Klinsmann bereitet dem "Prinzen" die totale Demütigung. Es scheint Podolskis letzter Auftritt im Bayern-Trikot gewesen zu sein.

Bei seiner letzten Szene auf dem Rasen zog Lukas Podolski das Bayern-Trikot noch mal hoch bis auf Kinnhöhe. Mit einem Zipfel rieb er sich über die Lippen.

Dann verschwand "Poldi" zur Pause - und sollte auch nicht mehr wiederkommen beim 1:2 der Bayern gegen Köln.

Es sollte verwundern, käme der "Prinz" im Bayern-Trikot überhaupt noch mal wieder. Dass ihn Jürgen Klinsmann nach 45 Minuten draußen ließ, ist der bisher heftigste Schlag in Podolskis Gesicht. Nach einem ohnehin schon monatelangen Spießrutenlauf in München.

Weniger, weil es gegen "Poldis" Ex- und Herz-Klub ging. Und das auch noch zur Karnevalszeit.

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Vielmehr deshalb, weil es für Podolski einer kaum zu überbietenden Demütigung gleichkam. Erst rutschte er nach 108 Tagen allein auf Druck der Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß kurzfristig wieder in den Kader - oder nach offizieller Lesart: Weil Luca Toni verletzt war.

Dann wurde "Poldi" von Klinsmann 45 Minuten am Nasenring durch die Arena geführt und bei erster Gelegenheit ausgetauscht durch Landon Donovan, Klinsmanns Spezl aus gemeinsamen Tagen in Kalifornien. Noch offensichtlicher und endgültiger kann man kaum abserviert werden.

Dass Donovan im Sturm an der Seite von Klose schließlich noch weniger zustande brachte als Podolski - geschenkt.

Dem 23-Jährigen scheint bei den Bayern nicht mal mehr ein Gnadenbrot vergönnt: Oder wie ist es anders zu deuten, dass Podolski beim Stand von 0:2 in Hälfte zwei nicht als einer von dann drei Angreifern ran durfe? Obwohl sonst kein Stürmer mehr im Aufgebot stand und Klinsmann doch auf die Karte totale Offensive hätte setzen müssen.

Nach Abpfiff sagte "Poldi" nur knapp: "War schön, wieder im Kader stehen." Doch wer's glaubt, muss jeck sein.

Podolskis letzte Szene gegen Köln hatte vielmehr Symbolcharakter: Mund abwischen, endgültig abhaken das Kapitel München - und auf ein Neues dann im Sommer beim FC.

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