Für Thomas Berthold bietet der königsblaue Klub Stoff für ein ganzes Buch. Vor der Relegation legt sich der Experte fest.

Hallo Fußball-Freunde,

über die Dinge, die dieses Jahr auf Schalke passieren, könnte man ein ganzes Buch schreiben. Warum wird jetzt, zwei Spieltage vor Schluss, der Vertrag von Jens Keller verlängert? Und warum wird es verkündet? Dass immer alles an die Öffentlichkeit kommt, ist ein Problem bei Schalke.

Jens Keller hat die Kurve gekriegt. Die Punktquote spricht für ihn, Schalke ist die viertbeste Rückrundenmannschaft. Deshalb hat es mich auch gewundert, dass die Diskussion um Effenberg aufkam.

Nichts gegen Stefan, aber er hat bisher noch nicht mal eine Jugendmannschaft trainiert.

Allein die Idee, jemand zum Cheftrainer zu machen, der noch nie auf der Bank gesessen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Nun wurde doch mit Keller verlängert. Aber was passiert, wenn Schalke jetzt gegen Freiburg verliert und die Champions-League-Qualifikation verpasst? Dann ist wieder alles möglich.

Schalke kann es sich gar nicht leisten, die Champions League zu verpassen. Dann wird es auch schwer, attraktive Spieler zu verpflichten. Denn die wollen alle Champions League spielen.

Auch die Spieler müssen sich an die Nase fassen. Für Stuttgart geht es um nichts mehr, der VfB hat keine gute Saison gespielt. Einfacher geht es nicht mehr. Die Spieler haben den Anspruch, in die Champions League zu kommen und verlieren in dieser Phase gegen den VfB Stuttgart.

Das soll mir mal einer erklären. Da muss man auch mal Taten folgen lassen. Geredet wird viel vorher, aber es zählt, was auf dem Platz passiert.

Und Freiburg kann das Spiel gegen Schalke gewinnen, zu Hause ist bei denen alles möglich. Der Druck liegt deshalb ganz klar bei Schalke und Trainer Keller.

Für mich ist das alles unbegreiflich. Ich weiß nicht, wie solche Entscheidungen wie jetzt die Vertragsverlängerung auf Schalke getroffen werden. Ist das stimmungsabhängig? Aus dem Bauch heraus? Mit richtiger Strategie hat das alles nichts zu tun.

Im Tabellenkeller haben die Augsburger ein gutes Spiel in München gemacht. Sie hatten eine Riesenchance durch Tobias Werner, das Tor muss er eigentlich machen. Dann haben sie einen ganz klaren Elfmeter nicht bekommen, wo man sich fragen muss, was der Schiedsrichter da gemacht hat.

Trotzdem kann der FCA einiges mitnehmen. In der Schlussphase ist noch Ja-Cheol Koo nach seiner Verletzung zurückgekehrt, der einer der besten Augsburger in dieser Saison war. Ich traue ihnen zu, dass Spiel gegen Fürth ganz klar zu gewinnen und den Klassenerhalt zu schaffen.

Düsseldorf muss in die Relegation. Die Fortuna hat noch Glück, dass die Hoffenheimer nicht gegen den HSV gewonnen haben. Sonst hätte Düsseldorf einen Punkt in Hannover holen müssen, um nicht direkt abzusteigen.

Aber in der jetzigen Verfassung dürfte es für die Fortuna auch in der Relegation gegen Kaiserslautern ganz eng werden. Die negative Serie spricht eine ganz klare Sprache.

Bis nächste Woche,Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf ist regelmäßig als LIGA total!-Experte im Einsatz und schreibt wöchentlich die Bundesliga-Kolumne für SPORT1.

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