Die Bayern feiern die Meisterschaft ausgelassen. Robben überschüttet den Sportchef mit Weißbier, Lahm denkt schon an Dortmund.

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Vom FC Bayern berichten Christian Stüwe und Mathias Frohnapfel

München - Im Vorfeld der Meisterfeier des FC Bayern München war Matthias Sammer nicht müde geworden, zur Besonnenheit zu mahnen.

Die Party sei eine "Finalvorbereitungsfeier", hatte der Sportvorstand gesagt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Als Sammer dann um kurz nach 21 Uhr den Rathausbalkon betrat und von Arjen Robben direkt geschätzte drei Liter Weißbier über den Kopf geschüttet bekam, war dies zumindest für den Moment vergessen. (717063DIASHOW: Der 33. Spieltag)

Sammer tanzte völlig durchnässt und ausgelassen mit den Spielern, 20.000 Fans jubelten begeistert.

Der Saison-Höhepunkt, das Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund im Londoner Wembley-Stadion am 25. Mai, war zumindest in diesem Moment ganz weit weg.

"Das halten wir schon aus"

"Wir wissen alle, was wir noch für Spiele haben, aber heute werden wir lange und intensiv feiern", kündigte Bastian Schweinsteiger an:

"Wir sind noch jung, das halten wir schon aus."

Nach dem 3:0 gegen Augsburg (Bericht) war der Mittelfeldchef des FC Bayern schon im Party-Outfit aus der Kabine gekommen.

Eine Fanschal um den Kopf gebunden, darauf eine umgedrehte Baseballkappe und eine weiß-blaue Brille im Gesicht - so eilte Schweinsteiger zum Mannschaftsbus.

Autokorso durch Schwabing

Im Schlepptau David Alaba, der als letzter mit der Meisterschale unter dem Arm einstieg.

Der Bus brachte die Bayern nach Schwabing, dort stiegen die Spieler und Verantwortliche in Cabrios um und machten sich auf den Weg Richtung Marienplatz.

Tausende Hände wurden unterwegs abgeklatscht - auch von Präsident Uli Hoeneß, der es sich trotz seiner Steueraffäre nicht nehmen ließ, in einem der Wagen neben seinem Freund Jupp Heynckes Platz zu nehmen.

Schon zuvor in der Allianz Arena war die Stimmung ausgelassen gewesen. Dass die Partie gegen Augsburg eher mäßig war, störte niemanden.

Schale, Konfetti-Regen, Weißbier-Dusche

Als Philipp Lahm die Meisterschale um 17.39 Uhr in den Himmel reckte, tanzten die anderen Spieler im Konfetti-Regen um den Kapitän, anschließend wurde nicht nur Heynckes ausgiebig mit Weißbier geduscht.

Vermutlich floss auch am Abend auf der privaten Party im Postpalast, wo die Bayern vor einem Jahr nach dem verlorenen "Finale dahoam" noch getrauert hatten, das eine oder Bier.

"Wir haben uns das verdient und jetzt wird gefeiert", brachte Thomas Müller die Lage auf den Punkt.

Vor dem Spiel hatten 22 legendäre frühere Bayern-Spieler Spalier gestanden, um die aktuelle Mannschaft zu ehren.

Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Paul Breitner, Oliver Kahn, Bixente Lizarazu, Willy Sagnol, Hansi Pflügler, Sammy Kuffour oder Giovane Elber gratulierten und hinterließen beim aktuellen Team offenbar mächtig Eindruck.

Boateng: "Ein Super-Erlebnis"

"Das ist ein Super-Erlebnis", sagte Jerome Boateng zu SPORT1: "Dass die ganzen Bayern-Legenden Spalier gestanden haben, war toll."

Dass die meisten dieser früherer Profis die Champions League beziehungsweise den Europapokal der Landesmeister gewonnen haben, dürfte zumindest ein Fingerzeig für die Bayern sein.

Denn trotz aller Rekorde und Ausgelassenheit kann der FC Bayern die Saison nur als Rekord werten, wenn der große Rivale Dortmund in London in die Schranken gewiesen wird.

Lahm denkt ans Finale

Und so war es der Kapitän, der auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten wieder auf das Champions-League-Finale und das ebenfalls anstehende DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart am 1. Juni lenkte.

"Wir sind noch nicht am Ende", rief Lahm den Fans auf dem Marienplatz zu: "Wir wollen jetzt auch die anderen zwei Titel."

Dass dürfte auch Matthias Sammer gefallen haben.

Der Sportvorstand hätte sicherlich nichts dagegen, schon in zwei Wochen wieder mit klebrigem Gerstensaft überschüttet zu werden.

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