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Jürgen Klopp kam 2008 von Mainz 05 zu Borussia Dortmund © imago

Dortmunds Trainer glaubt an den Sieg im Champions-League-Finale. Der BVB sei ein "unangenehmer Gegner für jede Mannschaft".

Von Thorsten Mesch

München/Dortmund - Knapp zwei Wochen sind es noch bis zum großen Showdown zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern in London, doch längst wirft der Hit seine Schatten voraus.

BVB-Trainer Jürgen Klopp ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft für die Münchner ein härterer Prüfstein sein wird als die bisherigen Gegner des FCB in der Champions League.

"Uns fegen die Bayern nicht aus dem Stadion", sagte Klopp dem "kicker".

Die Bayern hätten zwar den FC Barcelona (4:0) und Juventus Turin (2:0) aus dem Stadion geschossen, aber "das ist mit uns nicht möglich. Wir sind ein unangenehmer Gegner für jede Mannschaft auf diesem Planeten."

Unterschied "nicht so groß"

Der Unterschied zwischen Bayern und Dortmund sei "nicht so groß, dass ich uns nicht zutrauen würde, im Endspiel den entscheidenden Tick besser zu sein", sagte Klopp.

Am 25. Mai spielen beide um die Krone im europäischen Fußball. Für die Bayern ist es das dritte Endspiel innerhalb von vier Jahren, der BVB steht zum zweiten Mal nach 1997 im Finale.

Druck bei Bayern größer?

Für die Bayern dürfte der Druck nach den verlorenen Endspielen von 2010 und 2012 also deutlich größer sein als für den BVB, dessen Einzug ins Finale die meisten Experten nicht auf dem Zettel hatten.

Klopp erwartet, "dass man die Bayern in den nächsten zwölf Tagen noch einige Male daran erinnern wird, dass sie das ein oder andere große Finale verloren haben."

"Wir wissen, wie gut wir sind. Wir wissen aber auch, dass wir unsere Qualität am allerobersten Limit auf den Platz bringen müssen, um die Bayern zu schlagen", ergänzte der BVB-Coach.

In der laufenden Saison ist dies den Dortmundern allerdings nicht gelungen.

Im DFB-Pokal zog die Borussia in München im Viertelfinale mit 0:1 den Kürzeren, in der Bundesliga endeten die direkten Vergleiche 1:1 (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). Zudem gab es im Supercup-Finale eine Niederlage.

Großer Rückstand in der Liga

Für den enormen Rückstand von 22 Punkten auf den Rekordmeister hat Klopp seine eigene Erklärung parat.

"Wir haben zweimal gegen Schalke, zweimal gegen den HSV und zu Hause gegen Wolfsburg verloren. Unter normalen Umständen hätten wir diese Spiele nie verloren - und könnten 15 Punkte mehr auf dem Konto haben", lautet Klopps Kalkulation.

Doch selbst dann hätte es für die Borussia gegen den in dieser Saison enorm starken FC Bayern nicht gereicht.

Anfällige Defensive als Problem

Einer der Hauptgründe dafür war Dortmunds Anfälligkeit in der Defensive. 40 Gegentreffer haben die Westfalen bis zum 33. Spieltag hinnehmen müssen, die Bayern nur deren 15.

"Wir wollen wieder dramatisch weniger Gegentore kassieren. Wir wollen dafür sorgen, dass Stabilität im nächsten Jahr einen noch höheren Stellenwert erhält", meinte Klopp.

Beim 3:3 (1:3) beim VfL Wolfsburg waren am Samstag die Defizite in Dortmunds Defensive wieder deutlich zu Tage getreten (Bericht).

Die taktische Ausrichtung seiner Mannschaft werde "wieder mehr Richtung Spiel gegen den Ball gehen. Weniger Dominanz-Fußball", erklärte der BVB-Coach.

Interesse an Eriksen

Verstärkt werden könnte die Dortmunder Mannschaft, die in Mario Götze einen ihrer besten Spieler ausgerechnet an die Bayern verliert, in der kommenden Saison mit dem dänischen Nationalspieler Christian Eriksen von Ajax Amsterdam.

"Jürgen Klopp hat mich angerufen und zur Meisterschaft gratuliert. Dabei hat er sich auch nach Christians Form erkundigt", verriet Ajax Trainer Frank de Boer am Wochenende.

Eriksen, der seit 2009 bei Ajax spielt und dessen Vertrag bis 2014 läuft, erklärte am Sonntag, gerne bei Borussia Dortmund anheuern zu wollen.

Als weiterer Kandidat für das offensive Mittelfeld ist Heung-Min Son vom Hamburger SV im Gespräch, zudem gibt es Spekulationen um ein BVB-Interesse am brasilianischen Offensivspieler Bernard (20) von Atletico Mineiro und dem kolumbianischen Angreifer Jackson Martinez (26) vom FC Porto.

"Überzeugt, dass Hummels bleibt"

"Es gibt fantastische Fußballer auf diesem Planeten. Doch ich werde ganz bestimmt hier und heute nicht einen Namen kommentieren", sagte Klopp und ergänzte: "Wir werden auch im nächsten Jahr eine sehr, sehr gute Mannschaft haben."

Angst davor, dass der BVB nach Götze weitere Leistungsträger wie Mats Hummels verlieren könnte, hat er nicht: "Ich bin überzeugt, dass Mats bei uns bleibt."

Kein Zoff mit Sammer

Klopp versichert zudem, dass es in London keine ähnlichen Szenen geben werde wie beim 1:1 gegen Bayern zu Beginn des Monats, als er mit Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer aneinander geraten war.

"So ein Bild wie zuletzt in Dortmund wird es in Wembley nicht geben. Nach diesem Finale soll über Fußball gesprochen werden und nicht darüber: Was hat Klopp mit Sammer oder Sammer mit Klopp?"

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