Schalkes Verlängerung mit Keller verpufft wirkungslos. Verpasst er die Champions League, dürfte sein Vertrag nicht viel wert sein.

Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn der damalige Assistent Markus Gisdol im vergangenen Dezember die Nachfolge von Huub Stevens auf Schalke angetreten hätte.

Doch statt des Favoriten machte Junioren-Coach Jens Keller das Rennen, die erhoffte Wende blieb aber zunächst aus.

Vielmehr ging die Talfahrt der Königsblauen, die zu Saisonbeginn mal Bayern-Verfolger waren, so rasant weiter, dass Kellers Aus am Saisonende beschlossen schien.

Zumindest Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies hatte offenbar lange Zeit keine sonderlich hohe Meinung vom einst in Stuttgart gescheiterten Ex-Profi, schließlich bot er Christian Streich, Armin Veh und wohl auch Stefan Effenberg den Job als Cheftrainer an.

[image id="fde6083a-63d9-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Doch nachdem die beiden Wunschkandidaten abgesagt hatten und nach vier Siegen in den vorherigen sechs Spielen für Schalke das Minimalziel Champions-League-Quali wieder zum Greifen nah war, bekam der umstrittene Berufseinsteiger Effenberg eine Absage.

Nachdem die Bosse die gesamte Rückrunde billigend die permanente Unruhe in Kauf genommen und durch ihre Verhandlungen sogar forciert hatten, nun doch noch eine Entscheidung - leider zur völlig falschen Zeit.

Denn statt für neue Energie zu sorgen, verpuffte die Vertragsverlängerung bis 2015 (!) mit Keller gegen Stuttgart wirkungslos, nach der Heimniederlage stehen die Königsblauen am letzten Spieltag vor einem Endspiel beim direkten Konkurrenten SC Freiburg.

Ein Endspiel auch für Keller, denn nach einer weiteren Pleite würde er ungeachtet der eben erst trockenen Tinte unter seinem Vertrag mit einer schweren Bürde in die Sommerpause gehen.

Ein Fehlstart in die neue Saison könnte die Verlängerung dann schon zur Makulatur werden lassen.

Noch schlimmer hat es allerdings Gisdol erwischt, der vom Beinahe-Trainer eines Champions-League-Achtelfinalisten nun fast sicher zum Abstiegs-Coach in Hoffenheim geworden ist.

So könnte es am Ende nur Verlier geben, in Hoffenheim wie auf Schalke.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel