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Marcell Jansen (M.) kam im Sommer nach einer Saison bei den Bayern zum HSV © getty

Trotz des Sieges in Leverkusen stapelt der HSV tief. Vom Titel spricht man noch nicht. Doch Hamburg hat auch ein Plus auf seiner Seite.

Von Jessica Pulter

München - Michael Gravgaard musste noch vor der Halbzeitpause mit zwei ausgekugelten Fingern ausgewechselt werden, Guy Demel ging in der zweiten Halbzeit mit einer Oberschenkelzerrung vom Platz und sein Ersatzmann Jerome Boateng sah auch noch die Gelb-Rote Karte in der 86. Minute.

Trotzdem hat der Hamburger SV das Spiel gegen Bayer Leverkusen mit 2:1 (1:1) gewonnen.

Denn die Hanseaten bewiesen eine Tugend, die den Rothosen derzeit nicht nur Platz eins in der Tabelle einbringt, sondern sie auch zum großen Titelkandidaten macht - Cleverness.

Dennoch wird das Wort "Meisterschaft" noch nicht ausgesprochen.

Den Wunsch erfüllen

"Wenn wir am Ende ganz oben stehen, wäre das natürlich super. Und Wünsche sind dazu da, dass man sie sich erfüllt", meinte HSV-Torwart Frank Rost.

"Wenn wir weiter so konzentriert spielen und an uns glauben, können wir das auch durchaus schaffen."

Ausgeglichener Kader

Ein Grund dafür ist auch die Ausgeglichenheit des Kaders, denn es läuft diese Saison bei Weitem nicht alles rund beim HSV.

Abwehrchef Bastian Reinhardt fällt langfristig mit einem Mittelfußbruch aus, Top-Torjäger Mladen Petric musste aufgrund einer Sperre zuletzt zwei Mal zusehen und nach dem Verkauf von Rafael van der Vaart und Nigel de Jong fehlen den Hamburgern zwei wichtige Säulen der letzten Jahre.

Doch davon war gegen Leverkusen nichts zu merken, denn andere sprangen trotz englischer Woche in die Bresche.

Immer wieder neu formiert

"Wir haben kein großes Problem, aber sehr viel kleine. Gegen Leverkusen stand wieder eine neue Mannschaft auf dem Platz und durch die Sperren wird das nächste Woche auch so sein", erklärte Trainer Martin Jol, der neben Boateng auch Collin Benjamin nach dessen fünften Gelben Karte gegen den VfL Wolfsburg ersetzen muss.

Trotzdem überzeugte der HSV. Denn obwohl Bayer die Partie bestimmte, agierte der HSV aus einer gut funktionierenden Defensive heraus und setzte dabei durch Ivica Olic und Paolo Guerrero Akzente im Sturm.

Der Lohn waren dann zwei Tore vom nachgerückten Marcell Jansen (18. und 67.), dem sein erster Bundesliga-Doppelpack gelang.

Kein Sturmproblem mehr

Überhaupt scheint Martin Jol aus dem Hamburger Kader noch mehr Klasse herausgekitzelt zu haben.

Wo es in der letzten Saison noch hieß, der HSV hätte ein Sturmproblem, überzeugen dieses Jahr Petric, Olic und Guerrero mit Toren und Vorlagen nach Belieben.

Und der FC Bayern wird sich derzeit wohl ärgern, Jansen zu Saisonbeginn abgegeben zu haben.

"Wir hätten gewinnen müssen"

Die Leverkusener hadern derweil damit, den Vorteil, ausgeruhter in die Partie gegangen zu sein, nicht genutzt zu haben.

"Uns hat die Cleverness des HSV gefehlt", resümierte Patrick Helmes, dem zwischenzeitlich der 1:1-Ausgleich (29.) gelang. "Das war wieder eins von den Spielen, das wir hätten gewinnen müssen, denn wir waren die bessere Mannschaft."

Leverkusen bleibt damit auf Platz fünf der Tabelle.

Noch kein Heimsieg in Düsseldorf

Trainer Bruno Labbadia ärgerte sich nicht so sehr über die Niederlage, sondern vor allem über eine Situation direkt vor dem zweiten HSV-Tor.

"Benjamin foulte ganz klar Stefan Kießling und der Schiedsrichter hat weiterspielen lassen, was ich überhaupt nicht verstehe. Dadurch fehlte uns hinten die Ordnung", meinte der Coach, wollte das aber ausdrücklich "nicht als Ausrede" verstanden wissen.

Bayer blieb damit bereits in der vierten Heimpartie in Folge ohne Sieg, und so langsam droht ein Düsseldorf-Fluch. Denn in ihrer vorläufigen neuen Heimat gab es noch keinen einzigen Punkt für die Werkself.

Völler zu den Bayern?

Zudem kursiert zurzeit das Gerücht, Sportdirektor Rudi Völler sei beim FC Bayern als Nachfolger von Manager Uli Hoeneß im Gespräch.

Völler selbst fühlte sich geehrt, "in der Verlosung mit drin zu sein", kann sich aber derzeit nicht vorstellen, Bayer zu verlassen: "Ich möchte noch viele Jahre mithelfen, hier etwas zu bewegen."

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