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Rudi Assauer war von 1981 bis 1986 und von 1993 bis 2006 Schalke-Manager © getty

Rudi Assauer bei Sport1.de über die Lage auf Schalke, seine Beziehung zum Verein, die Arbeit des Managements und den Trainer.

Von Conny Konzack

München - Er war eine Institution auf Schalke. Insgesamt fast 19 Jahre lang war Rudi Assauer Manager der Königsblauen.

In dieser Zeit erlebten die Gelsenkirchener alle Höhen und Tiefen des Fußballs: Aufstiege, Abstiege, Titel im UEFA- und DFB-Pokal, aber auch knapp verpasste Meisterschaften, wie in der Saison 2000/01, als Schalke lediglich "Meister der Herzen" wurde.

Assauers Amtszeit gipfelte schließlich in den Bau der Schalker Arena. Im Mai 2006 trat Assauer von seinem Posten zurück.

Desolate Situation

Momentan durchlebt der FC Schalke seine wohl schlimmste Phase seit Assauers Rücktritt. In der Tabelle stehen die Knappen nur im Mittelfeld, Assauers Nachfolger Andreas Müller steht im Kreuzfeuer der Kritik, die Außendarstellung des Vereins ist desolat. Königsblaue PR-Offensive

"Ich werde diese Tage permanent gefragt, was der Verein tun könne, um wieder Geltung zu bekommen", sagt Assauer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bei Sport1.de erklärt Rudi Assauer, warum das Thema Schalke 04 für ihn endgültig beendet ist und warum es auf Schalke einen radikalen finanziellen Einschnitt geben wird. Zudem nimmt er Stellung zur Einkaufspolitik und zur Unruhe im Verein. Die Schalker Fans lobt er ausdrücklich.

Rudi Assauer über...

seine zerrüttete Beziehung zum FC Schalke:

"Natürlich hängt mein Herz an diesem Klub, mit dem ich den UEFA- und zweimal den deutschen Pokal geholt habe. Aber nach reiflicher Überlegung am Wochenende habe ich jetzt einen endgültigen Schlussstrich gezogen.

Schalke? Nein, für mich ist das Thema beendet. Schluss! Aus! Ende! Ich habe keine Lust mehr, Tipps zu geben. Deswegen bin ich ja mit einigen im Verein mehr als quer Beet. Die Entscheidungsträger bei Schalke sind gar nicht mehr zugänglich. Auch die, die ich wie Andreas Müller selbst gefördert habe."

Misserfolge und finanzielle Einschnitte:

"Wirtschaftlich wird Schalke einen vor den Hals kriegen, denn Meister werden die sicher nicht mehr, und in der Champions League werden sie genauso wenig präsent sein wie im UEFA-Cup. Der ist nur noch mit viel Glück zu schaffen. Und das alles wird zu einem gehörigen finanziellen Einschnitt im Verein führen.

Schalke ist auf dem grünen Rasen und am grünen Tisch, sprich im Management, derart gescheitert, dass ich jetzt sogar befürchte, dass die Mannschaft nach unten durchgereicht wird und damit auch wirtschaftlich nichts mehr geht. Die fehlenden Einnahmen aus den internationalen Spielen werden dem Verein bitter fehlen."

Einkaufspolitik und Trainer Fred Rutten:

"Sicher, einige alte Verträge, an denen ich ja noch beteiligt war, laufen noch weiter, aber bei der Einkaufspolitik von Schalke ist auch nicht mit einer Besserung des Patienten zu rechnen.

Dieses ewige Theater mit Beleidigten, die Unruhe und natürlich die unglückliche Wahl des Trainers haben dazu geführt, dass ich heute einen endgültigen Schlussstrich ziehe. Die können mich alle mal."

Stadionbesuche und Sinn von Kritik:

"Das heißt nicht, dass ich mir nicht weiterhin auch noch mal das eine oder andere Spiel meiner Wahl anschaue, ich will ja Fußball sehen. Vom guten Fußball auf Schalke habe ich mich ja leider schon trennen müssen.

Die Fußballfreunde sollen mir glauben, dass ich nicht bewusst irgendein Theater veranstalten will, um wieder gerufen zu werden. Davon habe ich mich schon länger getrennt, und Mitstreiter sehe ich keine. Ich sehe noch nicht einmal Sinn dahinter, weiter zu kritisieren oder gar den Finger in die Wunde zu legen, um vielleicht noch etwas Positives zu bewirken."

Das Leiden der Schalker Fans:

"Das einzige, wo ich noch Emotionen in Sachen Schalke habe, sind die Fans, deren Titelträume wohl für länger ausgeträumt sind. Die treuesten aller Fußball-Fans sind jetzt arm dran. So einen Zirkus und so ein Theater haben die nicht verdient!

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