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Effenberg spielte von 1990 bis 1992 und von 1998 bis 2002 beim FC Bayern © getty

Sportvorstand Sammer erklärt bei SPORT1, warum "Effe" nicht die Münchner Reserve trainieren will. Scholls Nachfolge bleibt offen.

Von Thorsten Mesch und Christian Ortlepp

München - Stefan Effenberg galt als Idealbesetzung für den Trainerposten bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern, doch der ehemalige Mittelfeldspieler wird nicht die Nachfolge von Mehmet Scholl antreten (Weitere Infos ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1).

"Ich bin und war mit Stefan immer im Kontakt", sagte Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer Sammer zu SPORT1, "bei diesen Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass es nicht sein Anspruch ist. Er kann es sich nicht vorstellen, die zweite Mannschaft in der vierten Liga zu trainieren."

Triumph als Kapitän

Als Kapitän führte Steffan Effenberg den FC Bayern vor zwölf Jahren zum bisher letzten Sieg in der Champions League, anschließend ließ er seine Karriere beim VfL Wolfsburg und bei Al Arabi in Katar ausklingen.

Im vergangenen März schloss der ehemalige Nationalspieler den Fußballlehrer-Lehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln ab und galt zuletzt als aussichtsreichster Kandidat, ab der kommenden Spielzeit als Trainer die U-23-Auswahl des deutschen Rekordmeisters zu übernehmen.

Lob von Sammer und Heynckes

"Stefan Effenberg spielt in unseren Überlegungen immer eine Rolle", hatte Sammer noch Mitte April im Gespräch mit SPORT1 erklärt und die Vorzüge des Ex-Nationalspielers gepriesen:

"Er verkörpert den FC Bayern München. Er war ein Leader, er war Kapitän. Und er hat sehr erfolgreich seinen Trainerschein absolviert."

Auch Bayern-Chefcoach Jupp Heynckes hatte sich lobend über Effenberg geäußert: "Ich halte viel von Stefan und gehe davon aus, dass er die Trainerkarriere einschlagen wird. Ich bin überzeugt, dass er ein sehr guter Trainer wird."

Schnittstelle zwischen Profis und Amateuren

Effenberg, der als ideale Schnittstelle zwischen dem Amateur-Lager und dem Profi-Bereich mit dem neuen Chefcoach Pep Guardiola galt, hatte Gespräche mit den Münchnern bestätigt.

Doch nun sagte der 44-Jährige, der für "Sky" die Spiele der Bayern analysiert, ab.

Effenberg war einer von zwei Kandidaten für die Nachfolge von Scholl, der mit der Bayern-Reserve in der Regionalliga-Süd den Aufstieg verpasste und sich in Zukunft auf seinen Job als "ARD"-Experte konzentriert.

Hermann zieht es nach Leverkusen

Neben Effenberg war auch Heynckes' Assistent Peter Hermann im Gespräch.

Der 61-Jährige sitzt bei fast jedem Heimspiel der Regionalliga-Mannschaft auf der Tribüne.

Doch Hermann zieht es wohl zurück zu Bayer 04 Leverkusen, wo er als Chef-Scout im Gespräch ist. Auch der ehemalige Bayer-Stürmer Heiko Herrlich war zwischenzeitlich als Kandidat gehandelt worden.

Wer assistiert Guardiola?

Ungeklärt ist bei den Bayern weiterhin die Frage, wer als Guardiolas Assistent arbeiten wird. Spekuliert wurde viel, von Effenberg bis zum ehemaligen Schalke-Torjäger und Guardiolas früherem Nationalmannschaftskollegen Raul.

Es gilt als durchaus möglich, dass Hermann Gerland, aktuell noch Co-Trainer von Heynckes bei den Profis, diese Position auch unter Guardiola bekleiden wird.

Effenberg war zuletzt auch mit Schalke 04 in Verbindung gebracht worden und soll sich nach SPORT1-Informationen mit den Gelsenkirchenern getroffen haben. Schalke entschied sich jedoch, den Vertrag mit Trainer Jens Keller zu verlängern.