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Alexander Manninger (FCA), Robbie Kruse (F95) und Sejad Salihovic (1899, v.l.) verloren am 33. Spieltag allesamt © getty

Düsseldorf zittert um den Klassenerhalt, der Coach darf aber bleiben. 1899 steht am Abgrund, Augsburg im "Finale" gegen Fürth.

München - Trauern und Bangen in Hoffenheim, Leiden in Düsseldorf, Hoffen in Augsburg und fast schon ungläubiges Jubeln in Bremen: Im Abstiegskampf der Bundesliga hat sich die Situation vor dem letzten Spieltag zugespitzt.

Eine Woche Nervenanspannung pur steht für die drei verbliebenen Rivalen nun noch an: Einer wird den bitteren Gang in die 2. Bundesliga gehen müssen, einer darf oder muss in die Relegation, einer wird sich sofort retten.

Werder Bremen ist dem Abstieg noch einmal von der Schippe gesprungen und nahm dies nach dem zwölften Spiel ohne Sieg fast schon beschämt auf.

Ob Trainer Thomas Schaaf in seine 15. Saison gehen darf, ist noch offen.

Entlassungs-Gerüchte um Meier

Als potenzieller Nachfolger wurde unter der Woche sein alter Kumpel Norbert Meier gehandelt.

Der Coach von Fortuna Düsseldorf antwortete, man könne ihn genauso gut fragen, ob er schwanger sei.

Doch nach dem bitteren 1:2 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg sah sich Meier selbst Entlassungs-Gerüchten ausgesetzt (Nachbericht).

Büskens wird gehandelt

Der Aufsichtsrat steckte im VIP-Raum sofort nach dem Abpfiff die Köpfe zusammen. Dass auch der Name Mike Büskens kursiert, ist ein offenes Geheimnis.

Aber jetzt den Trainer wechseln - "wäre Aktionismus und dummes Zeug. Damit würden wir uns lächerlich machen", sagte Finanz-Vorstand Paul Jäger dem "Express".

Klare Gedanken zu finden, ist in Düsseldorf derzeit aber ohnehin sehr schwierig.

"Sieg oder Sarg"

"Sieg oder Sarg! Das absolute Endspiel kommt", sagte Mittelfeldspieler Oliver Fink nach der fast "tödlichen" Niederlage. (717063DIASHOW: Der 33. Spieltag)

Selbst ein kurioses Eigentor von Hanno Balitsch zum 1:0 hatte der Fortuna nicht in den Sattel geholfen.

"Zum ersten Mal habe ich 'Kämpfen'-Rufe gehört", sagte Manager Wolf Werner. Meier zog im Aktuellen Sportstudio des ZDF das Fazit: "Angst essen Seele auf."

Und Axel Bellinghausen gab die Losung für Hannover aus: "Alles Scheiße im Moment, zum Heulen. Aber eine Chance haben wir noch. Arschbacken zusammenkneifen und durch. Wir schaffen das."

Hoffenheim braucht ein Wunder

Während die Fortuna in das Spiel in Hannover immer noch als 15. geht, braucht Hoffenheim nicht weniger als ein "Wunder von Dortmund", wenn das Märchen vom Dorfverein in der Bundesliga nicht enden soll.

Immerhin: Mäzen Dietmar Hopp sagte nach dem frustrierenden 1:4 (0:2) gegen den Hamburger SV weiter seine bedingungslose Unterstützung zu.

"Die TSG wird - unterstützt von mir und von allen, die hier Verantwortung tragen - frisch angreifen", versprach der 73-Jährige (Nachbericht).

Salihovic hofft weiter

Die chaotische Saison mit vier Trainern und drei Managern wird wohl mit dem Abstieg enden. Um das zu vermeiden, bräuchte Hoffenheim einen Sieg beim entthronten deutschen Meister und auch noch Schützenhilfe.

Etwas stimmungsaufhellend wirkte in Hoffenheim am Sonntag eine positive Meldung. Der im September 2012 verunglückte Boris Vukcevic macht weiter Fortschritte. Er kann mittlerweile alleine spazieren gehen.

Bei Sejad Salihovic.lebt die Hoffnung jedenfalls noch.

"Vielleicht schont Dortmund ja schon ein paar Spieler für das Finale in der Champions League", sagte der Bosnier: "Jede Mannschaft ist schlagbar."

Augsburg Favorit auf Klassenerhalt

Jede, außer Bayern München. Diese Erfahrung musste am Samstag der FC Augsburg beim 0:3 (0:0) machen (Nachbericht).

Doch obwohl die Schwaben auf Platz 16 stehen, gelten sie plötzlich als Favorit auf den direkten Klassenerhalt. Scheinen die drei Punkte zu Hause gegen Absteiger SpVgg Greuther Fürth doch fest eingeplant.

"Wenn wir gewinnen, bleiben wir direkt drin", sagte Außenverteidiger Matthias Ostrzolek. Und mit Nachdruck fügte er an: "Die Düsseldorfer fangen allmählich an zu zittern."

"Finale" gegen Fürth

Der FCA stand nach Ende der Hinrunde punktgleich mit Fürth auf einem Abstiegsplatz.

In der Rückserie holte er dafür mehr Punkte als der potenzielle Europa-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt.

"Wir haben jetzt das Finale, das uns um Weihnachten herum keiner mehr zugetraut hat", sagte Trainer Markus Weinzierl bei LIGA total!.

Schaaf vor dem Aus?

Bremen hat den Klassenerhalt geschafft, doch nach dem 1:1 (1:0) gegen Frankfurt gab es bei Schaaf keine Freudensprünge, keine geballten Fäuste und nicht einmal ein Lächeln.

Während seine Mannschaft zusammen mit den Fans zur Fußball-Hymne "You'll never walk alone" feierte, stand der Trainer einsam im Mittelkreis des Weserstadions und genoss den Erfolg höchstens im Stillen.

Um seine Zukunft gibt es nämlich zunehmend zum Verwirrspiel.

Werder-Coach angefressen

Euphorie verspürte Schaaf jedenfalls nicht.

"Es gibt keine Begründung, dass ich hier wie das Rumpelstilzchen rumlaufen sollte", sagte er sichtlich angefressen: "Wir haben das Spiel nicht gewonnen. Und vom Klassenerhalt bin ich immer ausgegangen. Das ist für mich nichts Außergewöhnliches."

In Düsseldorf, Fürth und Augsburg sehen sie das anders.

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