vergrößernverkleinern
Seit 2005 wieder in Bremen am Ball: Torsten Frings (l) © getty

Werders Personalpolitik ist konsequent, doch in Cottbus mangelt es erneut an Durchschlagskraft. Die Situation wird immer kritischer.

Von Jessica Pulter

München - Torsten Frings hat eine dicke Kopfballchance gehabt, Mesut Özil brachte aus 16 Metern einen strammen Schuss aufs Tor. Und Hugo Almeida versuchte es mit einer schönen Drehung um seinen Gegenspieler herum.

Doch alle Möglichkeiten, die sich Werder Bremen in der Schlussphase gegen Energie Cottbus erarbeitete, verpufften.

Was den Grün-Weißen an Kaltschnäuzigkeit fehlte, verbuchte Cottbus für sich, und Energie gewann sein Heimspiel mit 2:1 (0:0).

"Wir kriegen den Erfolg nicht hin"

"Wir haben fast immer ein Übergewicht und sind fast immer die bessere Mannschaft, doch wir kriegen den Erfolg nicht hin", resümierte Werder-Coach Thomas Schaaf, dessen Mannschaft nur noch auf Tabellenplatz elf dümpelt. (Ergebnisse und Tabelle)

Dass es selbst gegen das heimschwächste Team für die Bremer nicht reichte, lag wieder einmal an der mangelhaften Chancenverwertung.

Das Fehlen vom Top-Torschützen Claudio Pizarro war deshalb umso schmerzlicher.

Kein Training - kein Einsatz

Pizarro hatte seinen Bruder in München besucht, und da der Flieger zurück nach Bremen Verspätung hatte, verpasste der Peruaner das Abschlusstraining. Schaaf nahm ihn deshalb für das Cottbus-Spiel aus dem Kader.

"Wenn ein Spieler sich so verhält, dann muss man konsequent sein, sonst verliert man auch an Glaubwürdigkeit gegenüber den anderen Spielern", unterstützte Sportdirektor Klaus Allofs die Maßnahme des Coachs. "Es gab nur diese Lösung."

Die Streichung von Pizarro war verständlich - selbst in der Kreisliga muss ein Spieler mit seinem Nichteinsatz rechnen, wenn er das Training verpasst. Doch die fehlende Option im Sturm war deutlich bemerkbar. Vor allem, weil niemand in die Bresche sprang.

Alternativen sind Mangelware

Diego, der erstmals in der Rückrunde nach seiner Sperre zum Einsatz kam und im UEFA-Cup gegen Milan am Mittwoch noch bester Bremer auf dem Platz war, konnte der Partie überhaupt nicht seinen Stempel aufdrücken.

Markus Rosenberg trat kaum in Erscheinung und war kein gleichwertiger Pizarro-Ersatz, der in dieser Saison schon elf Mal getroffen hat.

Almeida war bemüht, konnte aber nur bei der 1:0-Führung in der 46. Minute glänzen.

Zwei Fehler der Außenverteidiger

Hinzu kamen zwei folgenschwere Fehler der beiden Bremer-Außenverteidiger. Beim Ausgleich ließ sich Clemens Fritz den Ball von Ivica Iliev kurz vorm eigenen Strafraum abluchsen und wartete vergeblich auf einen Foulpfiff. Iliev (51.) schob den Ball an den teilnahmslos wirkenden Per Mertesacker und Frank Baumann vorbei ins Tor.

Den Siegtreffer erledigte Dimitar Rangelov in der 90., nachdem Sebastian Boenisch ein mögliches Abseits des Cottbussers aufhob.

Abstiegszone rückt näher

Für Bremen wird die Situation nicht besser, denn der Tabellenkeller rückt immer näher. Der Relegationsplatz ist nur noch neun Punkte entfernt.

"Wir dürfen davor nicht die Augen verschließen und müssen den Blick auch nach unten richten", meinte Allofs mit Blick auf die nächsten Gegner aus München und Hoffenheim.

Schritt nach vorn

Cottbus dagegen schaffte mit dem zweiten Heimsieg in Folge den Schritt von den Abstiegsrängen und kletterte auf Rang 14 - auch dank einer sehr disziplinierten taktischen Leistung.

Die durchgewürfelte Viererkette, in der aufgrund von Sperren und Verletzungen Ovidiu Burca debütierte, schnappte sich viele Bälle, wodurch Energie im eigenen Stadion kontern konnte. Und das auch zwei Mal nutzte.

"Die Mannschaft ist heiß, die wollen unbedingt den Klassenerhalt", erklärte Manager Steffen Heidrich. Gegen Bochum am kommenden Wochenende kann der nächste Schritt in diese Richtung gemacht werden.

Gewinne hier ein original Cottbus-Trikot! Jetzt Superfan werden und Bremen-Trikot gewinnen!

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel