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Hoffenheims Tobias Weis (r.) im Zweikampf mit Stuttgarts Cacau © imago

Trotz schwieriger Umstände gelingt Hoffenheim durch das 3:3 im Derby gegen Stuttgart wieder die Rückkehr an die Tabellenspitze.

Von Andreas Kloo

München - 90. Minute, Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart, Elfmeter für Hoffenheim beim Stand von 3:3. Eine bessere Dramaturgie hätte sich kein Drehbuchschreiber ausdenken können.

Doch Sejad Salihovic jagt den Ball knapp über die Latte und macht so das Happy End für sein Team zunichte.

"Wir sind sehr, sehr unglücklich, dass wir den Matchball nicht versenken konnten", beschrieb Hoffenheims Mittelfeldspieler Tobias Weis hinterher die Gefühlslage der Mannschaft nach dem Spiel.

Denn mit einem Sieg hätte der Herbstmeister ein eindeutiges Zeichen an die Konkurrenz gesetzt. Nach dem 1:4 gegen Leverkusen am letzten Spieltag hatten viele schon zum Abgesang auf die Kraichgauer angesetzt.

Ibertsberger und Janker droht einjährige Sperre

Aber die Botschaft der Hoffenheimer kam auch so an: Wir lassen uns durch nichts aus der Bahn werfen. Nicht umsonst attestierte Manager Jan Schindelmeiser der Mannschaft "Moral und Herz".

Zuallererst waren da die Doping-Ermitttlungen gegen Andreas Ibertsberger und Christoph Janker. (Doping-Wirbel in Hoffenheim)

Weil die beiden beim 1:1 in Mönchengladbach erst mit zehnminütiger Verspätung zur Doping-Kontrolle kamen, droht dem Duo trotz negativer Proben sogar eine einjährige Sperre. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt bereits. Am Montag soll der Verein Stellung nehmen.

Rangnick versucht zu entkräften

Vor der Partie in Stuttgart stellte Ralf Rangnick zwar sofort klar: "Dopingvorwürfe kann es keine geben, weil bei uns nicht gedopt wird."

Dennoch hätte diese Nachricht die Mannschaft aus der Bahn werfen können. Aber Rangnick erklärte: "Die Mannschaft hat das vor dem Spiel nicht mitbekommen. Aber mich hat das schon bewegt."

Bas Ein-Mann-Show

Auch der Ausfall von Top-Torjäger Vedad Ibisevic schien die Hoffenheimer nicht mehr zu belasten. Ralf Rangnick ließ sein Team mit einer Spitze auflaufen: Demba Ba. Und der erzielte schließlich alle drei Tore für Hoffenheim (24., 45., 67. Minute).

Der zweimalige Rückstand nach den Treffern von Mario Gomez zum 2:1 (31.) und 3:2 (63.) brachte die Hoffenheimer ebenso nicht aus der Ruhe wie die üblichen Psycho-Spielchen und Nickeligkeiten, die solch ein Derby mit sich bringt.

Lehmanns Schuh-Aktion

Für Unmut bei den Gästen sorgte vor allem Jens Lehmann. Nachdem Sejad Salihovic in einem Zweikampf einen Schuh verloren hatte, nahm Lehmann diesen und warf ihn auf das Tornetz.

"Lehmann kann die Mätzchen meinetwegen mit seinen Mitspielern machen. Da ist er über das Ziel hinausgeschossen", kritisierte Rangnick den ehemaligen Nationaltorhüter.

Gomez: Alle Sympathien weg

Aber auch die Hoffenheimer gewannen auf Stuttgarter Seite keine neuen Freunde:

"Für diese Mannschaft hatte ich in der Hinrunde sehr viele Sympathien, die mittlerweile alle weg sind, weil sie sich um 180 Grad gewandelt haben". beschwerte sich Gomez nach dem Spiel.

"Ich weiß nicht wieso, aber es gibt schon ein paar, die mir richtig auf die Eier gegangen sind." Explizit nannte Gomez die Nummer 17, also Tobias Weis.

Boka fällt lange aus

Sejad Salihovic setzte außerdem mit einer eingesprungenen Grätsche Stuttgarts Arthur Boka außer Gefecht. Der Ivorer erlitt dabei einen Innenband-Teilabriss im rechten Knie und fällt mindestens sechs Wochen aus.

Gomez selbst war eindeutig bester Mann des VfB. Nach seinem Treffer in St. Petersburg ließ er gegen Hoffenheim seine Saisontore zwölf und dreizehn folgen.(Werde 1899-Superfan und sicher Dir Dein Trikot! )

Dennoch war der 23-Jährige nach dem Spiel nicht zufrieden: "Es ist mir unerklärlich, dass wir so ein Spiel nicht gewinnen können. Durch krasse individuelle Fehler geben wir einen Sieg aus der Hand. So spielst du immer nur zwischen Platz sieben und zwölf."

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