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Branimir Hrgota spielt seit 2012 für Mönchengladbach
Branimir Hrgota kam 2012 von Jönköpings Södra IF nach Gladbach © getty

Der Stürmer hält mit seinem Dreierpack Gladbachs Europa-Traum am Leben - kostet die Verantwortlichen aber auch einige Nerven.

Mainz - Nach dem Abpfiff hatte Lucien Favre den dreifachen Torschützen Branimir Hrgota wieder in Herz geschlossen.

"Ich gratuliere dem Scout, der diesen Spieler entdeckt hat", sagte der Coach über den erst 20 Jahre alten Startelfdebütanten.

Mit einem Dreierpack (39./Foulelfmeter, 59., 80.) schoss der Schwede Borussia Mönchengladbach fast im Alleingang zum 4:2 (1:1)-Erfolg beim FSV Mainz 05 (Bericht) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zuvor hatte er seinen Trainer aber auch einige Nerven gekostet (717063DIASHOW: Der 33. Spieltag).

Geklauter Elfer

Vor seinem ersten Treffer schnappte Hrgota dem als Elfmeter-Schützen vorgesehenen Martin Stranzl den Ball weg, während sich Favre draußen die Lunge aus dem Leib schrie.

"Das habe ich gar nicht gehört", sagte der Matchwinner nach der Partie mit einem Lächeln auf den Lippen:

"Aber ich habe ihn reingemacht. Ich glaube, das war schon in Ordnung."

"... dann hätte ich ihm den Kopf abgerissen"

Er habe "immer wieder gerufen, dass Stranzl schießen soll. Aber er war sich sicher und hat getroffen, dann akzeptiere ich das gerne", sagte Favre:

"Aber einen zweiten Elfmeter hätte ich ihn nicht schießen lassen."

Denn auch die Ausführung des Strafstoßes zehrte am Nervenkostüm der Borussen.

Bei seinem ersten Bundesliga-Tor lupfte Hrgota die Kugel frech in die Tormitte.

"Wenn er nicht getroffen hätte, hätte ich ihm den Kopf abgerissen", sagte Sportdirektor Max Eberl bei "Sky".

Befreiung aus dem Loch

Auch bei seinen beiden weiteren Treffern zeigte sich der junge Stürmer vor dem Tor eiskalt.

Die Gegentreffer durch Shawn Parker (12.) und Andreas Ivanschitz (90.+1, Handelfmeter) waren nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Überraschend hatte Favre den vor der Saison für 400.000 Euro von Jönköpings IF aus Schweden verpflichteten Stürmer für Peniel Mlapa in die Startformation berufen.

Nach einigen Kurzeinsätzen zu Saisonbeginn war Hrgota, der im heutigen Bosnien geboren wurde, in ein Formloch gefallen und nur noch selten zum Einsatz gekommen.

Lohn für den Trainingseifer

"In den letzten Wochen hat er im Training endlich gezeigt, was er kann. Deshalb hat er heute von Anfang an gespielt", begründete Favre seine Entscheidung.

Ihn wird freuen, dass Hrgota nach dem Spiel pflichtschuldig verkündete: "Ich werde weiter im Training Gas geben."

Dabei kann der schwedische U-21-Nationalspieler als Vorbild für die vielen jungen Spieler in Borussias Kader gelten.

"Jeder Spieler hat bei uns die Chance sich im Training zu präsentieren", sagte Favre, der den Hype um seinen jungen Schützling aber auch etwas bremste:

"Er braucht noch Zeit. Er muss sich weiter an die Bundesliga gewöhnen."

Immerhin saß für ihn auch Millionen-Einkauf Luuk de Jong erneut nur auf der Ersatzbank.

Gladbacher Mini-Chance gegen Bayern

Dank Hrgota wollten die Gladbacher ihre Mini-Chance auf die Europa League trotz weiter drei Punkten Rückstand auf einen Europapokal-Platz noch nicht ganz abschreiben.

"Man muss immer daran glauben. Es wäre schön, wenn es doch noch klappt", sagte Stranzl.

Am kommenden Samstag muss der fünfmalige Meister möglichst hoch gewinnen und auf Ausrutscher von zwei Konkurrenten hoffen.

Auch Trainer Lucien Favre hat seine Europa-Rechnung schon gemacht.

"Im Fußball weiß man nie, was passiert. Wir müssen ja nur 10:0 gewinnen", sagte der Schweizer mit einem Augenzwinkern.

Der Gegner am letzten Spieltag heißt Bayern München.

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