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Benedikt Höwedes (l.) und Schalke kassierten gegen Stuttgart ihre elfte Saisonniederlage © getty

Nach der Niederlage gegen Stuttgart wartet auf die Königsblauen ein Finale um den vierten Platz. Jermaine Jones fordert "Eier".

Gelsenkirchen - Endspiel statt Vorfreude auf die Königsklasse, Nervenflattern statt Planungssicherheit:

Bei Schalke 04 beginnt nach dem 1:2 (0:1) gegen den VfB Stuttgart (Bericht) das große Zittern.

Am nächsten Samstag kommt es zum direkten Duell mit Verfolger SC Freiburg um die Champions-League-Qualifikation, und selbst "Raubein" Jermaine Jones fühlt sich nicht ganz wohl in seiner Haut:

"Wie hat Olli Kahn gesagt? Jetzt brauchst Du Eier und Typen, die sich nicht verstecken!"

Kater- statt Partystimmung

Aus der geplanten Party zu den Vertragsverlängerungen von Juwel Julian Draxler und Trainer Jens Keller wurde beim letzten Schalker Heimspiel nichts, stattdessen herrschte Katerstimmung.

"Wir haben es verspielt. Das war ein Elfmeter, den wir drübergehauen haben", sagte Sportdirektor Horst Heldt:

"Das lässt einen älter werden. Ich habe ein paar Jahre verloren."

Perfektes Wochenende verpasst

Keller übte sich nach der Niederlage gegen seinen alten Arbeitgeber in Zweckoptimismus, konnte aber bei aller Freude über den neuen Vertrag bis 2015 seine Enttäuschung nicht verbergen:

"Ich hätte gerne den Deckel draufgemacht, dann wäre es ein perfektes Wochenende gewesen. Jetzt ist es halt auf die nächste Woche verschoben." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein paar Stunden vor dem Anpfiff hatten die Schalker nach wochenlangen Spekulationen einen Schlussstrich gezogen und die Verlängerung mit Keller bekannt gegeben.

Auch bei Pleite keine Diskussionen um Keller

Dass sie es sich im Falle einer Niederlage in Freiburg und dem Ende aller Champions-League-Träume doch noch einmal anders überlegen könnten mit dem Trainer, bezeichnete Heldt als "völlig ausgeschlossen".

Platzierungen seien "wichtig, aber nicht alles im Leben", sagte der Manager, der bestätigte, zwei "interessante Gespräche" mit Stefan Effenberg über ein mögliches Engagement als Cheftrainer geführt zu haben.

Danach habe es keine "Entscheidung gegen Stefan", sondern "eine für Jens gegeben".

Die Mannschaft habe sich unter Keller weiterentwickelt, sagte Heldt, "auch wenn es etwas blöd ist, nach so einer Niederlage von Weiterentwicklung zu sprechen".

Schalke ohne Draxler hilflos

In der Tat hatte Schalke gegen den Pokal-Finalisten bitter enttäuscht.

Draxler, der eine Gelbsperre absaß, fehlte der ideenlosen Mannschaft an allen Ecken und Enden.

Vedad Ibisevic mit seinen Saisontreffern 14 und 15 (24., 66.) sorgte für den verdienten Sieg der Gäste.

Das unglückliche Eigentor des ansonsten bärenstarken Georg Niedermeier in der Nachspielzeit (90.+2) fiel nicht mehr ins Gewicht (717063DIASHOW: Der 33. Spieltag).

"Wollten Endspiel vermeiden"

"Jetzt haben wir das Endspiel, das wir vermeiden wollten. Wir sind unheimlich enttäuscht, aber positiv ist, dass wir weiter alles selbst in der Hand haben", sagte Kapitän Benedikt Höwedes.

Ein Sieg in Freiburg würde den Schalkern einen Platz in den Playoff-Spielen um den Einzug in die lukrative Champions-League-Gruppenphase garantieren.

Auch ein Unentschieden gegen den Tabellenfünften würde reichen, sollte der Sechste Eintracht Frankfurt gegen den VfL Wolfsburg nicht mit mindestens fünf Toren Unterschied gewinnen.

VfB sammelt Selbstvertrauen

Die Stuttgarter müssen sich dagegen mit keinen Rechenspielen mehr plagen, dennoch war der Sieg auf Schalke im Hinblick auf das Pokalfinale gegen Meister Bayern München am 1. Juni immens wichtig.

Nach zwei peinlichen Patzern gegen die Underdogs FC Augsburg (0:3) und SpVgg Greuther Fürth (0:2) legte der VfB den Schalter eindrucksvoll um und sammelte viel Selbstvertrauen.

"Die Mannschaft ist sehr gut zurückgekommen", sagte Sportdirektor Fredi Bobic: "Darauf können wir aufbauen."

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