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Der FC Bayern feierte nach dem Spiel gegen Augsburg seine 23. Meisterschaft © getty

Nach dem Arbeitssieg gegen Augsburg reckt Bayern-Kapitän Philipp Lahm die Schale in den Himmel. Die Legenden applaudieren.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Als die Schale nach zwei titellosen Jahren endlich wieder zum FC Bayern zurückkehrte, war die Begeisterung dementsprechend groß.

Philipp Lahm streckte die Meisterschale in den Himmel, die anderen Spieler tanzten ausgelassen im Konfettiregen vor 71.000 Zuschauern um den Kapitän. (717063DIASHOW: Der 33. Spieltag)

"Heute wird auf jeden Fall gefeiert", sagte Verteidiger Dante: "Danach haben wir noch zwei Wochen bis zum Champions-League-Finale. Wir wollen, dass die Fans nach zwei Jahren ohne Schale eine große Feier machen. Und wir machen ein bisschen mit.?

Dabei störte es die Münchner auch überhaupt nicht, dass die Bayern den 3:0-Pflichtsieg (Tore: Thomas Müller, Xherdan Shaqiri, Luiz Gustavo) gegen Augsburg eher routiniert als schwungvoll eingefahren hatten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bierdusche statt Muskelfaserriss

Der Verlauf des Abends werde wie das Spiel, vermutete Müller: "Unberechenbar".

Besonders gefeiert wurde Meistertrainer Jupp Heynckes, für den es das letzte Heimspiel war. "Wir haben eine Saison gespielt, die in die Annalen eingehen wird", sagte Heynckes, der nach Abpfiff ausgiebig mit Weißbier übergossen wurde.

"Normalerweise muss man flinke Beine haben, die habe ich nicht mehr, deshalb habe ich lieber die Bierdusche hingenommen als mir einen Muskelfaserriss zu holen."

Freundliche Schläge für Pizarro

Die Bayern genossen den Auftakt zur großen Meistersause, 22 FCB-Legenden, darunter "Kaiser" Franz Beckenbauer und Torwart-Titan Oliver Kahn, standen nach Schlusspfiff Spalier für jeden einzelnen Bayern-Profi aus dem Kader.

Claudio Pizarro musste vom früheren Teamkameraden Roy Makaay sogar ein paar freundliche Hiebe einstecken.

Ein Omen für Wembley?

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball überreichte dann das Objekt der Begierde an Lahm, der in rot-weißen Konfettiregen schier unterzugehen schien.

Dass die Trophäe aus der Hand von Dortmunds Präsident kam, nahmen die Bayern als gutes Omen fürs Champions-League-Finale gegen den Erzrivalen. Die Fans waren dank Freibier, Blasmusik und Goaßlschnalzern ohnehin bester Laune.

Großer Applaus für Bayerns Legenden

Schon vor der Partie gegen Augsburg hatten die Münchner ihre 23. Meisterschaft zelebriert.

Unter dem Motto "Mia san boarisch" ließen die Münchner Fans, viele in Dirndl oder Lederhose, ihr Team hochleben, die Fankurve widmete dabei Jupp Heynckes in seinem letzten Heimspiel in der Münchner Arena ein gigantisches Plakat: "Danke Jungs - Danke Jupp".

Bayern mit engagiertem Start

Die Bayern machten zunächst keinerlei Anstalten mit halber Kraft dem Bundesliga-16. zu begegnen. Thomas Müller vergab aber nach Flanke von Arjen Robben die Chance zum 1:0 (7.).

Der Rekordmeister kombinierte gefällig, FCA-Keeper Alexander Manninger war jedoch auch gegen Mandzukic' Versuch nach Vorarbeit von Franck Ribery zur Stelle (18.).

Derweil mühte sich der FCA kämpferisch gegenzuhalten und erspielte sich gleich zu Beginn zwei brauchbare Möglichkeiten. Jedes Mal parierte allerdings Manuel Neuer reaktionsstark gegen Tobias Werner (14.,16.).

Augsburg bleibt Elfer versagt

Den Augsburgern war anzumerken, dass sie im Abstiegskampf jeden Zähler benötigen und sich selbst in München etwas ausrechneten. Dong Won Ji protestierte entsprechend geladen, als ihm Schiedsrichter Marco Fritz nach einem Zweikampf mit Javier Martinez einen klaren Strafstoß verweigerte (30.).

Plötzlich waren die Bayern aus dem Tritt, das Team aus der 80 Kilometer entfernten Nachbarstadt ebenbürtig, zumal die Augsburger bis zur Pause schlicht mehr liefen als das Bayern-Ensemble. Die bayerischen Schwaben waren bis zur Pause insgesamt 60 Kilometer unterwegs, Bayern nur 56 Kilometer.

Hatten die Münchner dann mal Platz, vertändelten sie wie Franck Ribery nach einem schönen Sololauf im Strafraum (42.).

Ji trifft die Latte

Auch in der zweiten Hälfte blieb die Partie offen. Ji schürte mit einer Bogenlampe auf die Latte die Hoffnungen des FCA-Anhangs (56.), während die Bayern sich vor allem auf Einzelaktionen verließen.

Robben schob dabei den Ball am Augsburger Tor vorbei (58.).

Die Augsburger wehrten sich weiter, dem FCB fehlte es lange an guten Ideen und Entschlusskraft. Den Knoten löste dann Thomas Müller, der eine Flanke von Dante per Kopfball verwertete (69.).

Die Münchner ließen sich den Pflichtsieg nun nicht mehr nehmen, Joker Shaqiri erhöhte sogar nach einem schnellen Konter noch auf 2:0 (82.). Mit einem präzisen Schuss von der Strafraumkante schraubte Luiz Gustavo das Resultat dann auf 3:0 (86.), die große Fete mit späterem Autokorso und Meisterfeier auf dem Rathausbalkon durfte starten.

Es war zugleich für die Bayern der 28. Dreier in dieser Spielzeit - ein weiteres Superlativ in dieser mit Bestmarken gespickten Saison. Die Augsburger müssen indes nach der Niederlage am 33. Spieltag weiterhin um den Klassenverbleib zittern und ärgerten sich gewaltig über einen nicht gegebenen Elfmeter.

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