vergrößern verkleinern
Thomas Schaaf heuerte am 10. Mai 1999 als Trainer bei Werder Bremen an © getty

Bremen reicht bei Schaafs Jubiläum ein Punkt, um den Abstieg abzuwenden. Gegner Frankfurt muss noch um Europa bangen.

Bremen - Werder Bremen hat sich am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert.

Beim Dienstjubiläum ihres Trainers Thomas Schaaf 14 Jahre nach seinem Debüt kamen die Norddeutschen gegen Eintracht Frankfurt zwar nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus, dürfen aber wegen der Niederlagen der Konkurrenten aus Augsburg und Düsseldorf für ein weiteres Jahr Bundesliga planen.

Die zwischenzeitliche Werder-Führung durch Kevin De Bruyne (22.) glich Srdjan Lakic kurz nach der Pause aus (51.).

Das Remis gegen den Aufsteiger bedeutete für die Bremer das zwölfte Spiel in Folge ohne Sieg, doch das interessierte am Ende kaum jemanden ( 717063 DIASHOW: Der 33. Spieltag ).

Frankfurt vergibt Matchball

"Ich freue mich riesig, vor allem über die hohe Identifikation mit den Fans", erklärte Schaaf in Richtung des Publikums, das sein Team frenetisch angefeuert hatte.

Über seine Zukunft bei Werder wollte Schaaf aber ebensowenig wie Sportdirektor Thomas Eichin eine klare Aussage machen.

Aufsteiger Frankfurt vergab durch das Remis dagegen seinen ersten Matchball im Kampf um die Europa League (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Mannschaft von Trainer Armin Veh, die zuvor sieben Punkte aus drei Spielen geholt hatte, benötigt am kommenden Wochenende einen Heimsieg gegen Wolfsburg, um in der nächsten Saison sicher im internationalen Geschäft dabei zu sein.

Die Hausherren, bei denen Trainer Schaaf auf den Tag genau vor 14 Jahren sein Debüt auf der Werder-Bank gefeiert hatte, präsentierte sich von Beginn an äußerst kämpferisch und ging völlig verdient in Führung.

Frankfurt, das kurzfristig auf seinen am Sprunggelenk verletzten Top-Torjäger Alexander Meier verzichten musste, steigerte sich erst in der zweiten Hälfte und hatte sogar noch die Chancen auf einen Auswärtssieg.

Werder mit Herzblut

Kampfbetont, aggressiv, druckvoll - Werder begann vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion mit viel Herzblut. Während Frankfurt den Bremern zunächst das Mittelfeld überließ und auf Konter lauerte, drückten die Gastgeber gleich aufs Tempo.

Erst scheiterte Kapitän Clemens Fritz mit einem Fernschuss in der 2. Minute an Eintracht-Keeper Oka Nikolov, dann schlenzte Aaron Hunt den Ball aus aussichtsreicher Situation knapp neben das Gäste-Tor (3.).

Keine 60 Sekunden später setzte Stürmer Nils Petersen einen Kopfball über das Gehäuse (4.).

De Bruyne trifft

In der Folge verflachte der Bremer Angriffswirbel erst einmal. Doch just als die Gäste die Partie besser im Griff zu haben schienen, traf de Bruyne nach feiner Vorarbeit von Philipp Bargfrede zur Werder-Führung.

Kurz vor dem Seitenwechsel vergab der belgische Nationalspieler sogar die Chance zum 2:0, als er haarscharf an einer Hereingabe von Hunt vorbeirutschte (44.).

Die Bremer Fans belohnten ihre Mannschaft für den engagierten Auftritt zur Pause mit stehenden Ovationen.

Lakic gleicht aus

Umso überraschender fiel zu Beginn der zweiten Hälfte der Ausgleich. Nachdem die Hessen im ersten Abschnitt einzig durch einen Kopfball von Marco Russ für Gefahr gesorgt hatten, traf Lakic nach mustergültiger Vorlage von Karim Matmour mit dem ersten Frankfurter Angriff in Halbzeit zwei - aus abseitsverdächtiger Position.

Fortan übernahmen die Gäste vorübergehend das Kommando. Doch sowohl Takashi Inui (58.) als auch Kapitän Sebastian Jung (64.) scheiterten aus aussichtsreicher Position.

In einer munteren Schlussphase hatte aber auch Werder noch seine Chancen. Zunächst schoss Petersen knapp am langen Pfosten vorbei, dann verfehlte Hunt das Ziel (71.).

Wie vor 14 Jahren

Bei Schaafs Premierenspiel vor exakt 5114 Tagen stand Werder schon einmal am Abgrund zur 2. Liga.

Ex-Profi Schaaf wurde als Retter geholt, am 11. Mai 1999 leitete der Hoffnungsträger mit einem 1:0 gegen Schalke 04 die Wende ein - Bremen hielt die Klasse.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel