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VW-Chef Martin Winterkorn (r.) ist Mitglied im Aufsichtsrat des FC Bayern © getty

Kanzlerkandidat Steinbrück und Fraktionschef Steinmeier sind verwundert darüber, dass das Kontrollgremium Uli Hoeneß stützt.

München - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier zeigen kein Verständnis für die Entscheidung des Aufsichtsrats von Bayern München, dass Steuersünder Uli Hoeneß sein Amt als Vorsitzender des Gremiums weiterführen darf.

"Da im Aufsichtsrat von Bayern München eine ganze Reihe sehr respektabler und zu respektierender Manager sitzen, hat mich gewundert, dass die in diesem Fall nicht dieselben Verhaltensregeln gelten lassen, die sich die deutschen Manager selbst auferlegt haben", sagte Steinbrück.

Das Mitglied im Aufsichtsrat von Borussia Dortmund, Gegner der Bayern im Champions-League-Finale am 25. Mai in London, verwies darüber hinaus auf einen Kodex, "und in dem Fall hätte ein deutscher Manager sein Mandat zumindest ruhen lassen müssen".

Steinbrück ergänzte: "Insofern wundert mich die Entscheidung des Aufsichtsrates, dass dies nicht in gleichem Maße gilt für Herrn Hoeneß, unbenommen der Tatsache, dass er genauso behandelt werden soll wie jeder andere auch, der sich solcher Verfehlungen, möglicherweise solcher Straftaten hat schuldig werden lassen."

Noch kein Ja für London

Steinbrück ließ noch offen, ob er das Finale vor Ort erleben wird. "Natürlich richten sich meine Sehnsüchte auf das Wembley-Stadion, wo ich mich ausnahmsweise gerne für Schwarz-Gelb einsetzen möchte", sagte er.

Aber das Endspiel kollidiere mit einigen anderen Terminen in Nordrhein-Westfalen. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, so Steinbrück.

Steinmeier verwundert

Steinmeier erinnerte im Interview in der "Neuen Westfälischen" im Zusammenhang mit der Hoeneß-Affäre an die Verpflichtung von Aufsichtsräten in Aktiengesellschaften und brachte damit seine Verwunderung zum Ausdruck, dass der Fall Hoeneß noch keine Konsequenzen für dessen Ämter bei den Bayern nach sich gezogen hat.

"Der Verein Bayern München ist eine Aktiengesellschaft. Die Bestimmungen des deutschen Aktienrechts regeln die Pflichten der Aufsichtsräte", so Steinmeier.

Und er fügte hinzu: "Ich kann nur hoffen, dass die Vorstandsvorsitzenden und Vertreter von Audi, Telekom, adidas und Burda, die im Aufsichtsrat der Bayern sitzen, sich über die Reichweite ihrer Verpflichtung im Klaren waren, als sie beschlossen, dass der Fall Hoeneß keine Konsequenzen für Bayern München haben soll."

Dass Hoeneß öffentlich bereut habe, ändere nach Ansicht von Steinmeier nichts an der Affäre. "Im Unterschied zu seinen CSU-Unterstützern weiß Hoeneß, dass er unrecht gehandelt hat. Sonst hätte er sich ja nicht selbst angezeigt", ergänzte der SPD-Politiker. Alles anderen würde nunmehr die Richter entscheiden.

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