."

Zu früh zurückgelehnt

Die Einschätzung des Schweizers war völlig korrekt, denn Bochum (Vereinsseite) hätte nach dem 1:0 durch Diego Klimowicz (30.) nachlegen müssen, um den Auswärtsfluch nach 287 Tagen endlich zu bannen.

So kam Bielefeld durch Abwehrspieler Andre Mijatovic (83.) zum späten Ausgleich. Drei Minuten später flog Klimowicz mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz und der VfL rutschte auf den Relegationsrang ab.

Dreimal vom Feld. dreimal Wagner

"Wir haben mehr verloren als nur einen Punkt, denn wir haben das Spiel kontrolliert", erklärte Winter-Neuzugang Klimowicz. Was seinen Platzverweis betrifft, zeigte sich der Argentinier nicht wirklich schuldbewusst: "Meine erste gelbe Karte war für mich nicht berechtigt. Die zweite war okay, aber auch da bin ich ohne Ellenbogen in den Zweikampf gegangen".

Stattdessen sah er Schuld bei Schiedsrichter Lutz Wagner: "Wir hätten den einen oder anderen Elfmeter bekommen müssen und wahrscheinlich auch das Spiel gewonnen". Schiedsrichter Wagner scheint Klimowicz nicht zu liegen. Denn für den VfL-Stürmer war es der dritte Bundesliga-Platzverweis und immer war es Lutz Wagner, der ihn des Platzes verwies.

Der Beginn des Nervenkriegs

"Ich bin sehr traurig." Arminias Präsident Hans Hermann-Schwick (Vereinsseite) trauerte ebenfalls "zwei Punkten hinterher", gab aber gleich die Devise für die Wochen der Wahrheit aus: "Wir müssen jetzt die Nerven behalten. Es wird ganz eng, aber das ist für uns längst Routine."

In der vergangenen Saison hatten sich die Ostwestfalen am letzten Spieltag gerettet. "Das war ein bisschen zuviel Spannung für uns, das müssen wir nicht wieder haben", sagte Mijatovic. Mit Siegen in den kommenden Spielen in Köln, gegen Frankfurt (Caio beendet Frankfurter Talfahrt) und beim Karlsruher SC soll der Grundstein für den Rekord-Klassenerhalt, den fünften in Serie, gelegt werden.

"Wünsche werden selten erhört"

Dem einst "unabsteigbaren" VfL droht weiterhin der sechste Absturz in 15 Jahren. Das 2:1 im kleinen Revierderby gegen Schalke 04 erwies sich beim Lieblingsgegner in Bielefeld, wo Bochum zuletzt in schöner Regelmäßigkeit gewonnen hatte, als Strohfeuer.

"Noch sind es 13 Spiele, die Saison endet ja mit dem 34. Spieltag", sagte Koller - eine fade Durchhalteparole. Was beide Teams jetzt bis Mai erwartet, sprach Schwick aus. "Abstiegskampf, bis ganz zum Ende. Alles andere wäre wunderschön."

Roland Kentsch, Finanz-Geschäftsführer der Arminia, machte ihm wenig Hoffnung: "Im Fußball werden Wünsche selten erhört."

Die Erkenntnis des Tages lieferte Arminias Topstürmer Artur Wichniarek: "Wenn man nicht gewinnen kann, muss man eben unentschieden spielen".

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